Nachbarschaftsfeste am Bauhaus

Sa, 7. März 2020
Bauhaus Museum Dessau, ab 15:30 Uhr
Bauhausgebäude, ab 15:00 Uhr

Mitarbeiter*innen und Partner*innen der Stiftung Bauhaus Dessau laden Nachbar*innen und Gäste zu Nachbarschaftsfesten am Bauhaus Museum Dessau und am Bauhausgebäude ein.

Am Bauhaus Museum Dessau erwartet die Besucher*innen ab 15:30 Uhr ein Programm mit Mitmachaktionen, Spiel und Sport, Führungen durch die Ausstellungen, Offenem Gespräch, Filmvorführungen und Musik.

Rund um das Bauhausgebäude können die Gäste ab 15 Uhr eine bunte Zeltausstellung besichtigen und ein besonderes Fußballturnier, kreative Angebote für Groß und Klein, Vorträge, Führungen und ein Bühnenprogramm erleben.

An beiden Standorten gibt es Essen und Trinken von Partner*innen aus der Nachbarschaft auf Spendenbasis. Die Spendeneinnahmen gehen an das Anhalt-Hospiz Dessau. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Die Nachbarschaftsfest sind Teil des Aktionstages Versöhnung schafft Frieden des Netzwerks Gelebte Demokratie für Dessau-Roßlau am 7. März. Seit Jahren nutzen Rechtsextreme den Jahrestag der Bombardierung Dessaus am 7. März 1945 für ihre Aufmärsche. Gegen Intoleranz und Ausgrenzung setzen wir als Zeichen ein Programm für alle. Das Bauhaus in Dessau war und ist ein internationaler und offener Ort. Es ist diese Vielfalt, die das Bauhaus bemerkenswert machte. 1932 ließen die Nazis das Bauhaus in Dessau schließen und zwangen es in Berlin zur Selbstauflösung.

Dank für die Unterstützung der Veranstaltung an: Apotheke am Bauhaus, Bäckerei Schieke Dessau, heima menü GmbH, LAMSA e.V., Technisches Hilfswerk Dessau, Anhalt-Hospiz Dessau-Roßlau, Arne Vogelgesang, Schauspiel Dortmund, Heinrich-Böll-Stiftung, Teehäuschen Dessau, Bistro Palmyra, Jörg Klambt und sein Team vom designshop bauhaus dessau, palomar, Florenz, Kaffeebar des Bauhaus Museums Dessau, Café Lily, Jana Müller und das Alternative Jugendzentrum Dessau e.V., Frank Kreißler, Stadtarchiv Dessau-Roßlau, bankertsommer ARCHITEKTEN, Stadt Dessau-Roßlau, Tourists at Home, Hochschule Anhalt Dessau, Olaf Bülow und das Programm „Stadtpark in Bewegung“, DWG Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH, Urbane Farm, Guido Frisch and Friends, Edith Strasburger und den Intiative Radio-Fernsehen In Dessau e.V.

Programm

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B a u h a u s   M u s e u m   D e s s a u 

15:30 Uhr
Begrüßung
Durch Claudia Perren, Direktorin und Vorstand der Stiftung Bauhaus Dessau
> Arena

15:30 – 18 Uhr
Tourists at Home
Livemusik von Samba, Bossa Nova und Son bis zu Jazz, Pop und Rock
> Rund um das Bauhaus Museum Dessau

Die beweglichen Klangpyramiden der Band Tourists at Home erinnern nicht zufällig an die rauschenden Feste der Bauhäusler, auf denen die hauseigene Bauhauskapelle spielte. Die Welt ist Klang!


15:30 – 18 Uhr
Teamgeistspiele
Spielerisch Koordination, Kooperation und Gruppenstrategien erleben
Mit Burghard Duhm, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau
> Mies-van-der-Rohe-Platz vor dem Bauhaus Museum Dessau

15:30 – 18 Uhr
Bauhaus tanzen international
Performance-Demonstration zum Mitmachen
Von und mit Torsten Blume, dem Bauhaus Stage Studio Programm und der Hochschule Anhalt
> Mies-van-der-Rohe-Platz vor dem Bauhaus Museum Dessau

15:30 – 18 Uhr
Was bedeutet Nachbarschaft für mich
Audiobeiträge von Nachbar*innen, Gastronom*innen und städtischen Akteur*innen
> Zeltinstallation im Stadtpark

