Jahresthema 2016: Bewegung

Mit ihren Jahresthemen nimmt die Stiftung einen einzelnen Aspekt des Bauhauses in den Fokus um von ihm aus die Wahrnehmung des Bauhauses in der historischen Rezeption und in der heutigen Befragung neu zu schärfen.

Das Jahresthema 2016
Bewegung

Am Bauhaus ist stets Alles und Jeder in Bewegung. Gemeinsam getragen von dem hehren Anspruch, nach dem 1. Weltkrieg die gesellschaftliche und wirtschaftliche Modernisierung zu gestalten. Geschwindigkeit und Beschleunigung sind in dieser Zeit allgemein positiv besetzte Phänomene, die am Bauhaus vielfältig über die Bewegung als gestalterisches Mittel umgesetzt werden. László Moholy-Nagy entwickelt das künstlerische Verfahren des „Sehens in  Bewegung“, Oskar Schlemmer arbeitet mit der Bewegung der Bühne, in dem er sie als mechanisierte Abläufe des Industriezeitalters definiert.

Jahresprogramm der Stiftung Bauhaus Dessau

Bewegung steht traditionell für Veränderung, für Aufbruch und für Fortschritt. Im Jahr 2016 befragt die Stiftung Bauhaus Dessau über ihr Jahresprogramm das Phänomen der „Bewegung am Bauhaus“ aus der historischen Position in Hinblick auf seine gegenwärtige und zukünftige Relevanz.

Dazu verläuft das Programm entlang der zwei Hauptstränge: das Bauhaus als Teil einer internationalen Bewegung zu einem neuen Denken und Gestalten und das Bauhaus als Teil einer großen Migrationsbewegung, deren Einfluss bis heute weltweit nachweisbar ist. Wir verfolgen diese Linien zum Beispiel in dem das Bauhaus Lab die Exilgeschichte des Schreibtisches von Walter Gropius nachvollzieht oder in dem die Ausstellung „Große Pläne! Moderne Typen, Fantasten und Erfinder“ (ab 4. Mai 2016)  herausarbeitet, dass das Bauhaus in Sachsen-Anhalt in seiner Zeit kein Solitär ist, sondern in einem dynamischen Austausch mit vielen anderen Protagonisten stand.

Mit dem Jahresthema „Bewegung“ wird sichtbar, wie stark das Bauhaus eine Idee, eine Philosophie ist, die sich immer wieder von Neuem ganz bewusst in Bewegung setzt.