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Urban Footprints: Bata Villes

Bauhaus Kolleg XII (2010/2011)

18. Oktober 2010 bis 3. März 2011 (1. Semester)
21. März 2011 bis 23. Juni 2011 (2. Semester)

 

Die Ausstellung zum Kolleg ab 22. Juni 2011: City Inc. – Bata Cities, Corporate Towns

Und im Schweizerischen Architekturmuseum / S AM in Basel vom 18. August bis 14 Oktober 2012:  Urban Footprints – Bata Villes

Sowie im House of Arts Brno vom 29. März bis 19. Mai 2013: The Bat'a Cities

 

Globale Markenproduzenten hinterlassen überall auf dem Globus ihren „Footprint“: ob Nike, Puma, Apple, Camper oder H&M- die Reichweite der Firmen ist weltumspannend- vom Hersteller, über Zulieferer, bis hin zu den Vertriebsnetzwerken und Shops. Ihrer transnationalen Arbeitsteilung und der damit verbundenen Unsichtbarkeit steht das Bemühen, identifizierbare Orte für ihre Adressaten auszubilden, gegenüber. Die Branding- Debatte hat die neue Rolle von  Architektur und Design bei der Herstellung einer Markenidentität vielfach untersucht. Dass diese Entwicklung nicht neu ist, sondern bereits in den ersten Jahrzehnten des  20.Jahrhundert durch Firmen wie Bata eine internationale Ausprägung erfuhr, ist Gegenstand des Bauhaus Kolleg 2010/2011. Am Beispiel internationaler Satelliten der Firma Bata wird das postgraduale Programm im Vergleich mit aktuellen Markenproduzenten aufzeigen, wie internationale Schuhproduzenten mit ihrem Fußabdruck Regionen und Städte verändern, spezifische Architekturen ausbilden,  Lebensweisen beeinflussen und Konsummuster prägen.

Impressionen von der Ausstellung "The Bat'a Cities" im House of Arts Brno

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Impressionen von der Ausstellung "Urban Footprints – Bata Villes" im S AM in Basel

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Foto: Tom Bisig FOTOGRAFIE Foto: Tom Bisig FOTOGRAFIE Foto: Tom Bisig FOTOGRAFIE

Der Schuhfabrikant Thomas Bata gilt als mitteleuropäischer Henry Ford: Die Organisation der Fabrik, die Struktur des Unternehmens, die Architektur der Stadt, die Planung des Raumes und die Mechanismen der sozialen Kontrolle folgten denselben Prinzipien, die an den Abläufen der effizienten Produktion von Schuhen orientiert waren. Zlin, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hatte, ist eines der wenigen bis heute erhaltenen Beispiele einer  funktionalen Stadt. Bata war zugleich ein globaler Unternehmer: im Streben nach  internationaler Marktführung in der Schuhproduktion initiierte die Firma weltweit Satelliten zur Schuhherstellung, die sowohl in der städtebaulichen als auch architektonischen Anlage dem Zliner Modell folgten. Mit dem Export der Technologien ging auch der Export eines Wohn-und Lebensmodells einher. Die Firma Bata agierte insofern als Modernisierer in eigener Sache, denn mit dem Schuh ging auch ein Versprechen auf Konsum und Wohlstand  um die Welt.

Aufbauend auf den Ergebnissen einer internationalen Konferenz 2009 in Zlin wird das Bauhaus Kolleg zwei ausgewählte Bata-Satelliten, Batanagar in Indien und East Tilbury in Großbritannien, zum Gegenstand von Recherche  und Konzeptarbeit nehmen und diese mit den aktuellen "urban footprints" von globalen Firmen wie Nike oder Camper ins Verhältnis setzen. Die Fallstudien stellen unterschiedliche Szenen der Globalisierung von Stadt, Architektur und Alltagskultur dar, die wichtige Einsichten in die Mechanismen der Produktion von Raum unter den Bedingungen einer globalisierten Wirtschaft und Arbeitsteilung bieten. Gerade der historische Vergleich mit aktuellen Tendenzen wie Nike ermöglicht zudem neue Erkenntnisse in den  Zusammenhang von Standardisierung des Bauens, architektonischer Moderne, Internationalisierung der Wirtschaft und globaler Konsumkultur. Im Ergebnis des Programms entsteht eine Ausstellung, die die historische Perspektive auf die urban footprints des Bata-Unternehmens ins Verhältnis zu gegenwärtigen Raumstrategien globaler Unternehmen setzt.

Weitere Informationen unter http://batacities.bauhaus-dessau.de

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