Interview mit Frank Assmann
Leiter der Bauabteilung

Herr Assmann, Sie sind der Leiter der Bauabteilung. Was wird überhaupt gebaut?

Frank Assmann: Wir bauen ein Museum zur Präsentation und Vermittlung unserer Sammlung, der zweitgrößten Bauhaus-Sammlung weltweit.

Im Dezember 2016 war die Grundsteinlegung. Wie schreiten die Bauarbeiten voran?

Wir haben gerade die Tiefbauarbeiten abgeschlossen. Das ist ein großer Fortschritt, da die Arbeiten in der Baugrube und die Gründung des Bauwerks bautechnisch sehr aufwendig sind. Nun bauen wird das Untergeschoß. Wenn die Decke gegossen ist, können wir uns schon fiktiv ins Foyer stellen. Das wird ein spannender Moment auf der Baustelle – kurz vor Weihnachten.

Wie geht es dann weiter?

Der Rohbau im Erdgeschoß ist schnell abgeschlossen, es müssen nur die beiden Treppenhauskerne gebaut werden. Dann kommt der wesentliche Teil, der konstruktiv und bautechnisch anspruchsvoll ist: Das Bauen der Räume für die Sammlung im Obergeschoß, der so genannten „Black Box“. Im April 2018 soll sie fertig sein. Danach kommt die Fassade.

Der im Wettbewerb ausgewählte Entwurf des spanischen Architektenbüros González Hinz Zabala (addenda architects), war einer von 831. Was ist das besondere an ihm?

Der Entwurf zeichnet sich durch Klarheit, Einfachheit und Schlichtheit in der Konzeption und Umsetzung des Raumprogrammes aus. Er geht mit dem Formenvokabular der Moderne sehr kreativ um. Kein anderer Entwurf hat es geschafft, unseren programmatischen Ansatz eines Laboratoriums, einer Werkstatt, eines offenen Hauses, so umzusetzen.

Wie fügt sich das Gebäude in seine Umgebung ein?

Das Gebäude liegt im Herzen von Dessau. Der Glaskubus macht den Bau zur Stadt genauso wie zum Stadtpark hin transparent. Aber er verbindet auch die Kavalierstraße mit der grünen Parkseite, denn man kann durch das offene Erdgeschoß hindurch laufen.

Was verbindet den neuen Museumsbau mit dem historischen Bauhaus?

Wir haben im Wettbewerb die Frage gestellt: Wie geht Bauen, wie geht Bauhaus im 21. Jahrhundert? Als Antworten wurden zahlreiche Kuben à la Bauhaus und aller Facetten eingereicht und auch Kurioses, Hochhäuser, Untergrundarchitektur und Jahrmärkte. Aber es war dieser Entwurf, der zurückhaltend mit dem Thema Bauhaus agierte, und gleichzeitig die Formensprache der Moderne nutzte. Er hat sie nicht nur zitiert, sondern zeitgenössisch weitergedacht. So ist ihm eine überzeugende Interpretation zum Thema Bauhaus gelungen.