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Celula Urbana Jacarezinho / Rio De Janeiro

Modellprojekt Celula Urbana

Im Jahr 2000 wurde die Stiftung Bauhaus Dessau von der Stadtverwaltung Rio de Janeiro eingeladen, ein Modellprojekt für eine der 500 Favelas in der brasilianischen Metropole zu entwickeln. Diese internationale Zusammenarbeit an einem Projekt in einer Favela stellte eine Neuerung dar.

Das Modellprojekt Celula Urbana verfolgt eine besondere städtische Entwicklungspolitik: Die in der Favela gewachsenen räumlich-sozialen Strukturen sowie die Favela Architektur an sich werden als etwas Entwicklungsfähiges anerkannt und dienen als Grundlage für städtebauliche Planungen, die die individuellen Lebensperspektiven der Bewohner berücksichtigen.

Kern des Modellprojektes der Stiftung Bauhaus Dessau ist die »urbane Zelle«, ein Modellgebiet, in dem Lösungen für prototypische, in der gesamten Favela anwendbare städtebauliche und architektonische Eingriffe vorgeschlagen werden. Diese erlauben es Bewohnern und Gewerbetreibenden, in Selbstorganisation punktuelle Interventionen vorzunehmen.

Zunächst wurde im Sinne einer behutsamen Stadterneuerung eine neue Parzellenstruktur vorgeschlagen, die eine Vergrößerung der kleinteiligen Parzellen auf ein wirtschaftliches Maß erlaubt. Ziel der Umbaumaßnahmen ist es weiterhin, neben der Optimierung der Grundrisse und der Herstellung von Mindeststandards von Raum- und Wohnungsgrößen den Klimaschutz zu verbessern.

Mittlerweile sind die Umbauplanungen abgeschlossen. Ende 2002 begannen die Baumaßnahmen an Infrastruktur und Gebäuden des Modellblocks. Das erste Gebäude wird Anfang 2004 eingeweiht. Mindestens zwei weitere Gebäude sollen noch im selben Jahr fertig gestellt werden. Darüber hinaus soll mit einem neuen Zugang in die Favela ein weiterer Bestandteil der Bauhausplanungen realisiert werden.

Projektleitung: Prof. Dr. Omar Akbar
Architekten: Silvan Linden, Berlin und Rainer Weisbach, Dessau mit René Weiszbarth, Dessau und Bernhard von Oppeln, Berlin

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