Thema: Stadt und Raum – Gestaltungsarbeit im urbanen Kontext

Die Stiftung Bauhaus Dessau stellt sich die Aufgabe, vor dem Hintergrund einer umfassenden Analyse städtischer Lebenswelten gestalterische Beiträge zur Zukunft unserer Städte zu leisten.

Im urbanen Kontext werden heute ökonomische, politische und kulturelle Instrumente zur Lösung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme entwickelt und getestet. Gerade die weltweit stattfindenden Transformationen der Städte fordern von Gestaltern die Verknüpfung unterschiedlicher Dimensionen und Handlungsebenen. Den disziplinären Hintergrund für einen solchen komplexen Gestaltungsanspruch bilden Stadtplanung, Architektur, die bildende und darstellende Kunst, das Design sowie die Sozial- und Geisteswissenschaften.

Die Gestaltungsarbeit des Bauhauses fokussierte sich in den 1920er Jahren auf den Bau, konkret auf das moderne Haus und seine Ausstattung sowie auf die Siedlung am Stadtrand. Damals galt es, unter schwierigen ökonomischen Bedingungen gesunden Wohnraum für eine zunehmende Stadtbevölkerung zu schaffen. Die Antworten des Neuen Bauens waren visionär und praktisch zugleich; sie versuchten, die neuen Technologien zu nutzen, der Rationalität zum Durchbruch zu verhelfen und mit der funktionalen Form auch den sozialen Herausforderungen gerecht zu werden.

Wenn heute das Städtische im Zentrum des Arbeitsprogramms steht, muss sich die Stiftung Bauhaus Dessau auch mit den Folgen ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen. Phänomene, die mit den Schlagworten Globalisierung, virtuelle und Erlebniswelten, Peripherie und Amerikanisierung der Städte, Informationsgesellschaft und Individualisierung beschrieben werden, beobachten wir in allen Städten der Welt. Wohnquartiere und öffentliche Bauten, Fabriken und öffentliche Räume, ihre Beziehungen untereinander, ihre Nutzung durch Einheimische und Fremde, die Verfügungsgewalt und das Gestaltungsrecht im städtischen Raum müssen analysiert werden, um dann zu neuen Entwürfen zu kommen.