Not a Penguin Pool

Im Frühjahr 2023 hat eine sich Gruppe Forschender aus den Bereichen Architektur, Kunst, Kulturwissenschaften und kuratorischer Praxis auf Einladung der Akademie der Stiftung Bauhaus Dessau intensiv mit dem modernistischen Pinguingehege befasst, das 1934 von Berthold Lubetkin und der Gruppe Tecton in Zusammenarbeit mit Ove Arup im Londoner Zoo errichtet wurde. Dem Bau mit seiner ikonischen Architektur wurde seither einerseits große Anerkennung zuteil. Andererseits brachte ihm der Umstand, dass er für eine artgerechte Unterbringung von Pinguinen nur bedingt geeignet war, auch einige Kritik ein. Die letzten Tiere konnten 2004 in ein anderes Gehege umziehen. So etwas wie ein gutes Design für einen Käfig gibt es nicht.

Nach dieser Kontroverse blieb das stille Becken inmitten des geschäftigen Zoos als ein faszinierendes Relikt zurück, düster und skurril zugleich. Sowohl in der Auseinandersetzung mit dem Ort selbst als auch in der Beschäftigung mit Originalquellen in Archiven haben die Forschenden jeweils subjektive Lesarten entwickelt, reflektiert, geteilt. Die Ausstellung bildet diese unterschiedlichen epistemologischen Zugriffe auf den Pinguinpool anhand eines Spektrums theoretischer, biologischer und kultureller Phänomene ab, die zwischen Architektur, Geschichtsschreibung und mehr-als-menschlichen Verstrickungen angesiedelt sind. Diese vielfältigen Denkweisen über den Pool werden durch eine Reihe von Archivalien, künstlerischer Arbeiten, Texten und somatischen Praktiken anschaulich gemacht. Das kollektiv erarbeitete Display, eine Übertragung der Umrisse des Pools im Originalmaßstab in die Metallwerkstatt, schafft einen Resonanzraum für multiple Konversationen mit dem Pinguingehege und dessen weitreichenden Geografien zwischen dem Zoo in London, dem Ausstellungsraum im Bauhaus in Dessau und den antarktischen Lebensräumen, die der Pool zum Hintergrund hatte.

 

Not a Penguin Pool: Echoes of More-than-Human Entanglements ist eine kollektive Arbeit, die von einer internationalen Gruppe eingeladenerKünstler*innen, Architekt​*innen, Kurator​*innen und Forschenden entwickelt wurde.

Mitwirkende

Die Teilnehmer*innen des Bauhaus Lab 2023 sind: Andrea Palášti, Daniella Camarena, Julieta Pestarino, Nicolás Penna, Patricia Roig Canepa, Sarah Kantrowitz und Yujia Bian, unterstützt von Regina Bittner und Philipp Sack (Akademie der Stiftung Bauhaus Dessau).

 

Die Teilnahme von Andrea Palasti wurde gefördert vom Culture Moves Europe grant des Goethe-Instituts und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union. Die hier zum Ausdruck gebrachten Ansichten spiegeln in keiner Weise die Ansichten der Europäischen Union wider.