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"Wir sind so zwischen fünf und sechs
Leute - eigentlich mehr, wenn noch die anderen Leute dazukommen... - also
mit dem Umfeld sind das so zehn bis 15" (Interview Phantombüro im April
2001). Diese zehn bis 15 Personen sind "Künstler,
Musiker,
ein Psychologe,
Statiker,
Fernsehleute,
Journalisten,
Taxifahrer"
(ebd.) Der Kern der Gruppe nennt sich Phantombüro. Das mit dem Namen
sei Zufall gewesen: nach Beendigung ihres Kunststudiums an der Städelschule
war eine disparate Gruppe von Künstlern auf der Suche nach einem Raum,
der als Schnittstelle für gemeinsame Arbeiten und als Ersatz für
das institutsinterne Atelier dienen sollte. Zunächst kam man bei einem
Kumpel unter, der den Vertrag aber bald aufkündigte. In der Folgezeit
war zwar ein "Büro" im Sinne einer Kooperation, aber kein gemeinsamer
Raum vorhanden. So vergaben die verschiedenen Mitglieder der Gruppe oft unterschiedliche
Telefonnummern an die Auftraggeber, was - ob gewollte Strategie oder nicht
- zu Verwirrungen führte. "Naja, und dann haben wir gedacht, dass es
halt so ein Phantombüro
ist" (ebd.). Das war 1997.
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Aufgrund finanzieller Engpässe ist das Phantombüro auch in den letzten
Jahren immer wieder umgezogen. Nach einem Aufenthalt in der Junghofstraße
(Innenstadt) und einjähriger "Obdachlosigkeit" residierte die Gruppe
von Mai 1999 bis Februar 2000 in der einstigen Prachtmeile Kaiserstraße,
die heute mitten im Frankfurter Rotlichtviertel liegt. Dort schaffte es Phantombüro
sogar Beate
Uhse naß zu machen.
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Gewiß liegt es nicht an diesem Vorfall, dass die Gruppe heute wieder
ohne festen Raum ist. "Wirklich gute und vor allem bezahlbare Räume in
der Innenstadt zu finden - und die Innenstadtlage ist extrem wichtig für
uns und unsere Arbeit - ist in Frankfurt unheimlich schwer" (ebd.). Gedanken
an die Verwendung des Phantommobils
als gemeinsame Arbeitsplattform wurden wegen Platzmangels verworfen.
"Es passierte am 20.9.1999 in der Nacht von Montag auf Dienstag. Am Abend zuvor veranstalteten wir eine öffentliche Weinprobe. Etwa dreißig Flaschen Wein sorgten für eine feucht-fröhliche Feier. Benebelt wie wir waren, vergaßen wir am Ende leider, den Hauptwasserhahn unserer Räume abzudrehen und ahnten nicht, dass sich dieser feuchte Abend bei unserem Nachbarn direkt unter uns fortsetzen würde. Wir hatten in dem Beate-Uhse-Sex-Shop unter uns einen riesigen Wasserschaden verursacht. Die Dekoration, Wäsche und andere Utensilien, alles war nass. Dies sei aber nicht der größte Schaden, meinte der Filialleiter. Schließlich hatten wir auch die Sexkabinen unter Wasser gesetzt, und das zur IAA-Messezeit, wo diese gerade zu solchen Momenten am meisten frequentiert werden. Diesen Schaden könne man noch nicht abschätzen" (Katalog Phantombüro Kaiserstraße, 2000). |
Zufall - Teil1: "Es ist viel interessanter,
wenn jemand vom Bahnhof
bei uns zufällig vorbeiläuft und reinschaut, als jemand, der
eh schon weiß, ja da ist was. Also dieses Moment des Zufalls und dass
dadurch halt neue Möglichkeiten entstehen, das find ich eigentlich interessant
und das ist natürlich in der Innenstadt viel stärker als in irgendeinem
Wohngebiet" (Interview Phantombüro, April 2001).
