Hochschule für Gestaltung (1919–1933)

Das Bauhaus nimmt in der Geschichte von Kultur, Architektur, Design und Kunst des 20. Jahrhunderts eine ganz besondere Rolle ein. Als eine der ersten Hochschulen für Gestaltung führt es eine Reihe der herausragendsten Architekten und Künstler seiner Zeit zusammen und war neben pädagogisch innovativer Ausbildungsstätte auch Produktionsort.

Weimar

Die Meister und Studierenden des 1919 in Weimar gegründeten Bauhauses wollten durch eine Rückbesinnung auf handwerkliche Traditionen als Grundlage allen künstlerischen Schaffens vorbildliche Gegenstände und Räume für eine künftige humanere Gesellschaft schaffen. Aber es war der Gründer und Direktor Walter Gropius (1883–1969) selbst unter dem das Bauhaus 1923 in einem inneren Klärungsprozess eine Hinwendung zur Industrie vollzog. Mit dem Haus Am Horn wurde eine Vorstellung vom Wohnen der Zukunft vermittelt. Auf Drängen konservativer Kreise wurden 1924 die Mittel für das Bauhaus so drastisch gekürzt, dass es sich einen neuen Wirkungsort suchen musste.

Dessau

In Dessau wurde das Bauhaus zur kommunal getragenen Hochschule für Gestaltung. Anni und Josef Albers, Marianne Brandt, Paul Klee, Wassily Kandinsky, László Moholy-Nagy, Lyonel Feininger – sie alle leben und arbeiten in Dessau. Von 1926 bis 1932 entstehen so berühmte Werke der Kunst und Architektur sowie einflussreiche Designentwürfe. Im Jahr 1928 übernimmt der Schweizer Architekt Hannes Meyer (1889-1954) die Leitung des Bauhauses. Er folgt in seiner Arbeit dem Motto „Volksbedarf statt Luxusbedarf“. Durch industrielle Massenproduktion sollen Produkte für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich werden. Trotz seiner Erfolge wird in der zugespitzten innenpolitischen Lage die marxistische Orientierung Hannes Meyers für die Stadtväter zum Problem, ihm wird 1930 gekündigt.

Unter Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969) entwickelte sich das Bauhaus ab 1930 zu einer Art Technischen Hochschule für Architektur mit zuarbeitenden Kunst- und Werkstattabteilungen.

Berlin

Nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten wurde das Bauhaus im September 1932 aus Dessau vertrieben. In Berlin, wohin die Schule übersiedelte, verblieb ihr nur noch eine kurze Zeit: 1933 erfolgte unter dem Druck der Nationalsozialisten die Selbstauflösung des Bauhauses.

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