CIAM Urbanism – Präsentationen des Kollegs X und XI

CIAM Urbanism 1: Cities of Tomorrow, Bauhaus Kolleg X (2008/2009)
  • B A U H A U S   K O L L E G   X : Städte von morgen – CIAM Urbanismus, Präsentation 2009

Das Kollegprogramm "Städte von morgen – CIAM Urbanismus"hat sich mit der städtebaulichen und architektonischen Moderne der Nachkriegsära beschäftigt. Dabei ging es nicht nur um eine transdisziplinäre Erweiterung der bisherigen architekturhistorischen Betrachtungsweise, die den Blick auf die komplexen internationalen Austauschbeziehungen und Netzwerke öffnet. Ziel des Bauhaus Kollegs X war eine kreative Neubewertung einer Moderne, deren Strukturprobleme bis in die Gegenwart reichen. 

Im Zentrum der transdisziplinären Auseinandersetzung stand eine Periode, in der die Utopien und Ideen der frühen modernen Bewegung- zu der das Bauhaus gehörte- nicht nur ihre internationale Verbreitung sondern auch Realisierung erlebten. Im Zuge von Wohlfahrtsstaat und Konsumgesellschaft eröffneten sich für Architektur und Städtebau neue Wirkungsfelder. Der „Charta von Athen“ (1943) folgten nicht nur viele Wiederaufbauaktivitäten in den Städten West-und Osteuropas – auch im aussereuropäischen Kontext entwickelte sich das Modell der funktionalen Stadt zum Leitbild nationaler Modernisierungsprogramme. Hier lässt sich ein Transfer von Ideen, Utopien,Typologien und Formen beobachten, der heutigen Globalisierungsschüben vergleichbar ist. 

Das Bauhaus Kolleg x hat sich anhand der zentralen Wirkungsfelder des modernen Städtebaus wie Wohnen, Mobilität, Städtebau und Freizeit mit der Frage befasst, was eine Aktualisierung dieser modernen Anordnungen heute bedeutet. Lässt sich die „Stadt von morgen“ heute noch weiterbauen? Wohnen galt als eines der Hauptthemen der internationalen Moderne- die Standards der CIAM fanden in den Superblocks und Großsiedlungen der Nachkriegsmoderne international ihre Anwendung. Auch wenn mit den brennenden Banlieus oder den verfallenen Mikroraions inzwischen das Scheitern einer sozial disziplinierenden Moderne vorgeführt wird, so zeigen die Bilder auch, dass viele der Strukturprobleme, die die Moderne vor 50 Jahren adressiert hat, bis heute ungelöst sind. Wie diese (alt)modernen Strukturprobleme weiter zu bearbeiten wären, ist eine herausragende gestalterische Frage, die im Bauhaus Kolleg aufgegriffen wurde. 

Aktualisierung meint neben einer kritischen Reflektion auch den Blick auf aktuelle Entwicklungen globaler Modernisierungen des Raumes zu lenken: Heute liefern riesige Apartmentblockanlagen international gesicherten Standard für die neuen Mittelklassen in der Türkei, China oder Indien und scheinen sich bis auf die Einrichtungen zu gleichen- dieses internationale Modell des „global home“, wie viel hat es mit dem „International Style“ der 60er Jahre gemeinsam und was sind die Unterschiede zwischen der internationalen und der globalen Moderne? Am Beispiel der Städte Queenstown und Cumbernauld erörterte das Bauhaus Kolleg X diese Fragen.

kolleg-CIAM_16257mb.jpg
kolleg-CIAM_16240mb.jpg
kolleg-CIAM_16265mb.jpg
kolleg-CIAM_16277mb.jpg
kolleg-CIAM_16286mb.jpg
kolleg-CIAM_16287mb.jpg
kolleg-CIAM_16302mb.jpg

Präsentation Kolleg X – CIAM Urbanism 1: Cities of Tomorrow

ciam2_a6postkarte_02.pdf

  • B A U H A U S   K O L L E G   X I : Univercities - CIAM Urbanismus 2, Präsentation 2010 

Ein Jahr lang beschäftigten sich junge Stadtplaner, Architekten und Gestalter aus der ganzen Welt im Rahmen des Bauhaus Kollegs XI mit modernen städtischen Bildungslandschaften. Das Programm „CIAM Urbanism II: Univercities“ untersuchte Strukturen, die die Nachkriegsmoderne im Wechselspiel zwischen Stadtentwicklung und Bildungsansprüchen hervorgebracht hat. Dazu forschten die Kollegiaten an der Universidad National Autónoma de México (UNAM) in Mexico City und am Stammsitz der britischen Online-Hochschule Open University in Milton Keynes.

Ergebnis des Kollegs war eine Ausstellung im Bauhausgebäude, die die Kollegiaten am 24. Juni 2010 gemeinsam mit ihren Betreuern und Gastkritikern eröffnen. Von 10.30 bis 18 Uhr präsentierten die Teilnehmer ihre Arbeiten und Projekte. 

Vorgestellt und diskutiert wurden insgesamt zwölf Arbeiten, darunter die folgenden:

(1) Bei der Gründung der Universitätsstadt Ciudad Universitaria 1954 war die UNAM mit dem Anspruch angetreten, auch den ärmeren Schichten Mexikos einen Zugang zu akademischer Bildung zu ermöglichen. Verwirklichen ließ sich dieser Plan nur zum Teil. Suteenart Pooks (Thailand) Projekt brachte die Bildung deshalb auf die Straße. Sie entwickelte im Kolleg ein mobiles Klassenzimmer, das sich vor allem an die Kinder der in Mexiko allgegenwärtigen fliegenden Händler richten soll. Wo deren Stände am Straßenrand stehen, soll, so die Idee, auch die Educational Unit stehen. Für deren Betrieb sieht Suteenart Studenten der UNAM vor, die ohnehin zu 160 Stunden sozialen Dienstes während ihres Studiums verpflichtet sind. Ein Prototyp der Educational Unit war bei der Abschlusspräsentation zu sehen.

(2) Nancy B. Doran (USA) nahm sich die Struktur der Open University zum Vorbild – und übertrug diese auf die Bildungslandschaft in Sachsen-Anhalt. Hier gibt es zwar eine ganze Reihe von Hochschulen und Universitäten, zu den kleineren Ortschaften und dünner besiedelten Regionen fehlt diesen aber häufig der Bezug. Gerade diese Räume sind jedoch häufig von Bildung und entsprechenden Angeboten abhängig. Nancys Idee war es, in den etablierten Hochschulen Lehrinhalte zu entwickeln, die dann dezentral über ein Netzwerk aus „Zweigstellen“ verteilt werden können. Die nötige Infrastruktur dafür war bereits vorhanden: Nancy schlug vor, leerstehende Bahnhöfe zu Orten des Wissens und der Bildung zu entwickeln und als Verteilzentren zu nutzen. 

Als Gastkritiker erwartete die Stiftung international renommierte Experten:  Kerstin Höger von der Norwegian University of Science and Technology (NTNU), Trondheim, Christian von Wissel vom Citambulos Projekt, London, und Michael Obrist, feld72 architekten zt gmbh, architecture and urban strategies, Wien.

20100304_yt_5594.jpg
20100304_yt_5598.jpg
20100304_yt_5609.jpg
20100304_yt_5611.jpg
20100304_yt_5624.jpg
20100304_yt_5629.jpg

Präsentation Kollex XI – CIAM Urbanism 2: Univercities