Neu in der Sammlung:
Wandbehang nach Gunta Stölzl

Die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau freut sich über eine Schenkung der besonderen Art: ein Halbgobelin, der nach einem Entwurf der Weberin und Leiterin der Webereiwerkstatt des Bauhaus Dessau, Gunta Stölzl, umgesetzt wurde. Bisher gab es das Textil nur als Vorlage – als buntes, kleinformatiges Aquarell von 1927/28, das heute im Bauhaus-Archiv Berlin zu sehen ist. Der nun entstandene Wandbehang ist also ein echtes Original.

Im Auftrag des kreis der freunde des bauhauses e.v. hat die Textildesignerin Katharina Jebsen, Absolventin der Kunsthochschule Burg Giebichtenstein, zunächst die Farben auf dem Aquarell bestimmt, die Vorlage digital nachgezeichnet, die Vorlage in einem Computer programmiert – und dann mit dem Webstuhl umgesetzt. Gefertigt wurde das Textil in der Manufaktur der Burg Giebichenstein an einem Handjacquardwebstuhl unter der Projektleitung von Prof. Bettina-Göttke-Krogmann.

„Einerseits hatte ich absolut freie Hand bei der Umsetzung, andererseits wollte ich nah an der Vorstellung der Ideengeberin bleiben“, sagt Katharina Jebsen. „Die Entwurfsgrafik ist sehr klein und darum war selbst die Bestimmung der Farben langwierig.“ Entstanden ist ein zeitgenössischer Wandbehang der Maße 118 mal 123 Zentimeter mit einem ganz erstaunlichen und harmonischen Farbenspiel, das an ein Gemälde erinnert. Er besteht aus Baumwolle (Kette) und Wolle, Baumwolle und zwei metallisierten Garnen. Insgesamt sind 3456 Fäden verwendet worden.

Am 2. September 2017 wurde der Teppich vom kreis der freunde des bauhauses e.v. der Stiftung Bauhaus Dessau übergeben. Damit kehrt ein Teil der Geschichte an das Bauhaus Dessau zurück.


Das Projekt ist eine Auftragsarbeit des kreis der freunde des bauhauses e.v. in Zusammenarbeit mit der Burg Giebichenstein und dem Bauhaus-Archiv Berlin. Die Stiftung Bauhaus Dessau dankt den Beteiligten: Katharina Jebsen, Prof. Bettina Göttke-Krogmann, der Ideengeberin Ingeborg Arnold (stellvertretende Vorsitzende des kreis der freunde des bauhauses e.v.), Monika Stadler (Tochter von Gunta Stölzl), die fünf nicht-realisierte Teppich-Skizzen zur Auswahl stellte und Prof. Dr. Christoph Stölzl (ehemaliger Vorsitzender des kreis der freunde des bauhauses e.v. und Neffe von Gunta Stölzl).