Neue Meisterhäuser Dessau
von Bruno Fioretti Marquez (2014)

Nach dem Auszug der Bauhäusler 1932 wurden die Meisterhäuser durch Umbauten stark verändert. Die Häuser von Gropius und Moholy-Nagy fielen in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs einem Bombenangriff zum Opfer, zu DDR-Zeiten errichtete man auf dem Fundament von Haus Gropius ein Einfamilienhaus mit Satteldach, das später wieder abgerissen wurde.

Architektur der Unschärfe

Die entstandenen Lücken im Gebäudeensemble wurden 2014 geschlossen. Dabei hat man einen historisch exakten Wiederaufbau bewusst vermieden. Das Berliner Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez (BFM) entwarf für die zwei zerstörten Häuser eine Architektur der Unschärfe. Sie ermöglicht eine ganz bewusste Wahrnehmung zwischen Bestand und Neuinterpretation.

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Neue Meisterhäuser Dessau (Haus Gropius und Meisterhaus Moholy-Nagy), Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Neue Meisterhäuser Dessau, Haus Gropius, Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Doreen Ritzau
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Neue Meisterhäuser Dessau, Meisterhaus Moholy-Nagy, Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin, 2014 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Doreen Ritzau

Feierliche Wiedereröffnung

Am 16. Mai 2014 hat Bundespräsident Joachim Gauck die neuen Dessauer Meisterhäuser der Öffentlichkeit übergeben. Im Innenraum zeigen sie sich eigenständig. Aus der von Walter Gropius 1926 entworfenen Wohnarchitektur ist eine offene Raumstruktur geworden, die für Ausstellungen genutzt wird. Für beide Häuser hat der Künstler Olaf Nicolai ein Artefakt entwickelt, das bei Moholy-Nagys Theorie ansetzt, bei der Abstraktion und Figuration zusammenspielen. „Le pigment de lumière“ (2014) verbindet die Textur des Wandputzes mit dem Lichteinfall.