Messeauftakt
vom 12. bis 14. Juni 2015

Sommernachts-Messeparty, Eröffnungssymposium und Sonntagsmatinee

Mit einer Lecture Performance, einer Messetour und einer Sommernachtsmesseparty eröffnet die Haushaltsmesse am 12. Juni 2015. Der Messeauftakt ist gleichzeitig auch Bestandsteil des zweitägigen internationalen Symposiums „Haushalten: Eine öffentliche Angelegenheit zwischen Haus und Stadt“. Der Messeauftakt endet am 14. Juni mit einer Sonntagsmatinee im Archivraum des Hauses Schlemmer.

Im Rahmen des Eröffnungssymposiums diskutieren Stadtforscherinnen, Aktivistinnen, Historikerinnen und Künstlerinnen aus dem In- und Ausland über das Haushalten als öffentliche Angelegenheit. Dabei geht es um das Verhältnis zwischen privater Haushaltsführung und öffentlichem (Stadt)Raum, um die Interdependenzen individueller und kollektiver Haushalte.

Haus und Haushalten waren in den 1920er Jahren eine öffentliche Angelegenheit. Krisenerfahrung, Wohnungsnot und Mangelwirtschaft bildeten den sozialökonomischen Hintergrund, vor dem sich die Bewegungen um eine neue Wohnkultur in der Weimarer Republik formierten. Das „Zuhause“ wurde als Mikrokosmos für sozialen Wandel verstanden – als Keimzelle einer neuen Gesellschaft, die ihre Modernität und Fortschrittlichkeit gerade aus der radikalen Trennung zwischen Produktion und Konsumtion bezog. Seit den Urbanisierungsschüben im 19. Jahrhundert sind die privaten Haushalte in immer komplexere städtische Versorgungsnetze und Infrastrukturen integriert.

Das Symposium nimmt diesen modernen Entwurf des Haushaltens als öffentliche Angelegenheit zum Ausgangspunkt einer kritischen Reflektion des gegenwärtigen  Verhältnisses zwischen privater Haushaltsführung und Stadt. Schließlich sind die Städte des 21. Jahrhunderts – vor allem die des Nordens- inzwischen mit der Herausforderung konfrontiert, die Errungenschaften kommunaler Infrastruktur als kollektives Gut gegen den Druck neoliberaler Urbanisierung verteidigen zu müssen. Haushalt und Haushalten sind hier Begriffe, die vor dem Hintergrund von globalen Finanzkrisen wesentlich mit Sparzwängen und monetären Ressourcen assoziiert werden. Hinzu kommt auch: dieser städtische Haushalt hatte spezifische Vorstellungen des modernen urbanen Lebens zur Voraussetzung, die vor dem Hintergrund von Ressourcenknappheit, Klimawandel, globaler Arbeitsteilung und transnationaler Migration heute nicht mehr aufrechtzuerhalten sind.

Inwiefern bieten private Haushaltspraktiken, die in Familien, Wohngemeinschaften, Nachbarschaften, Kooperativen und Teil-Gemeinschaften den urbanen Alltag aufrechterhalten und dabei Lösungen zum Umgang mit mangelnden Ressourcen entwickelt haben, Ansätze für ein Neudenken des Haushaltens als öffentliche Angelegenheit? Wie kann ein städtisches Haushalten im Sinne sozialer Nachhaltigkeit entstehen? Diese und weitere Fragen werden während des Symposium von und mit internationalen Haushaltsexperten diskutiert.

Programmablauf:

  • 12. Juni 2015:

17 Uhr: Feierliche Eröffnung der Internationalen Haushaltsmesse durch Dr. Claudia Perren und Dr. Jan Hofmann, Staatssekretär im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
18 Uhr: Lecture Performance und Food Lab mit dem Center for Genomic Gastronomy 
19 Uhr: Rundgang über die Messe mit den Gestaltern 
21 Uhr: Sommernachtsmesseparty mit DJ-Musik, Tanz und Trank

  • 13. Juni 2015:

9.30 bis 19 Uhr: Symposium Haushalten zwischen Haus und Stadt
9:30 Uhr:  Keynote von Hilde Heynen (KU Leuven) zu Entwürfen moderner Häuslichkeit
10:30 bis 12 Uhr: Elke Krasny (Akademie der Bildenden Künste, Wien) spricht mit Alexa Färber (HafenCity Universität, Hamburg) und Pelin Tan (Mardin Artuklu Universitesi, TR) über städtisches Haushaltens zwischen „collective consumption“ und „urban commons“
13:30 bis 15 Uhr: Rosie Cox (Birbeck University of London / GB), Rania Ghosn (MIT School of Architecture and Planning, Cambridge, US) befragen den Haushalt im Stoffwechsel der Stadt. 
16 bis 17:30 Uhr: Christa Müller (Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis) und Qingyun Ma (Max Office, CN) diskutieren über Allianzen und Verwerfungen zwischen Ruralem und Urbanem.

Die Teilnahme am Symposium ist kostenfrei. Das Symposium wird in englischer Sprache gehalten.

  • 14. Juni 2015:

11 Uhr – 13 Uhr: Sonntagsmatinee im Archivraum “Die Messen der Meister” – ein Rundgang durch historische Messen und Großausstellungen der 1920er Jahre mit den Kuratorinnen Elke Krasny und Regina Bittner sowie Torsten Blume. Die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau präsentiert zur Matinee im Atelier-Space historische Haushaltsgeräte und Design-Ikonen aus der Bauhausperiode zum Thema Haushalten.  

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Das komplette Programm zum Eröffnungswochenende hier zum Download:


Messeleitung: Dr. Regina Bittner und Elke Krasny

Die Haushaltsmesse wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, Lotto-Toto ­Sachsen-Anhalt und Pice Accion Cultural.

   


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