Unsichtbare Orte

ab 26. April 2019
Freiraum-Ausstellung im Stadtraum Dessau-Roßlau

Wer sich im Jubiläumsjahr durch Dessau bewegt, kann im Vorbeigehen Bauhausgeschichte erleben. Die Freiraum-Ausstellung Unsichtbare Orte führt zu Gebäuden und Plätzen in Dessau, wo Bauhäusler*innen zwischen 1925 und 1932 gelebt, gewirkt und gerne ihre Freizeit verbracht haben.

Nachdem die Bauhäusler*innen Weimar aus politischen und finanziellen Gründen verlassen mussten, zogen sie 1925 nach Dessau. Damals eine aufstrebende Industriestadt, in der sie von vielen mit offenen Armen empfangen wurden. Ein enges Netz aus Unternehmern, Ingenieuren und Politikern setzte sich für den Umzug des Bauhauses ein. Darunter der Dessauer Oberbürgermeister Fritz Hesse, der Ingenieur Hugo Junkers und Landeskonservator Ludwig Grote. Beste Bedingungen für einen Neuanfang.

Was heute nicht mehr sichtbar ist: Die Bauhausmeister ihre Schüler*innen fassten schnell Fuß inmitten der Stadt. Sie fielen zwar auf, eckten mit ihren Ideen auch an. Außenseiter waren sie aber keineswegs. Ganz im Gegenteil. Die Bauhausfeste waren schon in den 1920er Jahren legendär. Sie formten das Stadtbild und prägten das gesellschaftliche Leben. Sie gestalteten Fassaden und Pavillons für Parks, entwarfen Werbebroschüren und statteten Schaufenster aus. Mit gut 100 Dessauer Firmen arbeitete das Bauhaus eng zusammen. Ihre Freizeit verbrachten die Bauhäusler*innen bei Paddeltouren auf Elbe und Mulde oder bei einem Kaffee im Residenzcafé. Sie bezogen Wohnungen in der ganzen Stadt. Und mit Möbeln und Textilien hielt das Bauhaus auch in das Privatleben vieler Dessauer Einzug. Diese gute Zeit nahm jedoch schon bald wieder ein Ende: Das Bauhaus wurde 1932 geschlossen, aufgrund eines Beschlusses des nationalsozialistischen Stadtrates.

Ausgehend von einem Kiosk auf dem Marktplatz führt die Freiraum-Ausstellung zurück ins Dessau der 1920er Jahre. Alle über die Innenstadt verteilten Unsichtbaren Orte sind sichtbar gekennzeichnet. Wer mehr erfahren möchte über das Ankommen, das Leben und Wirken und auch den Abschied des Bauhauses und noch tiefer in die Atmosphäre von damals eintauchen möchte, greift zum Mobiltelefon. Es sind die Bauhäusler*innen selbst, die ihre Anekdoten und Geschichten von damals erzählen.


Unsichtbare Orte ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Dessau-Roßlau und der Stiftung Bauhaus Dessau.