Edition Bauhaus 04
Verlusterfahrung Landschaft

Landschaft ist ein Spiegel individueller und kollektiver kultureller Leistungen. Ihre Wahrnehmung wird gebrochen durch subjektive Sehnsüchte wie durch die kulturelle Gebundenheit einer Gesellschaft. 

Sie ist somit sowohl Resultat von Alltagspraxis als auch Folge "nationaler Ideologisierung". Ihre Kontinuität heißt Wandel, ein Prozess, den wir seit der Industrialisierung gemeinhin als Verlust wahrnehmen. Unser "Gegenüber" Landschaft existiert nur im Kopf als zeitlose Konstante oder überzeitliches Idyll, seine Realität ist die einer historischen Momentaufnahme. Dieses illustrierte Lesebuch analysiert die historische Genese und die kulturellen Deutungsmuster unseres gegenwärtigen "Alter ego" Landschaft am Beispiel des mitteldeutschen Industriegebietes. Es offenbart Landschaft als Prozess absichtsvoller wie absichtsloser räumlicher Inszenierungen, in denen vergangene und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten menschlicher Umweltaneignung aufgehoben sind.

Gerhard Lenz
Campus Verlag, 1999
ISBN: 3-593-36255-4