Jan Tichy

6. Juli – 31. Aug 2020
Haus Schlemmer
// Einladung //
Ausstellung: 4. Okt 2020 – 14. März 2021

Jan Tichy, geboren 1974, ist der zweite Bewohner des Hauses Schlemmer im Jahr 2020. Tichy wurde in Prag geboren und lebt heute als Künstler und Kunstpädagoge in Chicago, wo er an der School of the Art Institute of Chicago lehrt.

Jan Tichy arbeitet mit den Medien Fotografie, Video und Installation. Für ihn ist Kunst eine Form der Kommunikation, aber auch eine Möglichkeit, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu vermitteln: „Um Fragen über die Zukunft stellen zu können, muss man Geschichte verstehen. Ich beschäftige mich damit, wie wir Geschichte(n) bewahren, schreiben und erzählen.“ Auch als Kunstvermittler sieht sich Tichy als Teil einer pädagogischen Geschichte, die sich vom Bauhaus herleitet: „Ich lehre nach Methoden, die hier in Dessau, zuvor in Weimar, anschließend in Berlin und schließlich am New Bauhaus in Chicago entwickelt wurden“, so Tichy. Er hat sich insbesondere mit der Kunst und Pädagogik von László Moholy-Nagy beschäftigt, zuletzt erschien die Publikation Ascendants: Bauhaus Handprints collected by László Moholy-Nagy, die Tichy gemeinsam mit Robin Schuldenfrei herausgegeben hat und die beim Institute of Design am Illinois Institute of Technology veröffentlicht wurde.

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Jan Tichy im Meisterhaus Schlemmer, Bauhaus Residenz 2020 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Jan Tichy im Meisterhaus Schlemmer, Bauhaus Residenz 2020 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Jan Tichy im Meisterhaus Schlemmer, Bauhaus Residenz 2020 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Jan Tichy im Meisterhaus Schlemmer, Bauhaus Residenz 2020 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert

Zu Dessau hat Tichy eine langjährige Beziehung: „Mit der Bauhaus Architektur habe ich mich bereits vor einigen Jahren beschäftigt, als ich die Beziehung zwischen Lucia Moholys Fotografie und Walter Gropius’ Architektur erforschte. Eine der entscheidenden Fragen in dieser Beziehung lautet immer: Wem gehört das Bild? Die Frage des Eigentums ist für Design und Fotografie immer eine grundsätzliche. Als Lucia Moholy hier mit zwei Kameras fotografierte, war sie die einzige, die dies tat – alle anderen lebten hier. Heute lebt niemand mehr hier (außer den Residenzkünstler*innen in gewisser Weise), aber alle, die hierher kommen, haben eine Kamera, und in der Menge der täglich hier aufgenommenen Bilder hallen die Ideen von Lucia und László Moholy-Nagy zu Produktion und Reproduzierbarkeit und die berühmte Vorhersage Moholys nach, dass eines Tages jeder mit einer Kamera herumlaufen würde.“