Ikone der Moderne – Ausstellung und Konferenz zum Bauhausgebäude 2006/2007

Pünktlich zum 80. Jahrestag der Eröffnung des Bauhauses in Dessau im Dezember 2006 wurden die Sanierungsarbeiten am Gebäude beendet. Diese waren mit der Ernennung zum UNESCO-Welterbe zehn Jahre zuvor beschlossen worden. Mit der Ausstellung „Ikone der Moderne“ und der Konferenz „Moderner Internationalismus – globale Weltkultur“ beging die Stiftung Bauhaus Dessau diese feierlichen Ereignisse. 

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Die 2006 begonnene Sanierung bewältigte die Herausforderung, die Spuren der wechselvollen Geschichte des Bauhauses ablesbar zu lassen und trotzdem das Gebäude wieder näher an das Originalbild von 1926 zu rücken, das seitdem in großen Teilen wieder zu sehen ist. Dabei tritt die Ikone der Moderne, deren Bild über Jahrzehnte durch die berühmten Schwarz-Weiß-Fotografien geprägt war, bunter und sogar ornamentaler in Erscheinung als vor der Sanierung. Im Inneren des Gebäudes wird nun wieder jene historische Heterogenität einer Architektur-Moderne deutlich, die ihre Kontinuitäten und Brüche mit der Kultur des 19. Jahrhunderts nicht verbirgt.

Auftakt der Feierlichkeiten war die zweitägige Konferenz „Moderner Internationalismus – Globale Weltkultur“, die am 1. Dezember 2006 begann. Sie setzte sich mit der besonderen Rolle der Internationalität in der Geschichte und Rezeption des Bauhauses auseinander. Kosmopolitismus und Internationalismus waren Begriffe, die das Projekt der Moderne als revolutionäres Projekt begleitet haben. Die Konferenz hinterfragte deren Gehalt am Beispiel des Bauhauses und spannte dabei den Bogen von den frühen Debatten um Internationalität in den 1920er Jahren bis hin zur heutigen Bedeutung des Bauhauses als UNESCO-Weltkulturerbe. International renommierte Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler, Architekten und Philosophen stritten am 1. und 2. Dezember 2006 um den Stellenwert des Bauhauses als zentralen Referenzpunkt modernen Weltbürgertums streiten.

Die Ausstellung „Ikone der Moderne“, die insbesondere das Gebäude selbst zum Ausstellungsobjekt machte, wurde am 2. Dezember 2006 eröffnet. Markante Raumsituationen werden in besonderer Weise in Szene gesetzt. Darüber hinaus veranschaulichten Fotos, Pläne, Zeichnungen und Archivmaterial die Geschichte des Bauhausgebäudes. Die Ikone der Moderne wurde 80 Jahre nach ihrer Eröffnung auf neue Art präsentiert: als Realisation moderner Architekturprinzipien, als Objekt von Denkmalpflege, als medialisierter Raum und als internationaler Gedächtnisort.

Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung wurde das Bauhausgebäude mit einem Fest gefeiert u. a. mit Livemusik und Filmvorführungen. Führungen ganz anderer Art liessen einen neuen Blick auf das Leben und Arbeiten im Bauhaus zu.

Die Ausstellung wurde durch das Land Sachsen-Anhalt und die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt gefördert.