Die neue Bibliothek – Umbau der Kaufhalle am Bauhaus (2012)

Dessau-Roßlau erhielt 2012 eine neue Bibliothek. Ab August 2009 wurde die ehemalige Kaufhalle vom Berliner Büro Reiner Becker umgebaut und wurde im März 2012 vom Finanzminister des Landes Sachsen-Anhalt Jens Bullerjahn als Bibliothek der Stiftung Bauhaus Dessau und der Hochschule Anhalt neu eröffnet. Die beiden Bibliotheken am Bauhaus verfügen zusammen über mehr als 80.000 Bücher und Zeitschriften. Die Hochschulbibliothek dient als öffentliche Einrichtung der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Ausbildung, der beruflichen Arbeit und der Fortbildung. Für die Hochschulbibliothek stehen die Aufgaben für Forschung, Lehre und Studium im Vordergrund. Der StandortDessau umfasst die Fächer Architektur, Facility Management, Design, Vermessungswesen und Geoinformationssysteme. Die Bibliothek der Stiftung Bauhaus Dessau dient als öffentliche Forschungs- und Informationsbibliothek zur Bauhausgeschichte und -rezeption sowie zur allgemeinen Projektarbeit der Stiftung.

Die Idee, die Bibliotheken beider Institutionen an einem Standort zusammenzuführen, reicht bis in die 1990er Jahre zurück. Die Wahl fiel auf eine leerstehende Kaufhalle mit Tanzcafé in der Dessauer Gropiusallee. Sie entstand 1961/62 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bauhausgebäude und beherbergte auch ein Tanzcafé. Nach der Wende gerieten die architektonischen Qualitäten des Gebäudes durch Umbauten und Leerstand in Vergessenheit. Der Architekt Hermann Rey griff bei der Gestaltung der Hauptansichten nicht nur gekonnt auf zentrale Elemente der Bauhausarchitektur von Walter Gropius zurück, sondern erwies auch den internationalen Strömungen der damaligen Architektur seine Referenz. Rey dynamisierte und aktualisierte die vormals streng kubische Sachlichkeit der Bauhaus- Moderne. Mit dieser Mischung aus Zitaten der klassischen Moderne und aktuellen Tendenzen spiegelt die Dessauer Bauhaus-Kaufhalle mustergültig den Zeitgeist der frühen 1960er Jahre. Darüber hinaus war und ist das Gebäude gerade durch die Nachbarschaft zum Bauhausgebäude – dem Sinnbild einer universellen Moderne schlechthin – auch ein einmaliges Dokument der Hoffnungen und Sehnsüchte, aber auch der Widersprüche und Ambivalenzen im geteilten Nachkriegsdeutschland.

Nachdem der Stadt 2003 der Erwerb des Gebäudes von einer Einzelhandelskette gelungen war, fand 2008 ein wertneutraler Liegenschaftstausch mit dem Land statt, und die Bewirtschaftung des Anwesens wurde daraufhin an die Hochschule übertragen. Damit waren die Weichen gestellt, dass beide Bibliotheken nach mehr als zehn Jahren mit Interimslösungen einen festen Standort erhalten konnten.

Die beiden Bibliotheken am Bauhaus verfügen zusammen über mehr als 80.000 Bücher und Zeitschriften. Die Hochschulbibliothek dient als öffentliche Einrichtung der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Ausbildung, der beruflichen Arbeit und der Fortbildung. Für die Hochschulbibliothek stehen die Aufgaben für Forschung, Lehre und Studium im Vordergrund. Der Standort Dessau umfasst die Fächer Architektur, Facility Management, Design, Vermessungswesen und Geoinformationssysteme. Die Bibliothek der Stiftung Bauhaus Dessau dient als öffentliche Forschungs- und Informationsbibliothek zur Bauhausgeschichte und -rezeption sowie zur allgemeinen Projektarbeit der Stiftung.

Mittels einer geschickten Balance aus Rück- und Neubau im Bestand wurden sowohl die ursprünglichen Qualitäten des Entwurfs der Kaufhalle wieder freigelegt, als auch das Gebäude für seine künftige Nutzung hergerichtet. Der Umbau des Gebäudes und die Gestaltung des Umfeldes stellten im Rahmen der IBA-Stadtumbau 2010 auch einen Beitrag zur Stärkung der Innenstadt von Dessau-Roßlau dar. Realisiert wurde das Projekt mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt, Bauherr war der Landesbetrieb Bau, Sachsen-Anhalt, Niederlassung Ost.

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