Universalkommunikation? „Wie das Bauhaus unser Sehen prägt – bis heute“ – Vortrag von Prof. Dr. Patrick Rössler

  • 4. November 2015, 18 Uhr im Bauhaus Dessau. 
  • Eintritt frei.

Das Bauhaus entwickelte als Institution eine unverwechselbare Bildsprache, auch jenseits der individuellen Handschriften der einzelnen Künstlerpersönlichkeiten. Seine interne und externe Kommunikation war ihrer Zeit weit voraus und folgte schon früh einem ganzheitlichen Konzept, das internationale Tendenzen aufgriff, und anschließend selbst internationale Ausstrahlungseffekte zeigte. Dieses „Neue Sehen“ auf Grundlage einer „Neuen Typographie“ ist heute ganz selbstverständlicher Teil unserer visuellen Sozialisation, war in seiner Zeit aber ein Bruch mit den Traditionen, aufregend und ästhetisch herausfordernd zugleich.

Das Bauhaus in Dessau diente dabei als Katalysator nicht nur für eine globale Verbreitung, sondern genauso für einen Kreativitätsschub in der gesamten Region Sachsen-Anhalt, wo die Innovationen an verschiedenen Orten adaptiert wurden. Der Vortrag beleuchtet gerade diese regionalen Wurzeln einer universal gedachten Kommunikation, stellt ihre wesentlichen Akteure vor, und zeigt das Wechselspiel zwischen dem Bauhaus und seinem kommunikativen Umfeld auf. Eine zentrale These lautet, dass es dem Bauhaus dabei schon in seiner Zeit erfolgreich gelungen ist, eine Zeitströmung mit dem eigenen Branding zu versehen und so dauerhaft zu prägen.

Der Vortrag findet im Rahmen des Projektes „Große Pläne! Die Angewandte Moderne in Sachsen-Anhalt 1919–1933“ statt.

Die Moderation übernimmt Torsten Blume, Kurator der Ausstellung „Moderne Typen, Fantasten und Erfinder“, die am 3. Mai 2016 in der Stiftung Bauhaus Dessau eröffnet wird.

Prof. Dr. Patrick Rössler lehrt seit 2003 Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Empirische Kommunikationsforschung/Methoden an der Universität Erfurt. Er publizierte bereits mehrfach zum Thema "Bauhaus".

*Bild: Franz Ehrlich, Einladung zum "Bauhausfasching am 1 märz", 1930, Ausschnitt. Stiftung Bauhaus Dessau, I 1007 D.