15:30 – 18 Uhr
Stadtpark in Bewegung
Spiel, Sport und Musik im Stadtpark
Von und mit Olaf Bülow, Stadtparkmanager Dessau, Urbane Farm, Guido Frisch and Friends, Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH und Wohnungsverein e.V.
> Stadtpark

15:30 – 20 Uhr
Die persönliche Geschichte macht das Übertragen der Geschichte möglich
Wanderausstellung mit den Filmen Späte Gewissheit und Musik als Lebensretter
Mit Jana Müller, ein Projekt des Stadtarchivs Dessau-Roßlau und des Alternativen Jugendzentrums Dessau e.V.
> Foyer

Von September bis Dezember 2014 haben acht Jugendliche im Projekt „Zeitzeugenpatenschaft“ daran gearbeitet, die Lebensgeschichten von Esther Bejarano, Doris Grozdanovičová, Fruma Kučinskienė, Rozette Kats, Ernesto Kroch, Wilhelm Brasse und Franz Rosenbach aufzubereiten. Die Ausstellung stellt in Ausstellungstafeln und Videointerviews die Lebensgeschichte der Zeitzeug*innen, die von der nationalsozialistischen Terror- und Vernichtungspolitik betroffen waren, in den Mittelpunkt. Seit 1998 ist im AJZ Dessau e.V. ein Zeitzeugenarchiv gewachsen, indem derzeit die Zeugnisse von 127 Überlebenden bewahrt werden.


15:30 – 20 Uhr
Mach deine Welt – BUNT!
Eine Mitmach-Ausstellung im Shop des Bauhaus Museums Dessau
Vom Team des designshops bauhaus dessau und palomar, Florenz
> designshop im Bauhaus Museum Dessau

Vier bekannte Illustratoren aus Europa haben ihre Vision der Welt entworfen und ihren eigenen Globus gestaltet: Beppe Giacobbe, Guido Scarabottolo, Le Duo und Marti Guixé. Wie soll deine Welt aussehen? Gibt es noch Grenzen? Was verbindet die Menschen? Globen und Stifte für eure Weltentwürfe liegen bereit. Die schönsten Entwürfe werden bis Ende März im Shop ausgestellt.


16 – 16:45 Uhr und 17 – 17:45 Uhr
Bauhausmoderne im Nationalsozialismus
Themenführung durch die Ausstellung Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung
Mit Elfi Müller und Thomas Altmann
> Treffpunkt Führungen, Offene Bühne

16 – 17 Uhr
Aufbau – Wiederaufbau – Neubau
Dialogische Führung durch die Dessauer Innenstadt
Mit Frank Kreißler, Leiter des Stadtarchivs Dessau-Roßlau, und Werner Möller, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau
> Treffpunkt Führungen, Offene Bühne

Die dialogische Führung begibt sich auf die Spuren des Wiederaufbaus der Dessauer Innenstadt nach 1945. Wie in vielen Städten Deutschlands hatte auch in Dessau nach den enormen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg die Schaffung von Wohnraum, Infrastruktur und Produktionsstätten oberste Priorität. Mit der Teilung Deutschlands wurde ebenso die Frage nach dem jeweils adäquaten Stadtbild für die miteinander konkurrierenden Gesellschaftssysteme in Ost und West virulent. Im nationalen Aufbauprogramm für die zerstörten Städte in der DDR wurde Dessau als eines der wichtigen Industriezentren eingestuft und sollte mit Vorrang wiederaufgebaut werden.


16 – 17:30 Uhr
Offenes Gespräch: Aufbau – Wiederaufbau – Neubau
Diskussion
Mit Frank Kreißler, Leiter des Stadtarchivs Dessau-Roßlau, Anne-Barbara Sommer von bankertsommer ARCHITEKTEN und Werner Möller
> Arena

Mit der Reihe der Offenen Gespräche bringt sich die Stiftung Bauhaus Dessau in politische und gesellschaftliche Debatten öffentlich ein. Ziel ist es nicht nur, aktuelle Themen zu setzen, sondern einen Prozess zu mehr Vernetzung und Austausch anzustoßen. So soll ein Raum geschaffen werden, in dem Diskussionen zusammenlaufen, die in der breiten Öffentlichkeit, im Bauhaus und für die Stadt Dessau relevant sind. Im Anschluss an die dialogische Führung durch die Dessauer Innenstadt diskutieren die Expert*innen mit dem Publikum über historische und zeitgenössische Konzepte für die Dessauer Innenstadt.


