Sammlungspräsentation „Bauhaus 1919–1933“

  • Täglich von 10-17 Uhr im Sockelgeschoss zu besichtigen – eine umfangreiche Sammlungspräsentation am Originalschauplatz im Bauhausgebäude.

Zwölf Jahre lang existierte das Bauhaus als Hochschule für Gestaltung, sieben davon in Dessau. Einen Querschnitt dieser Zeitspanne vermittelt eine umfangreiche Sammlungspräsentation am Originalschauplatz im Bauhausgebäude. Die Schau im Kellergeschoss des gläsernen Werkstattflügels gibt einen Überblick über die Geschichte der berühmten Hochschule, ausgewählte Objekte und Dokumente aus der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau machen die unterschiedlichen Vorläufer, Entwicklungslinien und Wirkungen des Bauhauses anschaulich.

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Die Konzeption der Ausstellung folgt dem Selbstverständnis des Bauhauses als ganzheitlicher und interdisziplinärer Werkstatt. Nach der extremen Ausdifferenzierung der einzelnen Gestaltungsdisziplinen im 19. Jahrhundert war es erklärte Absicht, alle Künste wieder unter einem Dach zu vereinen. Sie sollten in Anlehnung an das Prinzip der mittelalterlichen Bauhütten ihre Kräfte bündeln, sich in ihren Fähigkeiten ergänzen. Als symbolische Aufgabe und höchstes Ziel stand dafür der „Bau“, seine Gestaltung sollte zum Ausdruck eines neuen gesellschaftlichen Ideals an der Schwelle in ein neues Zeitalter werden. Am Bauhaus wuchs eine neue, junge und verantwortungsvolle Generation von Gestaltern für das moderne Industriezeitalter heran.

Die Ausstellung vollzieht diese visionären Ideen und Ziele des Bauhauses anhand der Beziehungen zwischen Lehre, Künsten, Architektur und Produktgestaltung nach. Zugleich vermittelt sie einen Einblick in das Leben der Menschen am und mit dem Bauhaus. Echte Mitschriften von Bauhausstudenten versetzen den Besucher in den komplexen Unterricht der Meister. Dessen Ergebnisse manifestieren sich in den zahlreichen Objekten der Schau, von der Fotocollage über Marcel Breuers Stahlrohrsessel bis hin zum berühmten Aschenbecher von Marianne Brandt. Dabei wird deutlich, wie sich der Unterricht innerhalb der Institution aus der zunächst stark künstlerisch geprägten Weimarer Phase zu einer stärker produkt- und architekturorientierten Lehre in Dessau entwickelt hat.


Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf der Dessauer Zeit des Bauhauses von 1925 bis 1932. In dieser Phase konnten sowohl der Schulbetrieb als auch die Werkstätten und die Architekturabteilung ihre größte Ausstrahlungskraft entfalten. Mit durchaus unterschiedlichen Akzenten unter den drei Direktoren des Bauhauses: Interessierte sich der Bauhausgründer Walter Gropius in erster Linie für die „geistige, handwerkliche und technische Durchbildung schöpferisch begabter Menschen zur bildnerischen Gestaltungsarbeit, besonders für den Bau“ und forderte „die Durchführung praktischer Versuchsarbeit, besonders für Hausbau und Hauseinrichtung, sowie die Entwicklung von Modelltypen für Industrie und Handwerk“, so setzte der zweite Bauhausdirektor, Hannes Meyer, stärker auf eine „bauwissenschaftliche Lehre“ und die daraus hervorgehende „Organisation von Lebensvorgängen“. Zum zentralen Credo seiner Arbeit wurde der Ausspruch „Volksbedarf statt Luxusbedarf“. Seine Umsetzung führte zu Produkten wie der Bauhaustapete, der Kandem-Schreibtischleuchte oder leichter Klappmöbel, wie sie in der Ausstellung zu sehen sind. Ludwig Mies van der Rohe schließlich prägte als dritter Direktor das späte Bauhaus. Für seine Konzeption einer Baukunst mit elegant proportionierten, fließenden Räumen steht besonders der berühmte frei schwingende Stahlrohrsessel – eine zeitgemäße Konstruktionen aus edlen Materialien.

Die Ausstellung im Bauhaus verbindet etwa 100 ausgewählte Originalobjekte und -entwürfe mit multimedialen Inhalten und Modellen. Mit ihnen zeichnet sie ein differenziertes Bild des historischen Bauhauses in seiner faszinierenden Vielschichtigkeit.


  • Kuratoren: Omar Akbar, Wolfgang Thöner, Lutz Schöbe, Kirsten Baumann
             
  • Szeneografie:  chezweitz & roseapple, Detlef Weitz und Rose Epple, mit Holger Jansen, Richard Fulton, Will Tomlinson und Isabel Prugger  
                                
  • Realisierung: kubix, Berlin  
                              
  • Medientechnik: serve-u, Berlin
     
  • Denkmalgerechter Umbau der Ausstellungsräume: Johannes Bausch, Architekt, Berlin