Das Programm zum Symposium

16. Oktober 2015 "Bauen für die Gemeinschaft – Das Bauhaus und Tel Aviv."

Programmübersicht

  • 10.15 Uhr
    Begrüßung
    Claudia Perren, Direktorin und Vorstand der Stiftung Bauhaus Dessau
    Ran Yaakoby, Kulturattaché der Botschaft des Staates Israel, Berlin
  • 10.30 Uhr
    Einführung
    Vice Versa: Das Bauhaus und Tel Aviv
    Werner Möller, Stiftung Bauhaus Dessau
  • 10.50 Uhr    
    Arieh Sharon: „Kibbuz und Bauhaus“ – vom Bauhausschüler zum Planer Israels
    Gesprächsrunde mit Zvi Efrat (Tel Aviv), Ines Sonder (Potsdam) und Michael Levin (Ramat Gan)
    Moderation: Ines Weizman (Weimar)
  • 11.45 Uhr     
    Kaffeepause
  • 12 Uhr     
    Bauen, Forschen, Pflegen: ausgewählte Projekte in Tel Aviv, Dessau und Bernau
    Gesprächsrunde mit Winfried Brenne (Berlin) und Jeremie Hoffmann (Tel Aviv)
    Moderation: Sharon Golan (Tel Aviv)
  • 13 Uhr     
    Mittagessen
  • 13.45 Uhr    
    Tour durch das Bauhaus für Gäste und Diskussionsteilnehmer
  • 15 Uhr    
    Tel Aviv und Bauhaus. Die kollektive Gesellschaft zwischen Urbanität und Kibbuz
    Gesprächsrunde mit Gisela Dachs (Tel Aviv), Ines Sonder (Potsdam), Regina Bittner (Dessau), Sharon Golan (Tel Aviv), Jeremie Hoffmann (Tel Aviv), Ines Weizman (Weimar), Michael Levin (Ramat Gan) und Zvi Efrat (Tel Aviv)
    Moderation: Werner Möller (Dessau)
  • 16 Uhr        
    Besuch der Laubenganghäuser und des Informationszentrums in Dessau-Törten (nach vorheriger Anmeldung bis zum 01.10.2015 unter service@bauhaus-dessau.de)
  • 17.30 Uhr    
    Rückkehr ins Bauhaus
  • 18 Uhr     
    Buchvorstellung im Design Shop mit Ines Sonder (Potsdam), Michael Levin (Ramat Gan) und Stephanie Kloss (Berlin)
    „Carmel. International Style in Haifa“, mit Fotos von Stephanie Kloss

In diesem Jahr blicken Deutschland und Israel auf 50 Jahre diplomatische Beziehungen zurück. Für die Stiftung Bauhaus Dessau Anlass, mit einem Symposium den Gedanken des kollektiven Bauens und damit die Verbindung zwischen dem Bauhaus und Israel zu reflektieren. Das Symposium gliedert sich in drei Gesprächsrunden, die inhaltlich aufeinander aufbauen.

Gesprächsrunde 1

  • Arieh Sharon:
    „Kibbuz und Bauhaus“ – vom Bauhausschüler zum Planer Israels

Gesprächsrunde mit Zvi Efrat (Tel Aviv), Ines Sonder (Potsdam) und Michael Levin (Ramat Gan), Moderation: Ines Weizmann (Weimar)

Arieh Sharon kam 1926 als junger Zionist nach Dessau, um am Bauhaus unter Walter Gropius Architektur zu studieren. Er brachte aus Palästina viel Erfahrung zum Leben als Gemeinschaft aus der Kibbuzbewegung mit und traf 1927 in der Bauabteilung des Bauhauses auf Hannes Meyer, der Architektur als Bauaufgabe für die Gemeinschaft verstand. Nach seinen Jahren in Dessau und Berlin ging Sharon 1931 nach Palästina zurück und übernahm nach der Staatsgründung Israels die Leitung des National Planning Departments in Jerusalem. 1976 erschien sein autobiographisches, synoptisches Buch „Kibbuz+Bauhaus“. Das Buch ist Ausgangspunkt der ersten Gesprächsrunde des Symposiums.


Gesprächsrunde 2

  • Bauen, Forschen, Pflegen:
    ausgewählte Projekte in Tel Aviv, Dessau und Bernau

Gesprächsrunde mit Winfried Brenne (Berlin) und Jeremie Hoffmann (Tel Aviv), Moderation: Sharon Golan (Tel Aviv)

Die zweite Gesprächsrunde lenkt den Blick vom Architekten zu konkreten Bauprojekten in Deutschland und Israel. Vier Bauten stehen im Fokus, die formal von großer Ähnlichkeit sind, die aber in ihren kulturellen, sozialen und ökonomischen Bezügen sehr differenziert zu betrachten sind. Eine Baudebatte, die den Bogen vom historischen Bauprozess bis zu Fragen der heutigen Denkmalpflege spannt.