16 – 17:30 Uhr
Unsichtbare Orte
Führung durch die Freiraumausstellung im Dessauer Stadtraum
Mit Elisabeth Krämer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Bauhaus Dessau und Kuratorin der Ausstellung
> Treffpunkt Führungen, Offene Bühne

Nachdem die Bauhäusler*innen Weimar aus politischen und finanziellen Gründen verlassen mussten, zogen sie 1925 nach Dessau. Damals eine aufstrebende Industriestadt, in der sie von vielen mit offenen Armen empfangen wurden. Ein enges Netz aus Unternehmern, Ingenieuren und Politikern setzte sich für den Umzug des Bauhauses ein. Darunter der Dessauer Oberbürgermeister Fritz Hesse, der Ingenieur Hugo Junkers und Landeskonservator Ludwig Grote. Beste Bedingungen für einen Neuanfang.

Was heute nicht mehr sichtbar ist: Die Bauhausmeister ihre Schüler*innen fassten schnell Fuß inmitten der Stadt. Sie fielen zwar auf, eckten mit ihren Ideen auch an. Außenseiter waren sie aber keineswegs. Ganz im Gegenteil. Die Bauhausfeste waren schon in den 1920er Jahren legendär. Sie formten das Stadtbild und prägten das gesellschaftliche Leben. Diese gute Zeit nahm jedoch schon bald wieder ein Ende: Das Bauhaus wurde 1932 geschlossen, aufgrund eines Beschlusses des nationalsozialistischen Stadtrates.


Ab 16 Uhr
Filmprogramm

> Veranstaltungsraum im Bauhaus Museum Dessau

16 – 16:30 Uhr
3 Bauhäuslerinnen: Ethel Fodor-Mittag, Ellen Auerbach und Eva Weininger
Interviewfilme
Einführung durch Torsten Blume

16:30 – 17:15 Uhr
Der Tod kam aus Dessau
Film zur Zyklon-B-Produktion in Dessau
Einführung durch Jana Müller vom Stadtarchiv Dessau-Roßlau

17:15 – 18:30 Uhr
Führung auf dem Toleranzweg Wörlitz
Erinnerungen an Dessau 1945 von S. Hädicke
Zeitzeugengespräch mit Herrn Ferdinand Schmidt, ehemaliger Kantor

Filme des Offenen Kanals Dessau e.V.
Einführung durch Edith Strasburger vom Initiative Radio-Fernsehen In Dessau e.V.

18:30 – 20 Uhr
Catch 22. Der Böse Trick
Ein Film von Mike Nichols, 1970
Einführung durch Werner Möller


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B a u h a u s g e b ä u d e

15 Uhr
Begrüßung
Durch Regina Bittner, stellvertretende Direktorin und Leiterin der Akademie der Stiftung Bauhaus Dessau
> Wiese vor dem Werkstattflügel

Ab 15 Uhr
Habitat Nachbarschaft
Zeltausstellung
Von Nachbar*innen und Mitarbeiter*innen der Stiftung Bauhaus Dessau
> Bauhausplatz und Wiese vor dem Werkstattflügel

Am 7. März 2020 jährt sich die Bombardierung Dessaus im Jahr 1945 zum 75. Mal. An diesem Tag wurden auch das Bauhausgebäude sowie seine unmittelbare Nachbarschaft beschädigt und zerstört.
Nachbarschaften wandeln sich, in Kriegszeiten ebenso wie im Frieden: Neue Nachbar*innen kommen hinzu, andere gehen fort, das Gefüge verändert sich. Nachbarschaft, das bedeutet Vielfalt auf kleinem Raum und den gemeinsamen Wunsch nach einem friedlichen Zuhause.
Wer sind heute unsere Nachbar*innen, welche Bilder, Dokumente, Erinnerungen, Visionen und Erfahrungen verbinden sie mit ihrer Nachbarschaft zum Bauhaus? In einer bunten Zeltstadt am Bauhausgebäude bauen wir am 7. März 2020 gemeinsam eine Nachbarschaftsausstellung.

Wer sich an der Ausstellung beteiligen möchtet, kann sich per E-Mail beim Team der Stiftung Bauhaus Dessau melden.


