Nachlässe

In der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau befinden sich mehrere Nachlässe bzw. Nachlasskonvolute von ehemaligen Schülern und Lehrern des Bauhauses.

Nachlass Franz Ehrlich

Franz Ehrlich (1907-1984) war Bauhausschüler und -mitarbeiter. Er wurde später einer der bedeutendsten Architekten der DDR. Sein Nachlass enthält ca. 7.000 Positionen, darunter Akten, Kunstwerke, Möbel, Pläne, Studien, Fotografien und Publikationen. Er gehört zu den umfangreichsten Nachlässen, ist insbesondere architektur- und designhistorisch und für das Wirken von Bauhäuslern in Deutschland von 1933 bis 1945 sowie in der DDR relevant.

Nachlass Reinhold Rossig

Der Bauhausschüler Reinhold Rossig (1903-1979) arbeitete in der DDR als Architekt, Maler und Grafiker. Die ca. 1600 Grafiken, Gemälde, Architekturzeichnungen und Dokumente sind vor allem hinsichtlich der Ausbildung in den freien Malklassen bei Paul Klee und Wassily Kandinsky und der differenzierten Kunstproduktion am Bauhaus interessant.

Nachlass Carl Fieger

Carl Fieger (1893-1960) war Architekt und Bauhauslehrer. Sein Nachlass hat ca. 700 Positionen, darunter Architekturzeichnungen, Fotografien, Möbel, Publikationen und Dokumente. Er war langjähriger und enger Mitarbeiter von Walter Gropius, bekannt wurde er vor allem als dessen Zeichner von Architekturentwürfen wie dem Bauhausgebäude. Auch Beispiele für sein späteres Schaffen finden sich im Nachlass.

Teilnachlass Hannes Meyer

Hannes Meyer (1889-1954) war Architekt und ein wichtiger Vertreter der Moderne. Er leitete ab 1927 die erste reguläre Architekturausbildung am Bauhaus; von 1928 bis 1930 wirkte er als zweiter Bauhausdirektor. Der Teilnachlass besteht aus ca. 1.200 Architekturzeichnungen, Fotografien und Korrespondenzen. Architekturgeschichtlich ist er besonders hinsichtlich der Bauhausgeschichte und der Wirkung der Bauhäusler in der Sowjetunion und in Mexiko interessant.

Teilnachlass Lena Meyer-Bergner

Die Bauhausschülerin Lena Meyer-Bergner (1906-1981) arbeitete als Weberin und Architektin. Den vorliegenden Teil ihres Nachlasses bilden Skizzen, Studien, Fotografien und Korrespondenzen. Die insgesamt ca. 400 Objekte geben vor allem über den Unterricht am Bauhaus und die Bauhausweberei Aufschluss.

Nachlasskonvolut Alma Else und Friedrich Engemann

Friedrich Engemann (1898-1970) war Bauhauslehrer, stellvertretender Bauhausdirektor und Architekt. An der Hochschule für Kunst und Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle an der Saale prägte er die Designentwicklung in der DDR mit. Sein Nachlass umfasst ca. 1.350 Architekturzeichnungen, Dokumente und Fotografien. Besonders bedeutsam ist er in Hinblick auf die Bauhausgeschichte und auf die Bauhausrezeption in der DDR. Aber auch regionalhistorisch ist er aufschlussreich. Der Nachlassteil von Alma Else Engemann enthält Arbeiten aus dem Unterricht u. a. bei Wassily Kandinsky und aus der Webereiwerkstatt.

Nachlasskonvolut Konrad Püschel

Rund 1.700 Objekte umfasst das Nachlasskonvolut des Bauhausschülers und Hochschullehrers Konrad Püschel (1907-1997). Als Architekt war er in der DDR an Dorfplanungen beteiligt. Die Architekturzeichnungen, Studien, Fotografien und Korrespondenzen sind bedeutsame Zeugnisse der Ausbildung am Bauhaus und geben Aufschluss über alle von ihm durchlaufenen Unterrichtsgebiete und Werkstätten. Zugleich stehen sie für die Tätigkeit der Bauhäusler in der Sowjetunion, in der DDR und in Nordkorea.

Nachlasskonvolut Marianne Brandt

Marianne Brandt (1893-1983) ist als eine der bedeutendsten Gestalterinnen am Bauhaus und der Moderne der 1920er Jahre zu bezeichnen. Der Nachlass der Bauhausschülerin und -mitarbeiterin beinhaltet ca. 800 Grafiken, Gemälde, Zeichnungen, Objekte, Fotografien, Collagen und Korrespondenzen.

Nachlasskonvolut Carl Marx

Der Maler und Grafiker Carl Marx (1911-1991) studierte von 1932 bis 1933 am Bauhaus in Dessau und Berlin. Der Teilnachlass an der Stiftung Bauhaus Dessau umfasst ca. 145 künstlerische Werke, darunter solche für die Kunstgeschichte der DDR bedeutende Gemälde wie „Katzentheater“ (1957) und „Backfisch-Aquarium“ (1964). Daneben existieren mehrere hundert Briefe und Dokumente. Mehr als 30 Arbeiten und Dokumente stammen aus der Bauhauszeit des Künstlers, darunter seine Vorkursstudien, sein Bauhaus-Ausweis und Briefe der Bauhaus-Direktion mit der Unterschrift Ludwig Mies van der Rohes.

Nachlass Elsa Thiemann

Der Nachlass der Fotografin umfasst ca. 4000 Positive und Negative aus den Jahren 1930 bis circa 1970.

Depositum Söre Popitz

Das Depositum Söre Popitz beseht aus ca. 450 Werken – überwiegend aus dem Spätwerk der ehemaligen Schülerin von László Moholy-Nagy.

Depositum Korona Krause und Hermann Gautel

Das Depositum der beiden Bauhausschüler besteht aus Materialien (Unterrichtsmitschriften, Textilien, Dokumenten etc.) aus der Bauhausweberei und der Weberei der Burg Giebichenstein Halle.

Bröhan-Sammlung

Die Werkgruppe der so genannten Bröhan-Sammlung wurde wie schon oben erwähnt im Oktober des Jahres 1991 durch das Land Sachsen-Anhalt auf einer Auktion in London erworben. Der Düsseldorfer Kunsthändler Torsten Bröhan hatte insgesamt 29 Möbel bzw. Möbelgruppen, 157 Designobjekte, 29 Schmuckobjekte, 54 Werke der bildenden Kunst und drei Textilien zur Versteigerung gebracht. Mit der Gründung der Stiftung Bauhaus Dessau wurde das erworbene Material in das Stiftungsvermögen eingebracht. Dabei handelt es sich um eine breite Palette an Kunst- und Designobjekten aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Im Designbereich repräsentieren die ca. 250 zum Teil exklusiven Stücke namhafter Designer Schwerpunkte der europäischen Designgeschichte seit 1900, darunter Arbeiten von Henry van de Velde, Josef Maria Olbrich, Adolf Loos, Otto Wagner, Peter Behrens, Bruno Paul und Gerrit Th. Rietveld. Neben Stahlrohrmöbeln von Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe enthält die Sammlung Gemälde, Aquarelle und Druckgrafiken u. a. von Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Karl Peter Röhl, László Moholy-Nagy, Max Burchartz, Karl Hermann Haupt, Georg Muche, Lothar Schreyer, Gerhard Marcks und Werner Graeff.