Gesprächsrunde 3

  • Tel Aviv und Bauhaus.
    Die kollektive Gesellschaft zwischen Urbanität und Kibbuz

Gesprächsrunde mit Gisela Dachs (Tel Aviv), Ines Sonder (Potsdam), Regina Bittner (Dessau), Sharon Golan (Tel Aviv), Jeremie Hoffmann (Tel Aviv), Ines Weizman (Weimar), Michael Levin (Ramat Gan) und Zvi Efrat (Tel Aviv)
Moderation: Werner Möller (Dessau)

Es sind die Widersprüche, die bis heute für die Urbanisierung Israels kennzeichnend sind. Das „schwarze“ Tel Aviv (Sharon Rotbard) versus die international glorifizierte „Weißen Stadt“, die zionistische Gründungsgeschichte mit dem Fokus auf Gemeinschaft und Kollektiv versus die  Proteste gegen die gesellschaftspolitischen Missstände im Sommer 2011. Das Schlusspanel bietet die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen auszutauschen und individuelle Prognosen zuzulassen. Welchen Stellenwert hat das Kollektive des Neuen Bauens in Palästina/Israel noch angesichts von Privatisierung, Immobilienspekulation, Suburbanisierung und Musealisierung?


Im Anschluss

  • Buchvorstellung im Design Shop im Bauhaus (ab 18 Uhr)
    „Carmel. International Style in Haifa“
    mit Fotos von Stephanie Kloss

mit Ines Sonder (Potsdam), Michael Levin (Ramat Gan) und Stephanie
Kloss (Berlin)

Der einzigartige Panoramablick an der Mittelmeerküste Haifas hat schon
in den 1930er und 1940er Jahren die Architekten fasziniert. Es
entstand eine bemerkenswerte Vielfalt moderner Architektur im
Internationalen Stil. Die Berliner Fotografin Stephanie Kloss hat das Erbe dieser Haifaier Moderne in ästhetisch anspruchsvollen Fotografien porträtiert. Ein Buch, das den Blick auf ein von Umbau und Verfall bedrohtes einmaliges Architekturerbe lenkt.


Ausflug

  • Fahrt zu den Laubenganghäusern

Am Nachmittag ist die Teilnahme an einer Fahrt zu den Laubenganghäusern von Hannes Meyer möglich, Anmeldung hierzu unter service@bauhaus-dessau.de bis zum 01. Oktober 2015, Kostenbeitrag 4,00 Euro.


Teilnehmer des Symposiums

 

Die Diskussionsteilnehmer sind international renommierte Architekten, Denkmalpfleger, Kunst- und Kulturwissenschaftler:

  • Michael Levin, Leiter des Fachbereichs für Multidisziplinäre Kunst am Shenkar College Ramat Gan und Kurator u.a. der Ausstellung „White City. International Style Architecture in Israel“ (1984)
  • Gisela Dachs, Autorin und Journalistin Tel Aviv
  • Zvi Efrat, Architekt und Architekturhistoriker, Partner bei Efrat-Kowalsky Architects, Tel Aviv
  • Jeremie Hoffmann, Leiter des Denkmalamts der Stadtverwaltung Tel Aviv
  • Ines Weizman, Juniorprofessorin für Architekturtheorie, Bauhaus-Universität Weimar und Direktorin des Bauhaus-Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur
  • Winfried Brenne, Brenne Architekten Berlin
  • Sharon Golan, Architektin im Denkmalamt der Stadtverwaltung Tel Aviv
  • Ines Sonder, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam im Bereich Kunst- und Architekturgeschichte
  • Regina Bittner, Leiterin der Akademie der Stiftung Bauhaus Dessau, Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin zahlreicher Ausstellungen zu Architektur-, Stadt- und Kulturgeschichte der Moderne.
  • Werner Möller, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau und u.a. Co-Kurator der Ausstellung „Kibbuz und Bauhaus. Pioniere des Kollektivs“ (2011).

Veranstalter

Stiftung Bauhaus Dessau, Regina Bittner, Monika Markgraf, Werner Möller und Alexia Pooth

Veranstaltungsort

Stiftung Bauhaus Dessau
Gropiusallee 38
06846 Dessau-Roßlau, Aula

Informationen: +49-340-6508-250



In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, unterstützt durch das „Netzwerk Weiße Stadt“, unter der Schirmherrschaft der Botschaft des Staates Israel.

    


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