Bauhaus Dessau

Archäologie der Moderne.
Bauforschung Bauhaus Bauten Dessau

Ausstellung ab 3. Oktober
täglich 10 – 17 Uhr
Bauhausgebäude, Sockelgeschoss Werkstattflügel

Meterlang stehen Fenster aufgereiht. Fenster mit Fensterkreuzen, schmale, breite, manche mit Holz- und andere mit Metallrahmen, einige in gutem Zustand und viele, denen man ihre knapp hundert Jahre Alter ansieht. Sie kommen aus dem Bauhausgebäude, aus den Meisterhäusern oder dem Haus Anton in Dessau-Törten. Alle tragen sie einen Inventarzettel, der Informationen über Herkunft, Alter und Fundort gibt. Im Bauforschungsarchiv lagern die eigentlichen, die materiellen Schätze des Bauhauses. Sie aufzubewahren und zu erforschen ist die Aufgabe des Bauforschungsarchivs.


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Torfoleum aus dem Meisterhaus Kandinsky/Klee, 1926, Hergestellt von den Torfoleum-Werken Eduard Dyckerhoff, Poggenhagen bei Hannover, Inv.-Nr. I 17040 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Gunter Binsack
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Bauforschungsarchiv, Jurkostein / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Gunter Binsack
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ
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Ausstellungen "Archäologie der Moderne", Bauhausgebäude, 5.10.2019 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Thomas Meyer / OSTKREUZ

Die Ausstellung

Ob Türklinken und Badewannen oder Farbproben und Betonstücke, im Bauforschungsarchiv der Stiftung Bauhaus Dessau sammeln und erforschen die Wissenschaftler*innen Bauteile und Materialien zur Architektur der Moderne. Eine weltweit einzigartige Sammlung von originalen Zeugnissen, die bisher weithin unbekannt ist. Die Ausstellung Archäologie der Moderne. Bauforschung Bauhaus Bauten Dessau im Bauhausgebäude zeigt einen Ausschnitt aus dem Bauforschungsarchiv und verdeutlicht anhand von Bauteilen und Baumaterialien, Plänen und Zeitzeug*innenberichten das Zusammenspiel von Material und Architektur der Moderne.

Die Bauhausbauten in Dessau sind Prototypen – auch in Sachen Baumaterialien. Insbesondere Stahl, Glas und Beton eröffneten den Bauhäusler*innen neue Möglichkeiten. Walter Gropius schrieb: „diese neuen baumaterialien – eisen, beton, glas – haben es infolge ihrer festigkeit und molekularen dichtigkeit erst ermöglicht unter größter ersparnis an konstruktionsmasse, weitgespannte, lichtdurchflutete räume und gebäude zu erbauen …“ Erprobt wurden diese neuen Möglichkeiten ganz praktisch an den Bauhausbauten.

Viel Wissen über die einst modernen, mittlerweile jedoch historischen Materialien ist über die Jahrzehnte hinweg verloren gegangen. Viele Materialien erwiesen sich als brauchbar und setzten sich durch. Einige allerdings auch nicht. Sie wurden bei späteren Sanierungsmaßnahmen einfach ersetzt, scheinbar unwichtige Dinge wie Elektroleitungen oder Fußböden meist entsorgt. Im Bauforschungsarchiv finden jedoch auch sie einen Platz. Sie werden gesichert, untersucht und immer wieder zu noch offenen Fragen der Architektur der Moderne befragt.

Assemblage Fritz Horstman 1 × 8 m 2019

A s s e m b l a g e   v o n   F r i t z   H o r s t m a n

Eine Assemblage des Künstlers Fritz Horstman von der Josef und Anni Albers Foundation eröffnet  einen künstlerischen Zugang auf die Architektur und ihre Materialien. Sie zeigt eine Möglichkeit, das  Material aus dem Bauforschungsarchiv zu verwenden. Spezielle Materialproben und Bauteile für die Installation in der Ausstellung werden in Absprache mit Monika Markgraf, der Leiterin des Bauforschungsarchivs, ausgewählt. Die hier und in der Ausstellung gezeigten Objekte hat Fritz Horstman  ausgewählt und arrangiert, um das Konzept von Organisation und Verschiedenheit im Archiv vorzustellen und gleichzeitig die bestehende Organisation des Archivs nicht zu stören.

Die Annäherung an die Assemblage erfolgte mit Blick auf die Matiere, eine Aufgabe, die Studierende am Bauhaus für die visuellhaptischen Qualitäten eines Materials sensibilisierte. Wie in einer musikalischen Komposition tauchen Motive und Leitmotive, die wieder und wieder erscheinen, in dieser Komposition auf. Die Assemblage beabsichtigt, eine von verschiedenen Annäherungen und Interpretationen des Archivs zu sein.