Bauhaus Dessau

Bauhaus. Die Kunst der Schüler

  • 8. Oktober 2014 bis 1. März 2015
  • Schirmherr der Ausstellung ist der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff.

Wenn es um die Kunst des Bauhauses geht, werden heute in erster Linie die Namen von Wassily Kandinsky, Paul Klee oder Lyonel Feininger genannt. Weitaus weniger bekannt ist die Kunst derjenigen, die als Schüler oder Studenten das Bauhaus besucht und absolviert haben. Erstmalig in diesem Umfang und in dieser Konzentration widmet sich darum die Ausstellung der "Kunst der Schüler". Die Stiftung Bauhaus Dessau präsentiert Malerei, Grafik und Plastik von 60 Künstlern, darunter Max Bill, Fritz Kurh, Xanti Schawinsky, Margaretha Reichardt oder Fritz Winter. Bei der Auswahl der Exponate wurde darauf geachtet, möglichst von jedem Künstler, sofern verfügbar, sowohl Werke aus deren Frühwerk als auch aus späteren Lebensphasen zusammenzustellen.

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Das Bauhaus, getragen vom Geist des Aufbruchs, verstand sich als Laboratorium einer menschlichen, sachlichen und progressiven Alltagskultur. Die wichtigste Gestaltungshochschule des 20. Jahrhunderts war kein Institut mit einem festen Programm, es war eine Idee, und sein erster Direktor Walter Gropius hat sie entsprechend formuliert: „Kunst und Technik – eine neue Einheit!“

Das Bauhaus ist ohne die dort entstandene bildende Kunst nicht denkbar. Und das betrifft nicht nur die Lehrer wie Paul Klee oder Wassily Kandinsky, sondern auch ihre Schüler. Die erste Schülergeneration war jene, aus der ab Mitte der Zwanzigerjahre selbst Lehrer am Bauhaus hervorgingen wie zum Beispiel Josef Albers, Hinnerk Scheper oder Joost Schmidt. Die Ausstellung Bauhaus. Die Kunst der Schüler  – Werke aus der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau konzentriert sich fast ausschließlich auf die zweite Schülergeneration.

Das Verhältnis des Bauhauses zur bildenden Kunst war stets ein widersprüchliches. Einerseits waren Gropius die Anregungen der »Problematiker unter den Malern«, wie er sie nannte, unentbehrlich, anderseits wollten er und viele andere das Bauhaus als »Hochschule für Gestaltung« entwickeln, die Gestalter für die Dinge des Alltags hervorbringen sollte. Und trotzdem schufen Lehrkräfte wie Schüler auch weiterhin mit traditionellen Mitteln und Techniken Gemälde, Grafiken und Plastiken. Der Schriftleiter der Bauhaus-Zeitschrift, Ernst Kállai, stellte dazu mit feiner Ironie fest: »Es gibt mehr Maler am Bauhaus, als man glauben würde. Sie sind zwar ein wenig an die Wand gedrückt, besonders bei der Wandmalerei, aber solcher Druck erzeugt bei denen, die etwas taugen, einen gesunden Gegendruck und zwingt zur dauernden Selbstkontrolle.«

Die von Lutz Schöbe und Wolfgang Thöner kuratierte Schau Bauhaus. Die Kunst der Schüler  – Werke aus der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau zeigt 159 Werke von 63 Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen der Malerei, Grafik, Materialcollage und Skulptur. Sie thematisieren neben rein künstlerischen Fragestellungen, auch gestalterische, die die Angewandte wie Bildende Kunst betreffen. Auffällig ist, dass in den Schüler-Arbeiten neben den konstruktivistisch-abstrakten Tendenzen, die für das Bauhaus charakteristisch waren, auch Einflüsse des Expressionismus, Kubismus und Surrealismus erkennbar sind. So entstanden gattungs- und medienübergreifende künstlerische Auseinandersetzungen von Schülern, die in späteren Jahren zum Teil in ganz anderen beruflichen Feldern eine internationale Karriere starten sollten, wie unter anderem Walter Allner (Typografie), Max Bill (Architektur), Marianne Brandt (Design), Roman Clemens (Bühnenbild) Werner Drewes (Typographie), Franz Ehrlich (Architektur und Design) Werner Graeff (Design) und Erich Mende (Typographie), auch wenn sie weiterhin im klassischen Sinne künstlerisch tätig waren. Andere wiederum erhielten große internationale Aufmerksamkeit als Maler, Bildhauer oder Fotografen, wie Mordecai Ardon, Theo Balden, Eugen Batz, Ludwig Hirschfeld-Mack, Kurt Kranz, Jean Leppien, Carl Marx, Karl Peter Röhl, Xanti Schawinsky oder Fritz Winter.

Zur Ausstellung liegt ein 192 Seiten umfassender Katalog im Hatje Cantz Verlag vor, deutsch/englisch (32,- Euro). Hier erhältlich.

Mit freundlicher Unterstützung von Lotto Toto Sachsen-Anhalt. 

Wir danken allen, die anlässlich der Ausstellung Schenkungen und Dauerleihgaben gespendet haben, insbesondere:

  • Ora Ardon
  • Utz Brocksieper
  • Hermann Famulla
  • Uta Gautel
  • Heiner Imkamp
  • Dr. Walter M. Keller
  • Ruth Kosterlitz-Rider
  • Simone Muller-Petitpierre
  • Monika Ortner-Bach
  • Margot Reichle
  • Daniel Schawinsky

August Agatz, Walter Allner, Mordecai Ardon, Theo Balden, Eugen Batz, Johannes Berthold, Max Bill, Erich Borchert, Marianne Brandt, Heinrich Brocksieper, Roman Clemens, Erich Comeriner, Friedl Dicker, Werner Drewes, Franz Ehrlich, Max Enderlin, Martha Erps, Werner Gilles, Werner Graeff, Leo Grewenig, Georg Hartmann, Karl Herrmann Haupt, Albert Hennig, Johann Karl Herrmann, Ludwig Hirschfeld-Mack, Otto Hofmann, Wilhelm Imkamp, Peter Keler, Ida Kerkovius, Claire Wagner Kosterlitz, Walter Köppe, Kurt Kranz, Erich Krause, Corona Krause, Hermann Werner Kubsch, Fritz Kuhr, Margarete Leiteritz, Jean Leppien, Fritz Levedag, Heinz Loew, Wilhelm Löber, Rudolf Lutz, Carl Marx, Erich Mende, Heinrich Neuy, Rudolf Ortner, Gyula Pap, Rudolf Paris, Petra Petitpierre, Henri Pfeiffer, Margaretha Reichardt, Paul Reichle, Karl Peter Röhl, Hajo Rose, Reinhold Rossig, Xanti Schawinsky, Oskar Schepp, Fritz Schleifer, Kurt Schmidt, Irmgard Sörensen-Popitz, Franz Wildenhain, Fritz Winter