Versuchsstätte Bauhaus.
Die Sammlung.

Zur Ausstellung und ihrer Erzählung.

Mit der Eröffnung des Bauhaus Museum Dessau wird es erstmals möglich, die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau, die an die 40.000 Exponate umfasst, in ihrer Vielfalt und Qualität zu zeigen und mit ihr die Geschichte des Bauhauses in Dessau als Hochschule für Gestaltung zu erzählen.

Unter dem Titel Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung erwartet die Besucher auf 1.500 qm eine Ausstellung zu der national wie international einzigartigen Bauhaussammlung in der die Geschichte der epochemachenden Schule in Dessau in einem Parcours von miteinander verbundenen Kapiteln nachvollziehbar wird. Es war vor allem die Dessauer Hochschule für Gestaltung, die an einer „industriellen Kultur des praktischen Lebens“ arbeitet und dazu beigetragen hat, dass Bauhausdinge wie Schrifttypen, Möbel, Textilien, Tapeten und Architekturen heute selbstverständlich in unserer Alltagskultur sind.

Ein Grund mehr, aus der Distanz von 100 Jahren die historischen Umstände, die Visionen und Konzepte, die Arbeitsweisen und Methoden, die Akteure und Netzwerke an den Dingen, die aus einer 40-jährigen Sammlungstätigkeit erhalten sind, zu vergegenwärtigen.

Ziel der neuen Sammlungspräsentation ist es, die komplexe Geschichte des Wirkens und der weltweiten Weitererzählung des Bauhauses anhand des umfassenden Bestandes an originalen Möbeln, Dokumenten, Fotografien, Kunstwerken und Zeichnungen zum Sprechen zu bringen.

Es gehört zu den Besonderheiten der Dessauer Sammlung, den Alltag von Lernen und Lehre, freiem Entwurf und industriellem Prototyp, künstlerischem Experiment und den Anforderungen des Marktes, Gemeinschaft und Meisterschaft an der Hochschule für Gestaltung vergegenwärtigen zu können. Schließlich stand im Zentrum der wechselvollen Sammlungstätigkeit seit 1976 mit der Wiedereröffnung des Bauhauses als wissenschaftlich-kulturelles Zentrum die Schule als „Laboratorium der Industrie“.

Neben Ankäufen sind es vor Allem persönliche Nachlässe und Schenkungen ehemaliger Bauhäusler, die bis zur Wiedervereinigung 1990 den Grundstock der Sammlung bildeten und danach dank großzügiger Unterstützung von Bund und Land durch den Erwerb von Konvoluten sowie weiterer Nachlässe erweitert werden konnte. Dabei handelt es sich zum einen um sehr persönliche materiale Zeugenschaften, die die Bauhaus-Kultur in ihrer Bandbreite und Vielfalt vermitteln können.

Anknüpfend an die alltägliche Vertrautheit mit dem Bauhaus wird die neue Sammlungspräsentation ein Initial sein für eine lebendige Auseinandersetzung mit der postindustriellen „Kultur des praktischen Lebens“ des 21. Jahrhunderts, unserer Art und Weise des Lehrens und Lernens, der Gestaltung und des Umgangs mit den uns umgebenden Dingen und Bauten.


gefördert durch:

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