Bühnenprojekte

Auf der Bauhausbühne konzipiert und realisiert der Bereich Bühne heute Eigen- und Koproduktionen, die Fragestellungen der historischen Bauhausbühne aufgreifen und im Kontext zeitgenössischer Diskurse der Tanz- und Performancekunst aktualisieren. Dazu werden internationale Tänzer, Schauspieler und Musiker, aber auch bildende Künstler, Architekten, Stadtplaner und Designer zur Mitarbeit eingeladen. Thema dieses ungewöhnlichen Laboratoriums sind vor allem Konzepte und Ideen zur theatralischen Verwandlung und Inszenierung von Räumen. Im Sinne eines interdisziplinären Raumtheaters entwickelt und erprobt die Stiftung Bauhaus Dessau hier performative Methoden und Konzepte der Rauminterpretation. Im produktiven Wechselverhältnis von Architektur und darstellenden Künsten arbeitet die Bühne künstlerisch gestaltend und wissenschaftlich forschend zugleich.

APPARATUS

Tanzperfomance am Kunitachi College of Music, Tokio, am 21. September 2010

APPARATUS ist eine innerhalb weniger Tage entwickelte Performance, die den Grundriss der Dessauer Bauhausbühne in den Konzertsaal des Kunitachi College übertrug, um mit den Stühlen des Publikums neue Bewegungsmöglichkeiten im Zusammenspiel von Körper und Gerät (Stuhl) auszuloten. Die Performance reflektierte die von Oskar Schlemmer von 1926 bis 1929 in Dessau entwickelten "Raumtänze" und knüpfte mit ihrem Modus des Aufführens und Verwandelns eines vorhandenen Raumes methodisch und konzeptionell an die seit 2008 im Bühnenstudio der Stiftung Bauhaus Dessau entstandene Performance-Serie recorddances an. Aufführung als Teil einer lecture performance auf Einladung des Kunitachi College of Music in Tokio, Japan, am 21. September 2010.

Konzeption, Choreografie, Regie: Yun-Ju Chen, Torsten Blume Szenografie: Torsten Blume Tanz: Yun-Ju Chen, Kengo Yamazaki Sound, Musik: Shintaro Imai

HALLWAY

Tanzperformance auf der Bauhausbühne am 26. Juni 2010

HALLWAY dekonstruiert Klischees vom Tänzer als Darsteller des permanent beweglichen und unabhängigen Subjekts voller Leichtigkeit und Anpassungsfähigkeit. Die für diese Untersuchung eingerichtete Bühne ist ein Korridor, gebildet aus Reproduktionen von Möbeln, die Marcel Breuer einst für das Dessauer Bauhausgebäude entworfen hatte. In ihm suchen die Tänzer nach Bewegungsmöglichkeiten im Zugriff auf eine sehr gewöhnliche Realität. Der Raum wird demonstriert, dekonstruiert und immer wieder neu montiert. Premiere am 26. Juni 2010.

Konzeption, Choreografie, Regie: Yun-Ju Chen, Torsten Blume Szenografie: Torsten Blume Tanz: Yun-Ju Chen, Ion Beitia Fernandez, Kengo Yamazaki Sound, Musik: Shintaro Imai Licht: Henning Höhne Kamera: Doku TV Wettin