Bauhaus tanzen – Dessauer Premiere

Premiere „Bauhaus tanzen – ein Bewegungsstück“ – Oskar Schlemmers Bauhaustänze in zeitgenössischen Interpretationen

Nach der erfolgreichen Premiere des Tanz-Projektes in den Berliner Uferstudios am 18. April 2014 wird die Dessauer Premiere am 3. Mai 2014 auf der Bauhaus-Bühne, dem Ursprungsort seiner Entstehung gefeiert. Oskar Schlemmer hat in seiner Zeit als Leiter der Bühnenwerkstatt des Bauhauses Dessau zwischen 1926 und 1929 gemeinsam mit Studierenden und gastierenden Tänzern Bewegungs- und Bühnenstudien erarbeitet, die er später als „Bauhaustänze“ bezeichnete. Sie manifestieren einen heute weitgehend vergessenen Ansatz einer raumorientierten Bewegungskunst, jenseits von Ballett und Ausdruckstanz. Jahrelang waren diese minimalistisch-clipartigen Versuchsanordnungen nicht mehr auf der Bühne zu erleben. Mit dem Projekt „Bauhaus tanzen“ werden Schlemmers Arbeiten nun choreografisch und szenografisch in neuen einzelnen Arbeiten neu interpretiert.

Im Rahmen des Tanzfonds-Erbe-Projekts der Kulturstiftung des Bundes (KSB) wurde seit dem Frühjahr 2011 an dem Vorhaben gearbeitet. Tänzer des Anhaltischen Theaters Dessau und des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz Berlin sowie Szenografen der Technischen Universität Berlin näherten sich den „Bauhaustänzen“ in einem choreografischen und tanzgeschichtlichen Weiterbildungsprogramm und kreierten – inspiriert von historischen Bildern, Filmen und Texten – eigene Interpretationen. Die Arbeiten junger Künstler aus Dessau und Berlin bilden eine kreative Synthese zwischen der Auseinandersetzung mit der Tanzgeschichte und heutigen Sichtweisen, die sich in Tanz, Performance, Kostüme, Objekte, Klang und Installationen.

Der Abend und damit das Projekt findet seinen Ausklang mit dem Tanzkonzert von und mit Klaus Janek und Cristian Vogel, bei dem zunächst zugehört und dann getanzt werden kann. Aus neuinterpretierten Musik- und Klangmaterial, recherchiert während der Arbeitsphase des Projektes „Bauhaus tanzen“, entsteht eine musikalische Arbeit, die sich in ihrer Form am Umgang mit Musik am Bauhaus der 1920er Jahre orientiert: künstlerischer Ausdruck und fröhliche Feste. Für diese Arbeit konnte der musikalische Mentor der Projektes Klaus Janek den Produzenten und DJ Cristian Vogel begeistern.

Von und mit u.a.: Doris Dziersk, Klaus Janek, Juan Pablo Lastras-Sanchez, Joe Monaghan, Ingo Reulecke und Studierenden des Hochschulzentrums für Tanz und der TU Berlin

Zum Download:

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Für die Work-in-Progress-Präsentation wurden eingeladen:

Tanzlokal-Tanzfest Stuttgart:
Diese Initiative würdigt die Pioniere des Ausdrucks- und modernen Tanzes in Baden-Württemberg (u.a. Rudolf von Laban, Kurt Jooss, Mary Wigman, Oskar Schlemmer)und entwickelt ihre Werke weiter. Zu sehen sind in Dessau zwei bereits produzierte Tanzprojekte von Isabell Schad und Eva Baumann.

Bilder der Modernen Tanzdimension Stuttgart:
Hier wird die in der klassischen Moderne sich herauskristallisierende Suche nach neuen und erweiterten Bezugsmodalitäten zwischen Körper und Raum untersucht. Gegenstand sind die zwischen 1909-1919 in der Künstlerkolonie Monte Verità entstanden Tanzexperimente Rudolf von Labans. Insbesondere die Verbindung zwischen modernem Tanz, bildender Kunst, Literatur und neuen Lebensentwürfen zog einige Bauhaus-Meister wie Schlemmer, Kandinsky, Feininger oder Klee an diesen Schweizer Kultort der Lebensreformbewegung.

Bayerisches Staatsballett II München und Akademie der Künste Berlin:
Das 1922 von Oskar Schlemmer in Stuttgart uraufgeführte „Triadische Ballett“, das zwischen 1926-1929 in Teilen auch auf Dessauer Bauhausbühne zu sehen war, ist der Gegenstand des dritten vorgestellten Projektes. Gezeigt wird jedoch die Rekonstruktion und choreografische Neufassung von Gerhard Bohner aus dem Jahre 1977. Sie steht in der jüngeren Tanzgeschichte beispielhaft für einen künstlerischen Rekonstruktionsprozess steht. Diese Projekt wird unter der Leitung von Ivan Liška und Colleen Scott in Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin realisiert und hat im Juni in München Premiere.

Eine Kooperation der Stiftung Bauhaus Dessau mit Anhaltisches Theater Dessau, Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin und der Technischen Universität Berlin

Gefördert von TANZFONDS ERBE – Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes


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