Bauhaus Lectures: Designing Ecologies – Internationale Konferenz in Kooperation mit der Hochschule Anhalt 2010

Internationale Konferenz der Stiftung Bauhaus Dessau in Zusammenarbeit mit der Hochschule Anhalt und dem Umweltbundesamt am 19. und 20. Mai 2010

Die Zeit scheint reif für eine Bestandsaufnahme der Ökologisierung in den Gestaltungsdisziplinen. Die technischen und ökonomischen, die politischen und die ästhetischen Aspekte einer ökologischen Wende durchdringen die Gestaltungsansätze: Wo setzt die Ökologisierung der Gestaltungsarbeit an? Wie bilden die Disziplinen entsprechend aus? Was sind die praktischen Vorschläge? Wie reflektiert die Gestaltungspraxis ökologische Anforderungen?

Die Bauhaus Lectures 2010 zogen eine Bilanz dieser Ökologisierung in den Gestaltungsdisziplinen von Architektur bis Design, von Landschaftgestaltung, Stadtplanung und Umweltpolitik. Befragt wurden unterschiedliche Entwurfsphilosophien im ökologischen Quervergleich, insofern sie bereits auf die Herausforderungen von Klimawandel, Ressourcenverschwendung und Vernichtung von Lebensräumen antworten.Notwendige Normen und Standards, aber auch Widerstände in den Disziplinen selbst, das Verhältnis zwischen Forschen und Entwerfen, zwischen ökologischem Wissen und Gestalten waren die Themen, denen sich Vorträge international anerkannter Experten im Bauhausgebäude zuwandten.


Über „grüne und nachhaltige Architektur“ wird seit Jahren gestritten. Doch steckt hinter jeder Behauptung wirklich ein sinnvoller Umgang mit knapper werdenden Ressourcen? Wie ist es um das Verhältnis zwischen ökologischer Vernunft und modernem Gestalten bestellt? Die internationale Konferenz unter dem Titel „Designing Ecologies“ am Bauhaus Dessau untersuchte, wie die Architektur auf den Klimawandel reagiert, was nachhaltiges Design leisten kann, und wo Umweltpolitik gefragt ist. Die Bauhaus Lectures ließen renommierte Experten zu Wort kommen und nahmen eine Bestandsaufnahme der Ökologisierung der Gestaltungsdisziplinen vor. Thema waren notwendige Normen und Standards, aber auch Widerstände in den Disziplinen selbst.

Nach den Worten des Direktors der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, ging es um mehr als bloß Vordächer mit Sonnenkollektoren: „Es geht darum, wie wir Formen finden, die ökologisch verträglich sind. Dazu brauchen die Architekten und Designer auch ein besseres Marketing für die Technologien der Nachhaltigkeit.“ Die Konferenz, so Stephan Pinkau von der Hochschule Anhalt, sei in einem diskursiven Prozess mit den drei Einrichtungen entstanden: „Es geht nicht nur um Architektur, sondern auch um Design und Landschaft. Gleichzeitig wollen wir Forderungen an die Politik formulieren.“

Wie der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, sagte, setze sich zunehmend die Erkenntnis durch, „dass wir einen grundlegenden Kulturwandel brauchen, um Probleme wie Klimawandel, Ressourcenverschwendung oder den Verlust von biologischer Vielfalt zu bewältigen. Dazu ist auch eine verbesserte Umweltkommunikation nötig: Wir brauchen handfeste Anschauungsbeispiele, wozu ich unbedingt ökologisch optimierte Bauten zähle.“