Aus der Vitrine: Objektgespräche
Josef Albers: Armlehnstuhl ti 244

Do, 20. August 2020, 18 Uhr (nur nach vorheriger Anmeldung)
Bauhaus Museum Dessau
Eintritt frei

Nach dem Ausscheiden von Marcel Breuer leitet Josef Albers die Tischlerei von 1928 bis 1929. Neben Auftragsarbeiten wird hier an erschwinglichen Modellen experimentiert und die Frage nach der Funktionalität unter sozialen Gesichtspunkten neu gestellt. Dabei suchen die Bauhausstudierenden nach Verwendungs- und Gestaltungsmöglichkeiten für neues Material, wie zum Beispiel Sperr- oder Schichtholz.

Ein frühes Ergebnis dieser Experimente ist der Armlehnstuhl ti 244 von Josef Albers, den er bereits 1926 entwirft, aber der wohl erst ab 1929 gefertigt wird: ein Stuhl aus vier gebogenen Schichtholzstreifen, verbunden mit zwei Stahlrohren – sie geben dem Stuhl die nötige Stabilität –, dazu kommen eine gepolsterte Sitzfläche und Rückenlehne. Dieses Selbstbau-Montagemöbel konnte in einem flachen Karton leicht verpackt und transportiert werden.

Josef Albers entwarf in seiner Bauhauszeit immer wieder Möbel in einer schlichten, sachlichen Formensprache, darunter zwei weitere ähnliche Armlehnstühle. Später hat sich Albers nicht mehr mit Möbelentwürfen beschäftigt und ist noch heute als Möbelentwerfer wenig erforscht – ein Desiderat. Bemerkenswert ist in Josef Albers Oeuvre seine Vielseitigkeit, die sich in seinen Entwürfen von Designobjekten aus Glas, Möbel, Glasbilder, Schriftgestaltung und bildkünstlerischen Arbeiten niederschlägt.