Handle with Care. Unpacking a Bulky Table
Ausstellung zum Bauhaus Lab 2019

6. September 2019 – 12. Januar 2020
Bauhausgebäude, Werkstattflügel, 2. OG

Was geschieht mit einem Alltagsgegenstand, wenn er Teil der Sammlung eines Museums wird?

Mit der Verschiebung hinsichtlich des Status sowie der Umgebung des Objekts geht dessen Kategorisierung innerhalb des institutionellen Gefüges des Museums einher. Ankaufsunterlagen und andere Archivmaterialien sind typische Zeugnisse dieses Vorgangs. Er kulminiert in unserer Begegnung mit dem Objekt im Museum, wo es mit Angaben zu Urheber*in, Titel, Jahr, Material und Provenienz versehen ist.


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2019, im Jahr des Bauhausjubiläums, geht das Bauhaus Lab der Frage nach, wie Bauhausobjekte in Museen gesammelt und ausgestellt werden. Der von Marcel Breuer 1936 im Londoner Exil für die ISOKON Furniture Company entworfenen Tisches, der heute Teil der Bauhaussammlung des Victoria & Albert Museums ist, bildete dabei den Fokus des  Postgraduiertenprogrammes für Gestalter*innen, Wissenschaftler*innen und Kurator*innen.

Während die Geschichtsschreibung zu Kunst und Design üblicherweise mit der stilistischen Einordnung von Objekten befasst ist, schlagen die Teilnehmer*innen des Bauhaus Lab einen alternativen Zugang vor: Sie untersuchen die Materialgeschichten, sozialen Praktiken, und die verschiedenen, zwischen Warencharakter und privatem Möbelstück oszillierenden Zirkulationsphasen des Tisches in seinem Weg vom persönlichen Besitz zum Sammlungsgegenstand, und nehmen so eine kritische Analyse der verschiedenen sozialen Leben vor, die dieses Objekt durchlaufen hat.

Der Tisch setzt sich aus standardisierten Einzelteilen zusammen, die aus Sperrholz gebogen und gesägt werden. Die Form dieser Einzelteile wird in den Displayelementen der Ausstellung wieder aufgenommen, in der die komplexen Existenzweisen des Tisches nachgezeichnet werden.

Der Ausstellungseröffnung am 5. September 2019 geht ein internationales Symposium voraus, bei dem die Programmteilnehmer*innen gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und Kurator*innen die „Herstellung des Museumsobjekts“ kritisch reflektieren.