Smart Materials Satellites
Das mobile Laboratorium zu Gast am Bauhaus

Smart Materials Satellites Motiv / Die Chamäleon-Membran zur energieautarken Verschattung reagiert auf unterschiedliche Temperaturen durch die Verschiebung verschiedenfarbige Lichtstimmungen, Demonstrator von Madlen Deniz / smart³
  • 13. Juli – 22. Oktober 2017
    Stahlhaus, Siedlung Dessau-Törten

Im 21. Jahrhundert sind es die smart materials, die im Fokus der Werkstoffinnovationen stehen. Intelligente Materialien, die sich selbstständig anpassen, wenn sich die Bedingungen der Umwelt verändern, die energieautark sind und die ein Formgedächtnis besitzen. Allerdings werden diese von den Naturwissenschaftlern entwickelten smart materials kaum wahrgenommen. Selbst bei Designern, Architekten und Produktentwicklern sind ihre Potenziale weitgehend unbekannt und fließen daher weder in die Lehre noch in den praktischen Designprozess ein.

Gehen wir zurück in das Gründungsjahr des Bauhauses. Im Jahr 1919 formulierte Walter Gropius mit dem Bauhausgedanken den Anspruch visionäre Ideen gleich in ihrer Anwendung zu denken. Die Übersetzung von Produkt- und Materialerkundungen in die Alltagskultur war fester Bestandteil der Bauhausphilosophie.

Das neu gegründete Forschungsprojekt Smart Materials Satellites nimmt den Grundgedanken des Bauhauses auf, in dem es über Methoden des Designs und der künstlerischen Forschung die neuen Werkstoffe in mögliche Prozesse der Anwendungen transformieren möchte. Wie können wir uns von dem Werkstattprinzip des Bauhauses heute für die Anwendung von smart materials im Alltag des 21. Jahrhunderts inspirieren lassen? Wie können mögliche Anwendungsszenarien für unsere Gegenwart und Zukunft aussehen und was können wir aus diesen Gedankenspielen und Szenarien lernen?

Zusammen mit der Kunsthochschule Weißensee, dem IWU Fraunhofer Dresden und dem Technikmuseum Dresden formt die Stiftung Bauhaus Dessau einen Prozess des Wissenstransfers zwischen Materialforschung und Designanwendung im Hinblick auf die smart materials. Abgleitet vom Anspruch des historischen Bauhauses, das Leben der Moderne zu gestalten, setzt die Stiftung Bauhaus Dessau auch heute im 21. Jahrhundert den Schwerpunkt auf die Gestaltung des Alltagslebens durch die smart materials.

Die SYN Stiftung begleitet Smart Materials Satellites über zwei künstlerische Residenzprogramme. Am Bauhaus in Dessau wird das Programm im Frühjahr 2017 stattfinden, am Technikmuseum in Dresden im Frühjahr 2018. Informationen zur Ausschreibung des SYN-Awards mit den Residenzen.

Im Innovationsnetzwerk smart³ e.V. forschen Ingenieure, Designer, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler sowie Techniker gemeinsam an der Entwicklung noch unbekannter Produkte, die über smart materials in der Lage sind, sich intelligent an ihre Umgebung anzupassen. Dabei fokussieren sich die Forscher auf Anwendungsfelder, in denen die großen Themen unserer Gesellschaft abgebildet sind: Gesundheit, Klimaschutz, Energieerzeugung, Mobilität.

Das Netzwerk, in dem sich über 80 Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen haben, wird vom Frauenhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz geführt und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation gefördert.

Bildnachweis Motiv: Die Chamäleon-Membran, Demonstrator von Madlen Deniz, 2017, © smart³