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Zufall - Teil2: "Zum Beispiel plante Zoltan Laszlo eine Ausstellung
im Phantombüro. Drei Tage vor Ausstellungsbeginn war ihm noch nicht klar,
was er zeigen würde. Zwei Tage vorher gab es eine drum & bass Party in
den Räumen des Phantombüro, die von einigen der drum & bass Kids
ziemlich 'zugetagt ' wurden. Die besten mit Sprühdosen hingepainteten
'tags' nahm Laszlo als Vorlage, um diese zehnmal größer in einige
Holzwände des Büros zu sägen, die dann wie japanische
Schriftzeichen aussahen und von Jörg Rees mit verschiedenen Licht-
und Videoeffekten illuminiert wurden" (Katalog Phantombüro Kaiserstrasse,
2000).
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Das Moment des Zufalls ist zentrales Element der Arbeitsweise des Phantombüros.
Reizvoll erscheinen Ereignisse, die nicht notwendigerweise eintreten müssen,
sondern vielmehr ohne erkennbare Kausalkette eintreten können. Dadurch
entstehen Möglichkeitsräume, die sich durch Undeterminiertheit und
Instabilität auszeichnen, Räume, die Überraschendes bieten,
leichte Räume, die nicht durch vordefinierte Nutzungen geprägt sind.
Die Stadt dient dem Phantombüro als Experimentierfeld, in dem die Interaktion
zwischen Nutzer, Situation und Raum erprobt wird: Zufall als place making-Strategie.
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Aktuelle und zukünftige (Stadt-)Planungsgremien sollten hellhörig
werden. Sind nutzungsoffene Räume, Flächen, in denen sich unterschiedlichste
Funktionen überlagern können und dadurch Lebendigkeit und Heterogenität
erzeugen, nicht das, wonach gegenwärtig gesucht wird? Anders gefragt:
Sollte sich das gestalterische Augenmerk (gerade in Frankfurt) nicht mehr
auf die Bereitstellung von Aktivitätszonen denn auf den Entwurf objekthafter
Formen konzentrieren?
Das Leichte
Ganz einfach. "Im Prinzip denken wir halt, dass man mit sehr einfachen Mitteln,
mit relativ wenig Geld und ein bißchen Vorstellungsvermögen städtische
Flächen anders nutzen könnte" (Interview Phantombüro, April
2001)
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Die Lust am Ort. "Wir versuchen ganz stark kontextuell, das heißt, auf
den Raum bezogen zu arbeiten. Wir suchen Orte, die von sich aus schon so einen
bestimmten Charme haben, sei es durch die Lage oder wie der Raum beschaffen
ist. Und dann versuchen wir den jeweiligen Ort irgendwie umzukodieren oder
halt den Dingen noch was Neues abzugewinnen" (ebd.).
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Das Schwere
Notlage. "Wir haben aus einer Notlage
heraus - weil wir große Räume bespielen wollten - im Prinzip immer
nur temporär was machen können, also eine Art Zwischennutzung."
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Klage. "Eigentlich müßten wir von der Stadt so unterstützt
werden, dass wir ein festes Büro haben und dann immer wieder, wenn sich
irgendwo Möglichkeiten ergäben, dass wir Liegenschaften von der
Stadt angeboten bekämen, die wir bespielen könnten. Aber das geht
nur, wenn die Stadt im Prinzip das honoriert, was wir tun" (ebd.).
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Unter den Knappheitsbedingungen der 90er Jahre hat sich u. a. die Lage der
Kulturproduzenten stark verändert. Von politischer Seite - und da gilt
England mit der Thatcher-Regierung als Vorreiter - wurde verstärkt der
Versuch unternommen, kulturelle Aktivitäten vom traditionellen Image
des Empfängers finanzieller Unterstützungen zu lösen und zu
einem aggressiveren Werbe- und Unternehmerethos hinzuführen. Im bundesrepublikanischen
Kontext gilt dies besonders unter den verschärft kapitalistischen Bedingungen
des globalen Finanzstandortes Frankfurt. In diesem Kontext führt das
Phantombüro einen Überlebenskampf, dem es teils subversiv-spielerisch
(das Leichte), teils (ein-)klagend (das Schwere) begegnet.
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Die räumliche Entsprechung dieser Situation zeigt sich im Nomadismus
temporärer Aktivitäten. Einerseits spielen ökonomische Rahmenbedingungen
eine entscheidende Rolle. Bespielbare Orte, die aus dem wirtschaftlichen Verwertungszyklus
und der Alltagswahrnehmung der Bevölkerung herausgefallen waren, werden
durch die Kontrolle etablierter Gesellschaftsstrukturen wieder geschluckt.
