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Hilberseimer – Infrastrukturen der Moderne

// Internationale Konferenz
27. – 29. Okt. 2021
Bauhaus Museum Dessau

Ludwig Hilberseimer (1885–1967) gilt als einer der führenden Theoretiker des Neuen Bauens, insbesondere des modernen, funktionalen Städtebaus. Dieses Bild prägt bis heute die Sicht auf den Architekten, Stadtplaner und Lehrer. Seine weitere Entwicklung, die am Dessauer Bauhaus ab 1928 ihren Ausgang nahm, wurde lange wenig beachtet. Erst in den vergangenen Jahren ist die Vielfältigkeit des Werks von Ludwig Hilberseimer neu in den Blick genommen worden: die Kunstkritiken der 1920er-Jahre in den Sozialistischen Monatsheften, die emotionale Intensität seiner frühen Exiljahre in Chicago oder der ökologische Urbanismus seiner späten Schaffensphase.

Überblicke zu Leben und Werk von Ludwig Hilberseimer erschienen in der von Vittorio Gregotti herausgegebenen Nummer 27 (1986) der Zeitschrift Rassegna und im Band In the Shadow of Mies: Ludwig Hilberseimer – Architect, Educator and Urban Planner (1988) vor mehr als 30 Jahren.

Die internationale Konferenz Hilberseimer: Infrastrukturen der Moderne unternimmt den Versuch, die Gesamtheit des Hilberseimer’schen Schaffens in ihrer Breite und Relevanz für die Gegenwart zu diskutieren.

Die Stiftung Bauhaus Dessau widmet sich 2021 dem Jahresthema „Infrastruktur“. Als Schlüsselkonzept der Moderne ist Infrastruktur mit diversen kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und nicht zuletzt architektonischen wie urbanen Phänomenen eng verknüpft. Im Rahmen der Konferenz dienen Infrastrukturen als Leitmotiv, sie offenbaren den paradigmatischen Charakter von Leben und Werk Hilberseimers für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Infrastrukturen der Stadt

In seinen theoretischen Schriften entwickelte Hilberseimer eine infrastrukturelle Logik für seine urbanen Konzepte. Lag sein Augenmerk in Großstadtarchitektur (1927) noch auf der Lösung infrastruktureller Probleme durch eine vertikale Schichtung, verschränkte er in seinen Chicagoer Jahren Stadt und Landschaft zu einer neuen Einheit.


Infrastrukturen der Autorschaft

Ludwig Hilberseimer war einer der profiliertesten Autoren des Bauhauses und unter den Architekten des Neuen Bauens. Er griff dabei auf publizistische Infrastrukturen zurück: Als Redakteur der Sozialistischen Monatshefte war er Teil der Kunst- und Avantgardezirkel im Berlin der 1920er-Jahre. Mit dem Chicagoer Verlegerpaar Theobald fand er im Exil Partner, die seinen Schreibprozess in aufwändig gestalteten Büchern dokumentierten.


Ästhetik der Infrastruktur

Die frühen städtebaulichen Zeichnungen Ludwig Hilberseimers wurden zumeist als Entwürfe missverstanden. Dabei hatte sie Hilberseimer selbst in Großstadtarchitektur (1927) als Schemata bezeichnet, sie mit einer Grammatik verglichen. Über die Jahre entwickelte Hilberseimer seine zeichnerischen Darstellungen weiter, er bewegte sich dabei zusehends fort von herkömmlichen darstellerischen Mitteln des Architekten und hin zu einer infrastrukturellen Ästhetik des Planers.


Ihr Beitrag

Die Organisatoren der internationalen Konferenz Hilberseimer: Infrastrukturen der Moderne freuen sich über Beitragsvorschläge zu diesen und weiteren verwandten Themenfeldern. Bitte senden Sie Ihren Vorschlag (max. 300 Wörter) sowie biografische Angaben zu Ihrer Person und Ihren Forschungsinteressen bis zum 28. Februar 2021 an: hilberseimer@bauhaus-dessau.de.


Das Projekt

In einem zweijährigen Forschungsprojekt (2020–2022), gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, entsteht eine historisch-kritische Edition von Ludwig Hilberseimers The New City (1944). Darauf aufbauend wird im Rahmen der Konferenz am Abend des 28. Oktobers 2021 ein Zwischenspiel zu Ludwig Hilberseimer im Bauhaus Museum Dessau eröffnet werden. Leiter des Forschungsprojekts ist Dr. Florian Strob, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Direktorat der Stiftung Bauhaus Dessau (strob@bauhaus-dessau.de).


Die internationale Konferenz Hilberseimer: Infrastrukturen der Moderne wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt.