Energieavantgarde Anhalt – Eine Standort- und Innovationsinitiative

Das Projekt Energieavantgarde Anhalt der Stiftung Bauhaus Dessau wurde 2015 erfolgreich übergeleitet und wird nun geführt vom Verein Energieavantgarde Anhalt e.V.
Dieser Verein nutzt die Ergebnisse in seiner weiteren Arbeit und ist in Zukunft unter www.energieavantgarde.de zu erreichen.


Die Energieavantgarde Anhalt ist

  • ein Vorhaben, das der Energiewende ein zweites Standbein gibt, die regionale Wertschöpfung.
  • ein Netzwerk von Akteuren der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg und darüber hinaus, die an dem zukunftsfähigen Umbau ihres Energiesystems arbeiten und die dafür notwendigen technischen, ökonomischen, sozio-kulturellen und politischen Veränderungen gestalten. Es ist offen für alle Mitstreiter, die sich zu diesem Ziel bekennen und ihre Kompetenzen einbringen.
  • ein Leitbild für den Transformationsprozess der Energiewende in der Phase nach der Markteintritts-Förderung der Erneuerbaren Energien.
  • eine selbst gewählte Verpflichtung, die in einem Partizipationsprozess definiert wird.

Die Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg stellt sich dem wichtigstem Zukunftsthema: die Energiewende wird eine regionale Energiewende.

Neben der starken Tradition der Reform(ation) und Moderne prädestinieren aktuelle wirtschaftliche, wissenschaftlich-technische und kulturelle Potenziale diese Region, eine Vorreiterrolle in der gesellschaftlichen Transformation zu einer post-fossilen Energieversorgung einzunehmen.

Wichtige kommunale, unternehmerische, wissenschaftliche, kulturelle und zivilgesellschaftliche Akteure in der Region Anhalt (bestehend aus den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg und der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau) haben sich zu dem Ziel einer regionalen Energiewende bekannt und eine Strategie entwickelt.

1)    Ein in wachsendem Maße auf erneuerbaren Energiequellen beruhendes regionales Stromsystem, das notwendig zu Veränderungen der Wärme/Kälteversorgung und der Mobilität führt und regionale Wertschöpfung stärkt, soll etabliert werden.

2)    Ferropolis als Ort der fossilen Energiegeschichte und postfossilen Zukunft wird als Experimental- und Präsentationsort herausragender Innovationen ein Ort der Begegnung und des Austauschs zwischen engagierten (Energie)Technikern, die um Verbesserungen bei Energieeffizienz und Nutzung regenerativer Energien ringen, und der Kultur.

3)    Bildungs-, Tourismus-, Partizipations- und Kommunikationsangebote stärken das sozio-kulturelle Umfeld für diese tiefgreifende Veränderung, um die Lebensqualität für die regionale Bevölkerung zu verbessern.

Der Übergang zu einem zukunftsfähigen Energiemanagement erfordert wissenschaftlich-technische Höchstleistungen, Präzision und Kreativität. Er benötigt neue ökonomische Instrumente und Regulierungen, die nicht unabhängig von sozio-kulturellen Veränderungen und demokratischen Aushandlungs- und Teilhabeprozessen gewonnen werden können. Fragen der Gestaltung integrierter Entwicklungsprozesse werden ebenso zu bearbeiten sein wie solche der ästhetischen Produkt- und Raumgestaltung.

Die Komplexität des Wandels ermöglicht keine einfachen Vorgehensweisen, sondern benötigt sektorenübergreifendes, langfristig orientiertes Handeln, in das die Interessen Vieler integriert werden können.

Die Energieavantgarde Anhalt arbeitet als regionales und überregionales Forschungsnetzwerk und zugleich als Reallabor. Die Entwicklung von Transformationsstrategien wie die Auswertung von konkreten Transformationsprozessen machen aus der „Energiewende“ vor Ort eine stabile postfossile Energielandschaft auf Basis diverser regenerativer Technologien und neuer Aufgabenteilungen in dezentralen Prosumenten-Netzen. Damit bietet sich für die Region im Transformationsprozess eine Zukunftsoption als Energieregion, eine tragfähige regionalwirtschaftliche Basis und eine europaweite und internationale Kooperationsperspektive.

Zu diesem Zweck organisiert die Energieavantgarde Anhalt e.V. (in Gründung) Prozesse der Kommunikation und Kooperation innerhalb der Region und im interregionalen Maßstab. Dazu gehören Forschungskooperationen ebenso wie modellhafte Vorhaben, eine funktionsfähige Beratung zu alltäglichen Transformationsentscheidungen der Bürger und Unternehmen sowie ein begleitendes Monitoring des Entwicklungsprozesses. Die Energieavantgarde Anhalt kann auf die Ressourcen aus Wissenschaft und Gesellschaft vor Ort ebenso zurückgreifen wie auf überregionales Interesse, Unterstützungsbereitschaft und die gesellschaftliche Neugierde auf eine Strategie der Reformen in der Region Anhalt als Resilienzregion des 21. Jahrhunderts. 

Die Nutzung erneuerbarer Energien und die damit verbundene Entwicklung von Zukunftstechnologien voranzutreiben, ist das Anliegen der 2012 gestarteten Standort- und Innovationsoffensive „Energieavantgarde Anhalt“. Gleichzeitig sollen besonders energieffiziente Gebäude, Technologieproduktion und Energiegewinnung in der Region zwischen Dessau, Bitterfeld und Wittenberg auch touristisch aufbereitet als Ort einer zukunftsweisenden Energiewende erfahrbar werden.

Die Energieavantgarde Anhalt wird von einer Steuerungsgruppe vorangetrieben, der folgende Institutionen angehören:


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