Andererseits liegt der Nomadismus zeitlich begrenzter Aktivitäten im
Wesen temporärer Nutzungen selbst. Instabilität, Leichtigkeit und
Flexibilität werden zum treibenden Element des Spiels vom phantomähnlichen
Sichtbarwerden und wieder Verschwinden. Darin liegt eine gewaltige Dynamik.
Kurzfristig werden sich auftuende Möglichkeiten genutzt. Man passt sich
den Bedingungen an, hinterläßt eine Botschaft, um wenig später
wieder zu verschwinden.
Im Sommer 1996 eröffnen Dirk Paschke
und Daniel Milohnic - zwei spätere Mitglieder des Phantombüros -
ihre Installation "Hafenbad" im Freilager der Städelateliers inmitten
des Frankfurter Industriegebiets Ost. Planung und Ausführung des gesamten
Projekts nahmen einen Zeitraum von einem Jahr in Anspruch, die Badesaison
selbst dauerte von Ende Mai bis Mitte September 1996.
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Das "Hafenbad" bestand aus zwei
miteinander verschweißten Übersee-Frachtcontainern von jeweils
12 Metern Länge, 2,40 Metern Breite und 3 Metern Höhe. Insgesamt
ergab sich daraus ein Schwimmbecken mit ca. 60 qm Schwimmfläche und einem
Fassungsvermögen von etwa 150.000 Litern. Um die Schwimmfläche herum
errichteten die beiden Erbauer eine Liegefläche aus Holzplanken mit Geländer.
Der Zugang zum drei Meter über ebener Erde gelegenen Schwimmbecken führte
über eine eigens errichtete Stahltreppe.
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Die Container mußten darüber hinaus mit einer seitlich angebrachten
Stahlträgerkonstruktion
gesichert werden, um die von einem Statiker errechneten Materialbelastungen
durch den erwarteten Wasserdruck abzufangen. Aus optischen Überlegungen
heraus wurden die Container zusätzlich mit mehreren verglasten Sichtfenstern
versehen, durch die man die badenden Gäste von außen beobachten
konnte. Komplettiert wurde die Anlage schließlich durch eine angeschlossene
Bar mit Küche, ein Basketballfeld, Tischtennisplatte und Freeclimbing-Wand
sowie andere Freizeiteinrichtungen wie Flippergerät, Musikanlage und
Fernsehgeräte. Als weiteren Bestandteil der Installation errichteten
Dirk Paschke und Daniel Milohnic auf dem Dach des gegenüberliegenden
Ateliergebäudes den orangefarbigen Schriftzug "Hotel", der bei Dunkelheit
beleuchtet werden konnte.
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Die zum Bau
und zur Unterhaltung des Schwimmbads erforderlichen Mittel (rund 40.000 Mark)
wurden zum Teil aus Eigeninitiative und anderweitigen Fördermitteln finanziert.
Zudem betrieben die Erbauer während des Winters
95/96 in den noch leeren und mit einer Plastikfolie bedeckten Containern
die Bar "Après Ski", eine Trucker-Bar, die zusätzliche Einnahmen
brachte.
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"Das ganze Projekt war ganz klar auch ein Hinweis an die Stadt, wie man bessere
Stadtplanung machen könnte. Im Prinzip sah das Ding aus wie ein Modell,
also wir haben das auch nach einem Modell gebaut und es sollte auch Modellfunktion
haben. Aber es hat nichts genützt bei der Stadt" (Interview Phantombüro,
April 2001).
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Neben dem angedeuteten Wink an die Adresse der Stadt verband sich eine weitere
Intention mit dem Projekt. Eine Aktivitätszone
sollte hergestellt werden, eine Wechselwirkung zwischen der Installation,
der umgebenden Architektur und dem Verhalten bzw. den Aktivitäten der
Badegäste. Ohne diese, so die beiden Erbauer, wäre die Installation
unvollständig. "Schon dadurch wird erkennbar, daß es hier nicht
um den Bau eines Ausstellungsobjekts im klassischen Sinne gehen sollte, sondern
um die Herstellung eines öffentlichen Raumes, der von den Menschen, die
sich in ihm aufhalten, in Besitz genommen werden soll." (Thomas Heinrich)
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Das Projekt wurde von Mai bis Oktober 2001 unter dem Titel "Werkschwimmbad"
auf dem Gelände der Kokerei Zollverein Essen erneut realisiert. Infos
unter anderem im Kunstforum 156 (2001), S. 479ff.
