13. Farbfest: Grün

2. bis 5. September 2010

Anfang September 2010 tauchte das 13. Farbfest die die Bauhausstadt an der Elbe in ein sattes Grün. Passend zum 75. Todesjahr des Luftfahrtpioniers Hugo Junkers landeten mysteriöse Flugmaschinen mit wunderlicher Besatzung in Dessau-Roßlau. Zum ersten Mal waren auch internationale Partner am Farbfest beteiligt: Die französische Compagnie La Machine sorgte in der Innenstadt für eine Inszenierung, wie sie Dessau-Roßlau noch nicht erlebt hatte.

Expédition végétale

Auftritt der Compagnie La Machine

Die ganze Stadt wartete 2010 auf das Eintreffen eines mysteriösen Flugobjekts, dessen Ankunft irgendwo im Stadtgebiet für das Farbfest angekündigt war. Es hatte eine weite Reise hinter sich, an Bord ein Dutzend Menschen; Botaniker, Meeres- und Klimaforscher, Elektromechaniker, Musiker und Künstler, die in den Tagen des Farbfestes zu einer Expédition Végétale quer durch Dessau-Roßlau aufbrechen sollten. Sie alle gehörten zu der weltbekannten französischen Künstlergruppe La Machine, die für einen spektakulären Höhepunkt des Festes sorgte. Und tatsächlich: Am 2. September 2010 landete die Aeroflorale II mitten in Dessau-Roßlau – auf dem Marktplatz der Stadt.

Maschine: Grün – Bauhaus wird Luftschiff

Farbfest 2010 am Bauhaus

Am Bauhaus selbst erwartete die Besucher die Maschine: Grün!, eine Inszenierung auf den Spuren von Thomas Pynchons Roman Gegen den Tag. Eine Nacht lang gehörte das Bauhausgebäude ganz den Freunden der Fährnis gehören, einem internationalen Aeronautenclub und der Besatzung jenes Luftschiffes, das sich in Gropius' ikonischem Gebäude in Wahrheit verbirgt.

Die Videokünstler von Glow (Norman Wassmuth, Ronny Traufeller) und der Motiondesigner Nikolai Gamasin, allesamt Absolventen der Hochschule Anhalt (FH), entwickelten für das Farbfest 2010 eine beeindruckende Fassadenprojektion, einen komplexen Film, der das gesamte Bauwerk mit Maschinenteilen und verrückten Apparaten überzog. Der Leipziger Sounddesigner Porkfour (Michael Kohl) sorgte für die Vertonung des Werkes. Gehöriger Lärm, Dampf und Lichteffekte setzten den Start der Inconvenience eindrucksvoll in Szene.

Im Werkstattflügel richtete der Bühnenbildner Hamster Damm ein Kraftwerk ein, das die wasserstoffgetriebene Inconvenience für ihren Start in den Äther benötigte. Waberndes Licht, Schattenspiele und komplexe Apparaturen verwandelten die Räume hinter der berühmten Glasfassade in ein ungewohntes Spiel aus Licht und Schatten. Weitere Apparate, die für die Funktion der Inconvenience von entscheidender Bedeutung sind, hatten Studenten der Hochschule Anhalt (FH) gebaut. Schauspieler des Anhaltischen Theaters und Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau verwandelten sich derweil in die Freunde der Fährnis, die tollkühne Mannschaft jenes alten Flugapparates. An Deck begrüßten Prof. Randolph St. Cosmo (Matthieu Svetchine), Kommandant der Inconvenience, und sein erster Offizier Primula Counterfly (Eva-Marianne Berger) die Gäste.

Spielerische Aktionen und spannende Experimente erwarteten die Besucher im Aeronautensalon, wo sie selbst das Steuer mehrerer Luftschiffe übernahmen. Und in der Schiffsakademie im ehemaligen Ateliergebäude stellten sich Mannschaftsmitglieder der Inconvenience den Fragen der Besucher.