Ab 15 Uhr
Bauhaus Postamt
Postkarten und Buttons selbst gestalten
Von und mit den Christin Deringer, Susanne Mittmann, Anne Schneider und Frank Thinius
> Bauhausplatz


15:15 – 15:35 Uhr, 16 – 16:20 Uhr, 16:45 – 17:05 Uhr
Fußball Rucksack Orchester
Ein klingendes Fußballturnier
Von Benjamin und Erwin Stache, mit Nachbar*innen, LAMSA e.V., der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Halle/Saale und Mitarbeiter*innen der Stiftung Bauhaus Dessau
> Bauhausplatz

Bei dieser Mischung aus sportlicher Aktion und Konzert tragen die Spieler*innen Klangrucksäcke, die akustisch miteinander interagieren und auf die Bewegungen reagieren, sodass je nach Spielverlauf immer neue Klangmischungen entstehen: So wird das Fußballspielen zur Komposition und das kleine Turnier mit 4 Mannschaften zum Konzert in 3 Sätzen.


15:30 – 16:30 Uhr
Spaziergang durch das Bauhausquartier
Mit Wolfgang Thöner, Leiter der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau
> Treffpunkt unter der Bauhausbrücke

Wie sah es nach der Bombardierung Dessaus am 7. März 1945 rund um das Bauhausgebäude aus? Welchen Stellenwert hatte der Wiederaufbau des Schulgebäudes und der Wohn- und Geschäftsräume in der Nachbarschaft? Welche Lösungsvorschläge für den Wiederaufbau Dessaus wurden umgesetzt, welche verworfen? Und welche Spuren der Zerstörung, des Vergessens und Erinnerns lassen sich noch heute rund um das Bauhausgebäude entdecken?


15:30 – 16:30 Uhr
Das Bauhaus 1932
Vortrag von Peter Bernhard, Bauhausexperte und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau
> Nordraum

Als das Bauhaus aus politischen Gründen im Jahr 1924 Weimar verlassen musste, hatten sich auch andere Städte wie Frankfurt/Main, Darmstadt und Magdeburg um das Bauhaus als Hochschule für Gestaltung beworben. Dessau ging damals als Sieger hervor. Der Anspruch des Bauhauses die moderne Gesellschaft mitzugestalten, ließ sich in Dessau zunächst unmittelbar umsetzen.
Doch am 30. September 1932 beschloss die Dessauer Stadtversammlung die Schließung der Hochschule für Gestaltung in Dessau. In der Dessauer Stadtversammlung hatten inzwischen die Nationalsozialist*innen die Mehrheit erlangt. Ludwig Mies van der Rohe führte das Bauhaus noch für ein weiteres Semester in Berlin-Steglitz als Privatinstitut weiter, bevor er nach vielfachen Querelen mit den Nationalsozialist*innen am 10. August 1933 in einem Rundschreiben die Auflösung des Bauhauses bekannt gab.
Peter Bernhard beleuchtet in seinem Vortrag die gesellschaftlichen Entwicklungen in Dessau und darüber hinaus, die 1932 zur Schließung der Hochschule für Gestaltung in Dessau führten.


18 – 19:10 Uhr
Flammende Köpfe
Video-Lecture-Performance
> Aula
Von und mit Arne Vogelgesang, Co-Regie von Wiebke Rüter, produziert vom Schauspiel Dortmund, Gastspielfassung mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung

Wie radikalisieren sich Menschen im Internet? Wie entsteht daraus ein reales Szenario der Bedrohung? Denn manchmal lässt sich ein entflammter Kopf von seinem Körper nachts zu einem Flüchtlingsheim tragen, um es anzuzünden. Ist der Kopf dann wach?
Arne Vogelgesangs Flammende Köpfe, konzipiert für einen Performer und einen virtuellen Chor von Kopf-Avataren, zeichnet den Weg vom Wohnzimmer in den Internet-Aufstand nach. Vogelgesang greift dabei auf seine umfangreiche, ständig aktualisierte Sammlung von Propaganda-Videos aus dem Netz zurück. Ein kurioser, unterhaltsamer Theaterabend, der das Fürchten lehrt – mit anschließender Diskussion.

Schulklassen oder Gruppen ab 10 Personen können sich vorab per E-Mail anmelden.


19:10 – 20 Uhr
Flammende Köpfe – Publikumsgespräch
Mit Arne Vogelgesang, Moderation: Caroline Jansky, Stiftung Bauhaus Dessau
> Aula

Im Publikumsgespräch nach der Video-Lecture-Performance Flammende Köpfe können sich die Zuschauer*innen mit dem Künstler über ihre Erfahrungen und Eindrücke austauschen und Fragen stellen.


Hinweis
Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.