Das Bauhaus in Dessau

Dessau ist die Stadt, mit der das Bauhaus am stärksten verbunden wird. Hier hat die 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründete Hochschule am längsten gewirkt und zwischen den Jahren 1925 bis 1932 ihre Blütezeit erlebt. Alle drei Bauhausdirektoren Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe haben hier gelebt und gearbeitet und es sind hier nahezu alle Bauhausbauten entstanden, die heute zu den Ikonen der Architektur des 20. Jahrhunderts zählen.

Der Anspruch des Bauhauses, die moderne Gesellschaft mitzugestalten, ließ sich in Dessau unmittelbar umsetzen. Die Stadt ist damals ein aufstrebender Industriestandort, mit dem Ingenieur Hugo Junkers und dem Bürgermeister Fritz Hesse als treibende Kräfte. Viele Städte haben sich um das Bauhaus beworben, als dieses entschied, aus politischen Gründen Weimar zu verlassen. Das Bauhaus hat sich für Dessau entschieden und die Stadt Dessau hat sich für das Bauhaus entschieden.

bhd_consemueller_Bauhausgebaeude-von-innen-korr.jpg
bhd_consemueller_Frau-am-Bauhausgebaeude-korr.jpg
Collein_1928_869_.jpg
i_780_f.jpg

Die Grundlage für eine jahrelange Blütezeit auf beiden Seiten war gelegt. Mit dem von der Stadt geförderten Hochschulgebäude und den Meisterhäusern ist das Bauhaus in Dessau in kürzester Zeit in all seiner Vielfalt zu erleben. Der Werkstattflügel, in dem die Webstühle rattern, die Bühne auf der Tanz und Theater für die moderne, mechanische Welt neu gedacht wird, die Mensa und das Atelierhaus, Orte an denen Studenten aus der ganzen Welt zu treffen sind sowie die Siedlung der Meisterhäuser, dessen Bewohner als Art Künstlerkolonie dort lebten und ihre Häuser als Prototypen des modernen Lebens verstanden. 

Mehrfach beauftragt die Stadt Walter Gropius und später Hannes Meyer öffentliche Bauaufgaben zu übernehmen. Es entstehen das Arbeitsamt, die Siedlung Törten, die Laubenganghäuser und immer wieder vereinzelte Wohnhäuser oder auch das Ausflugslokal Kornhaus.

Bis heute ist das Bauhaus in Dessau über die ganze Stadt an vielen Orten zu sehen und zu erleben. Die Bauhausarchitektur konnte sich über die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg sowie auch über die Zeit der DDR erhalten. Im Jahr 1945 wurde das Gebäude des Bauhauses teilweise zerstört. Notdürftig repariert, fand es in den folgenden Jahrzehnten immer wieder Verwendung als Schulgebäude für eine Berufsschule sowie als Hilfskrankenhaus. Erst 1976 entdeckt die DDR das Bauhauserbe und rekonstruiert das Haus denkmalgerecht. Es wird das Wissenschaftlich-Kulturelle Zentrum (WKZ) gegründet, das u.a. den Aufbau der Sammlung initiiert und die Bauhausbühne reaktiviert.

Nach der Wiedervereinigung wird im Jahr 1994 die Stiftung Bauhaus Dessau gegründet, die bis heute das Bauhauserbe in Form der Bauten, der Sammlung und der Vielfalt der Themen zu Architektur, Design und Kunst erforscht, erhält und vermittelt. Die Stiftung hat einen künstlerisch-wissenschaftlichen Auftrag.

Jährlich kommen etwa 100.000 Besucher aus der ganzen Welt nach Dessau, um die Bauhausbauten zu besichtigen sowie als Wissenschaftler, Architekt, Designer oder Student hier zu forschen, zu arbeiten und künstlerisch tätig zu sein.

Bauhausgebäude

  • geöffnet
    täglich von 10–17 Uhr
    (Auch während der Oster-Feiertage täglich geöffnet)

  • Tickets
    Bauhaus-Ticket: 7,50 € und 4,50 € ermäßigt
    Eintritt in das Bauhausgebäude inkl. der dort gezeigten Ausstellungen
    Kombi- und Tagesticket möglich
  • Führungen
    täglich 11 und 14 Uhr,
    Sa und So 11, 12, 14 und 16 Uhr
    Preis: 5,– € zzgl. Eintritt
  • Audioguides
    in 7 Sprachen
    (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch, Chinesisch)
    Preis: 5 € pro Person, zzgl. Eintritt
  • Adresse
    Gropiusallee 38
    06846 Dessau-Roßlau

Diesen Artikel teilen: