Bauhaus Lectures: Die Intelligenz der Struktur – Internationale Konferenz in Kooperation mit der Hochschule Anhalt 2008

Am 22. und 23. Mai 2008 veranstalteten die Hochschule Anhalt (FH) und die Stiftung Bauhaus Dessau zum dritten Mal die internationalen „Bauhaus Lectures“. Nach „Architektur der Medien“ und „Produktion des Raumes“ lautete das Thema der diesjährigen Konferenz „Die Intelligenz der Strukturen“. Zugrunde lag folgende Fragestellung:

Das Entwerfen in Architektur und Design befindet sich nahezu zwangsläufig an den Schnittstellen zwischen den Wissenschaften, Künsten und Medien. Daher öffnen Forschungen und Experimente, die die wissenschaftlichen Strukturen dieser Disziplinen freilegen, die Wege zu wechselseitigem Verstehen. Welche Strukturkonzepte haben die verschiedenen Wissenschaften und die entwerfenden, bildenden und bauenden Künste, und in welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Welcher Begriff von Intelligenz ist für sie maßgebend?

Im Zeichen der Linguistik als Leitwissenschaft hat der Strukturalismus versucht, die Strukturen von Sprachen und kulturellem Austausch zu erfassen. Dieser Ansatz einer quer zu den Disziplinen verlaufenden Forschung blieb aber innerhalb der Grenzen des kulturwissenschaftlichen Sprachparadigmas. Brückenschläge zu den Naturwissenschaften, Technologien, zur Architektur und anderen Disziplinen blieben marginal. Heute ist es notwendig, darüber hinausgehen, denn selbst materielle Objekte wie ein Tisch, ein Fenster, ein Schaltkreis, ein Netz oder eine Karte stellen spezifische Verkörperungen von Intelligenz dar und sind erkenntnistheoretische Objekte – dies um so mehr, wenn solche Objekte den Werkzeugen und Medien zuzuordnen sind, die im Grunde als „ausgelagerte“ menschliche Intelligenz täglich genutzt werden. In solchen Objekten tritt uns Intelligenz als „gemachte“, „gebaute“ oder „konstruierte“ Strukturen entgegen, sie werden kulturell kodiert wahrgenommen, transformiert und übertragen. 

Hier setzte die Konferenz an. Sie fragte nach der „Intelligenz der Strukturen“ in den Gestaltungsdisziplinen: Welche Bedeutung haben etablierte Methoden und wiederkehrende charakteristische Operationen, in denen sich die Intelligenz der Disziplinen alltäglich materialisiert? Und welche „intelligenten“ Wechselwirkungen bestehen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, Kunst und Gestaltung?