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Beschreibung des Schwimmbades in seinen technischen Details basiert auf dem
Text von Thomas Heinrich unter www.phantombuero.de./p>
Unter dem Titel Space Place initiierte eine Gruppe um Matthias Morgenstern Mitte der 90er Jahre einen "Wanderclub", der sich durch das Feiern von Parties Räume, die der Deindustrialisierungsprozess in Frankfurt freisetzte, temporär aneignete und umkodierte. Mittlerweile ist Space Place auf dem Gelände der ehemaligen Milchsackfabrik (Gutleutviertel) seßhaft geworden. Jeden Freitag und Samstag wird dort bis in die Morgenstunden gefeiert und getanzt. Die lokale und internationale Drum'n'Bass-, House- & Big-Beat-Szene wechselt sich dabei ab. Space Place gehört zu den Frankfurter In-Clubs.





Feldtagebucheintrag. Was Ihr Wollt. Was geht. Inszenierter Schlagabtausch
in der Milchsackfabrik, Gutleutstraße 294 (Space
Place und Endless Summer), März 2001. Raumsituation: Hallencharakter,
in der Mitte ein Boxring (quadratische Bühne, roter Teppichboden, Seile
im Quadrat gespannt, Stehtische). Drumherum Sitzbänke und Stehplätze,
erhöhter DJ Pult, Lichttechnik, gebeamte Installationen an den Wänden.
Atmosphäre: interessiert, gespannt, gelassen.
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Die "Podiumsdiskussion" wird als vierrundinger Boxkampf inszeniert. Zu Beginn
der Veranstaltung laufen die geladenen Redner mit jeweiliger Hymne ein. Zwischen
den Runden ertönt eine digital aufbereitete Version des Rockyfilmliedes.
Die Kontrahenten: Petra
Roth (OB, CDU) (komplett in schwarz und elegant-fraulich gekleidet, gelassene
Körperhaltung, Hand in der Tasche, sexy-tiefe Stimme, Erfolgsfrau, Powerfrau,
die sich durchsetzt auch in einem Milieu, in dem sie sich nicht täglich
bewegt, redegewandt), Achim Vandreike (OB-Kandidat/ SPD) (betont lässig
gekleidet, in Jeans, Lederjacke und schwarzen Schuhen, sein Stil verrät
das Bild von Jugend, das er im Kopf hat und das wohl seit mindestens zehn
Jahren nicht mehr aktualisiert wurde), Walter E. Baumann (FR, Galerie Station)
(superrelaxter Altlinker, witzig, kommt gut an beim Publikum), Matthias Morgenstern
(Space Place-Betreiber/Nachttanzdemo-Veranstalter, Ex-DL-Mitglied, argumentiert
hauptsächlich aus seiner ganz persönlichen, zweckgerichteten Perspektive
(Verbesserung des Service Centers, Ordnungsamt, Lärmschutzordnung)),
Hans Romanov (Frankfurter Undergroundlegende, nun temporär im Pariser
Exil, wird mit dem größten Jubel empfangen, er ist überaus
breiter Konsens in der Szene, gibt sich cool, ein bißchen machohaft,
ziemlich distanziert, man weiß nicht, warum er eigentlich an dieser
Diskussion teilnimmt und was er wirklich denkt). Moderator: ein witziger,
frecher, junger, gutangezogener Typ von der hr-LateLounge (Roberto Cappelluti).
Eintritt: 15 Mark (eine Unverschämtheit für eine Podiumsdiskussion
(Wahlkampfveranstaltung!!!)), man hätte vielleicht nur für die anschließende
Party was nehmen sollen. Außerdem wurde die Veranstaltung dick gesponsert
(Journal Frankfurt).
