„1929: Zeichen einer Zeit im Umbruch“ Ausstellung 2000

  • Zur Kultur der Krise am Ende der Weimarer Republik 

Im Oktober 1929 brach die New Yorker Börse zusammen und löste eine Weltwirtschaftskrise aus, der sich niemand entziehen konnte und die politisch das Ende der Weimarer Republik bedeutete. Die Ausstellung zeigte, wie Kunst, Kultur und Medien diese Zeit des krisenhaften Umbruchs reflektierten. Vom multinationalen Konzern bis zum »kleinen Mann« bekam jeder die fatalen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu spüren. Planung und Chaos, Rationalität und Irrationalität, Radikalisierung und Apathie charakterisierten den Geist dieser Zeit des Umbruchs, die in Deutschland in die politische Katastrophe führte. 

Ausgehend vom Bauhaus in Dessau, dem Zentrum der künstlerischen Avantgarde im Deutschland jener Zeit, werden kulturelle, politische und ökonomische Tendenzen, die das Ende der jungen Republik beförderten, aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und anhand ausgewählter internationaler Ereignisse wie der Depression in den USA und dem ersten Fünfjahresplan der UdSSR reflektiert. Die Reihe der Ereignisse und Debatten, die als symptomatisch für die Geschichte jener Jahre ausgewählt werden könnten, ist schier unendlich. Aus diesem Grund hat nicht ein Leitthema die Auswahl der Beiträge und Bilder bestimmt. Vielmehr wurde eine collagenartige Zusammenstellung parallel ablaufender Phänomene aus den Bereichen Wirtschaft und Kultur, Planung und Politik gezeigt, um auf unterschiedlichen Ebenen die Instabilität der vermeintlich goldenen Zwanziger auf dem Weg in die Katastrophe der dreißiger Jahre vor Augen zu führen. 

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