Figurenräume – Raumfiguren: Tanz- und Per­formance Festival 2009

Uraufführung der Stiftung Bauhaus Dessau „supremalevich“ – eine [funk]oper in fünf Akten oder „fünf Arten Kasimir Malewitsch zu loben“

Im Bauhausjahr 2009 hat man Design gesehen und Architektur bewundert, man war beeindruckt von Ideen und Programmatik, hat sich von Kunst begeistern und von Persönlichkeiten beeindrucken lassen. Was bis dato fehlte, war die Bühne. Sie, die historische Bauhausbühne, gibt es nur einmal, nur hier im Bauhausgebäude in Dessau. Zum Ausklang des Bauhausjahres veranstaltete die Stiftung Bauhaus Dessau auf diesen legendären Brettern ihr erstes internationales Tanz- und Performancefestival „Figurenräume – Raumfiguren“. 

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Vom 20. November bis 5. Dezember 2009 machte die Stiftung die Geschichte und Gegenwart der Bauhausbühne zum Thema. In zahlreichen Aufführungen, Gesprächen und Vorträgen gab es Spektakel und Unterhaltung, aber auch ernsthafte Auseinandersetzung mit der Bauhausbühne als Laboratorium für Bewegungskunst.

Eröffnet wurde das Festival am 20. November durch die stellvertretende Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, Dr. Regina Bittner. Im Anschluss daran war eine Uraufführung zu sehen: „supremalevich – eine [funk]oper in fünf Akten“ ist eine Collage aus Szenen, Eindrücken und Atmosphären aus Kasimir Malewitschs kosmischen Visionen. Das Projekt ist eine Koproduktion der Stiftung Bauhaus Dessau, des Anhaltischen Theaters Dessau und des Kunstmuseums Lodz, unterstützt vom Malewitsch Kunst- und Kulturförderung e.V. Düsseldorf.

„Die Bühne am Bauhaus ist keine gewöhnliche Bühne“, sagt Burghard Duhm, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau und künstlerischer Leiter des Festivals, „sie ist nur vor dem Hintergrund ihrer Geschichte und eingebettet in die Struktur des Bauhausgebäudes zu verstehen. Von hier ausgehend wollen wir Möglichkeiten einer zeitgemäßen Nutzung entwickeln und ausprobieren.“ Das Festivalprogramm bezog sich auf diesen besonderen Raum und nimmt ihn in seiner Spezifik – seiner Zugänglichkeit von allen Seiten zum Beispiel – ernst. Dabei sollte die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Rolle die historische Bauhausbühne heute einnimmt: Wie sieht ein angemessener Umgang mit dem legendären Ort aus? Was soll, was kann auf der Bauhausbühne stattfinden? Was ist das Besondere an diesem Zentrum in Gropius‘ Bauhausgebäude?

Dieser Ausrichtung ist das Festival in lebendiger und abwechslungsreicher Form nachgegangen – mit einem Bühnenprogramm, das vom Solotanz bis zum mechanischen Ballett reichte. Die Eigenproduktion „supremalevich“, exklusive Sonderführungen mit Musik und Filmen im Bauhausgebäude, Vorträge und Gespräche zur Vergangenheit und Gegenwart der Bauhausbühne, vor allem aber Tanz, Schauspiel und Performance machten das Festival zum wichtigsten Ereignis der Bauhausbühne im Jubiläumsjahr. Ein begleitendes Festivalcafé mit geladenen Gästen im Klub des Bauhauses eröffnete Möglichkeiten für Diskussion, Kommunikation und Projektentwicklung. Neben dem Bauhausgebäude waren die Meisterhäuser, das Anhaltische Theater und die Marienkirche in Dessau-Roßlau weitere Veranstaltungsorte.

Programmheft zum Festival