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Das ganze irritiert. Morgenstern (Organisator) bietet Roth und Vandreike in
der heißen Phase des Wahlkampfes eine tolle Plattform, Leute
zu erreichen, die sie normalerweise nie erreichen würden. Andererseits
- mindestens 90 Prozent der Anwesenden würde niemals einen dieser Beiden
wählen. Vielleicht schmückt man sich als PolitikerIn im Nachhinein
gerne mit dem Besuch in der Szene und dem "offenen Ohr", das man für
die "jungen Leute" hat. Die Inszenierung der Veranstaltung als Schlagabtausch
im Boxring könnte ironisierend gemeint oder auch einfach nur unkonventionell
gemacht sein (eher letzteres). Die Anwesenden: das sind die Leute, die sich
in Frankfurt als "die Subkulturszene" definieren. Interessant ist die Verschränkung
von PartyLeuten, PartyVeranstaltern, Künstlern (wie Station Rose) und
politisch Aktiven (viele Vertreter des Uni-AstA wie der Kulturreferent, Radikaldemokraten,
Jusos, RCDSler, Junge Union (ausgepfiffen)).
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Die Entwicklung im Frankfurter Nachtleben seit 1996/97 ist eine politische,
künstlerische und feiernde gleichermaßen. Bsp.: Nachttanzdemo (die
97er mit politisch radikalen Parolen endete mit einem massiven Polizeieinsatz),
gemeinsam kämpft man gegen das gehasste Ordnungsamt, das durch kleinliche
Auslegungen der Gesetze und wenig Feingefühl auffällt. Gegenbeispiel
Offenbach, wo sich Romanov mit dem rotari wie "im Paradies vorkam".
| Runde 1 | Frankfurt - Kleinste Metropole oder größtes Dorf der Welt? |
| Runde 2 | Sperrzeit vs. Lärm |
| Runde 3 | Verwaltung vs. Bürger - Wer hat das Sagen? |
| Runde 4 | Kulturpolitik K.O oder O.K? |
Mit welchem Grad an Reflexivität die Partyszene Frankfurts
ihre eigenen Aktivitäten verfolgt, zeigt das Projekt SPACEinPLACE, das
auf der Webseite von space-place.de
beschrieben wird:
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"Das Projekt SPACEinPLACE untersucht die Möglichkeiten, mit medialen
Technologien konventionelle urbane Handlungs- und Steuerungsstrukturen
zu unterlaufen. Ausgangspunkt ist die Club-Szene, die sich leerstehende Räume
aneignet und mit einem Minimum an Investitionen in temporäre Brennpunkte
ihrer Kultur umwandelt.
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Es entsteht ein neues urbanes Netz, das durch Aktionen in diesen "Zwischenräumen"
sichtbar wird. Die Fäden, aus denen dieses Netz
besteht, liegen im Verborgenen. Der Außenstehende hat den Eindruck,
daß, wie aus dem Nichts, eine alte
Lagerhalle, ein ungenutzter U-Bahnabschnitt oder eine Fußgängerunterführung
unter einer Autobahn zum Veranstaltungsort wird.
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Hinter diesem plötzlichen Auftauchen steht eine Struktur, die auf den
Prinzipien der verteilten Information beruht. Menschen, sensibel für
ihr urbanes Umfeld, neue Technologien und akkustische Signale, geben den Input
in die Masse. Aus den Informationen entsteht ein Wissen um die Beeinflussung
des Raumempfindens durch audiovisuelle Technologie. Aus diesem Kontext entstehen
"Projekte", die an einem Termin an einem Ort vorgeführt und zuvor mittels
Flyer und Mailinglisten propagiert werden.
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Das Projekt SPACEinPLACE transformiert diese Art der Informationsverarbeitung
auf eine räumliche Ebene. Die Bereitstellung eines Netzwerks, sowohl
im physischen urbanen, als auch im immateriellen, digitalen Raum, soll bei
denen, die damit in Berührung kommen, eine Intervention provozieren und
in einer sich selbst entwickelnden Effizienz räumliche Potentiale aufbauen."
(Quelle: www.space-place.de)
"...ursprünglich meldete Nachttanzdemo
Frankfurt seine Straßenparty
für die traditionelle Umzugsstrecke durch die Innenstadt an. In einem
"Kooperationsgespräch" mit dem Ordnungsamt musste dies jedoch geändert
werden. Klaus Diekmann, in der Behörde für Versammlungen zuständig,
sagte, man habe auf eine Route
durch relativ spärlich bewohnte Gebiete gedrängt. Die Innenstadt
werde kaum berührt, der östlichste Punkt sei die Hauptwache" (dpa-Mitteilung
26.08.2001).