[FUNK] – Die elektronischen Stadtschreiber (2009)

Mit dem von der Kulturstiftung des Bundes geförderten [FUNK]-Projekt verliehen die Stiftung Bauhaus Dessau und das Anhaltische Theater ihrer Stadt eine Stimme. Eine Stadt, über die zu wenig gesprochen wird, meldete sich selbst im Sommer 2009 zu Wort und funkte zurück. 

[FUNK] war ein elektronischer Stadtschreiber – einer, der nicht über seine Stadt spricht, sondern diese selbst zu Wort kommen lässt. [FUNK] war ein Netzwerk, war Inhalt und Kanal zugleich – ein Medium im Wortsinne: [FUNK] schaltete sich dazwischen, verband und strahlte aus. Auf diese Weise entstand ein lebendiges Klangbild einer Stadt, eine Art akustischer Stadtroman, der jeden Tag neu geschrieben wurde – ein ganzes Jahr lang. Von August 2009 bis Juli 2010 wurde die Bauhausstadt im Gartenreich der Aufklärung als Klanglabor zwischen Bauhaus und Theater erkundet, erprobt, dokumentiert und veröffentlicht.

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Das Anhaltische Theater und das Bühnenstudio der Stiftung Bauhaus Dessau brachten Theater, Musik- und Tanzaktionen, Gespräche und Lesungen in die öffentlichen Räume der Stadt. [FUNK] zeichnete auf, [FUNK] arrangierte und kombinierte, [FUNK] strahlte aus: Über das Internet(www.interfunk.net), zeitweise über Radio und Fernsehen, aber auch mithilfe verschiedener Apparate, die den Dessauer Hör-Roman in die Stadt zurückbrachten. Eine Schleife entstand, zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung, die die Stadt zum Pulsieren brachte.

Ein besonderes Erlebnis waren die Haus-[FUNK]-Abende, die jeden letzten Mittwoch im Monat in einem der Dessauer Bauhausbauten stattfanden – gemeinsam mit Sängern, Tänzern, Schauspielern und Musikern. [FUNK] stimulierte ungewöhnliche Wahrnehmungen, regte Erfindungen an und lud dazu ein, die Mannigfaltigkeit der Stadt neu zu entdecken. Ihr Alltag wurde zur geheimnisvollen Wunderkammer, die neueste Medientechnologie mit vergessenen Apparaten – von der Camera Obscura bis hin zu futuristischen Geräuschmaschinen – verband und experimentierte mit ihnen. Das [FUNK]-Team arbeitete dabei unter anderem mit den Fachklassen für Medien an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, der Bauhausuniversität Weimar und der Hochschule Anhalt Dessau (FH) sowie der Werk-Leitz-Gesellschaft in Halle zusammen.

[FUNK] war ein Kooperationsprojekt des Bühnenstudios der Stiftung Bauhaus Dessau und des Anhaltischen Theaters; es wurde gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Das Projekt startete am 19. August 2009 mit dem ersten [FUNK]-Apparat vor dem Anhaltischen Theater, wo ein Bürocontainer als Studio diente.

* Künstlerische Leitung:

Maria Linke (Projektleitung für das Anhaltische Theater), Holger Kuhla (Anhaltisches Theater), Torsten Blume (Projektleitung für das Bühnenstudio der Stiftung Bauhaus Dessau), Andreas Kühnlein (Stiftung Bauhaus Dessau) und Marold Langer-Philippsen (Medienkünstler, Berlin)