Hermes in der Stadt – Ballettinszenierung auf der Bauhausbühne 2010

In seinem Großstadtmilieustück „Hermes in der Stadt“ verschränkt der in Sachsen-Anhalt geborene Autor Lothar Trolle den Mythos von Hermes, dem „Gott der Diebe und Händler“ mit der scheinbar ideologielosen postindustriellen Stadtgesellschaft. Die Stadt wird zum Synonym für Glück und Verderben, zu einer Utopiebrache gleich der sagenhaften Stadt Mahagonny aus der Oper von Kurt Weill und Bertolt Brecht. „Hermes in der Stadt“ liefert nüchterne Innensichten ohne utopischen Erwartungshorizont.

Tomasz Kajdanski, Ballettdirektor des Anhaltischen Theaters, und Torsten Blume vom Bühnenstudio der Stiftung Bauhaus Dessau boten mit dem am 17. Januar 2010 uraufgeführten „Hermes in der Stadt“ Ensemblemitgliedern des Dessauer Balletts ein Forum für eigene choreografische Werke. Sieben internationale Tänzer, die seit Beginn der Spielzeit 2010 neu in Dessau-Roßlau lebten und arbeiteten, entwickelten ihre eigenen Interpretationen von „Hermes in der Stadt“, in denen sie sich mit ihrem neuen Arbeits- und Lebensmittelpunkt auseinandersetzten.

Aufführungsort war die historische Aula des Bauhauses, neben der Bühne hat das Projekt auch das angrenzende Foyer und die Mensa der „Ikone der Moderne“ einbezogen. Die Bauhausbühne wurde vor allem unter der Leitung von Oskar Schlemmer zwischen 1921 und 1929, ab 1926 in Dessau, zu einem legendären Projekt der Theatermoderne, einem Ort für revolutionäre Experimente mit Körper und Raum. Diese Tradition setzte die Stiftung Bauhaus Dessau in ihrer Kooperation mit dem Anhaltischen Theater fort: „Hermes in der Stadt“ war eine Koproduktion der beiden Häuser.

C H O R E O G R A F I E: Matt Bindley, Denise Evrard, Yulia Gerbyna, Joe Monaghan, Juan Pablo Lastras Sanchez, Nadja Rèthey-Prikkel und Gorden Wannhoff

S Z E N O G RA F I E: Torsten Blume

D R A M A T U R G I E: Torsten Blume, Maria Linke

M I T: Anna-Maria Tasarz, Laura Costa Chaud, Yun-Ju Chen, Denise Evrard, Yulia Gerbyna, Gabriella Gilardi, Nadja Rèthey-Prikkel, Ion Beitia, Rai-Hilmar Kirchner, Juan Pablo Lastras Sanchez, Joe Monaghan, Johan Plaitano, Gorden Wannhoff, Kengo Yamazaki