Sofia Dona

15. März – 30. April 2021
Haus Schlemmer
// Residenz auf Einladung //

Sofia Dona ist Künstlerin und Architektin. Sie hat Architektur an der Nationalen Technischen Universität Athen und Kunst im öffentlichen Raum an der Bauhaus-Universität Weimar studiert. 2018 wurde sie mit dem Architekturpreis der Stadt München und 2015 mit dem Fulbright-Stipendium für Künstler ausgezeichnet. Sofia Dona hat weltweit Projekte zwischen Architektur und Kunst in verschiedenen Städten wie Athen, Leipzig, Detroit, Los Angeles oder in der Grenzregion zwischen Tijuana und San Diego realisiert. Seit 2018 ist sie Co-Kuratorin des queer-feministischen Filmfestivals „Aphrodite*“ in Athen und als Mitglied der Gruppe „Errands“ nimmt sie an internationalen Ausstellungen teil.

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Sofia Dona, Bauhaus Residenz 2021, Haus Schlemmer, 20.4.2021 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Sofia Dona, Bauhaus Residenz 2021, Haus Schlemmer, 20.4.2021 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Sofia Dona, Bauhaus Residenz 2021, Haus Schlemmer, 20.4.2021 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Sofia Dona, Bauhaus Residenz 2021, Haus Schlemmer, 20.4.2021 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Sofia Dona, Bauhaus Residenz 2021, Haus Schlemmer, 20.4.2021 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Sofia Dona, Bauhaus Residenz 2021, Haus Schlemmer, 20.4.2021 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Sofia Dona, Bauhaus Residenz 2021, Haus Schlemmer, 20.4.2021 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert
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Sofia Dona, Bauhaus Residenz 2021, Haus Schlemmer, 20.4.2021 / Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert

Sofia Dona zu den Inspirationsquellen ihrer Arbeit:

„In meiner Arbeit gibt es häufig historische Präzedenzfälle, von denen ich ausgehe und die meine Recherche und den Prozess meiner künstlerischen Interventionen leiten. Die Ortsbezogenheit ist in vielen Fällen bestimmend für meine Projekte und daher sind Gebäude und Architektur wichtig für meine Arbeit. Das Hotel Elephant in Weimar, der Münchner Hauptbahnhof oder die Plattenbausiedlung in Leipzig sind einige Beispiele meiner ortsspezifischen Arbeiten. Auch Literatur führt mich häufig zu diesen Orten und so hat mich Lotte in Weimar von Thomas Mann zum Beispiel auf das Hotel Elephant aufmerksam gemacht.
Das Studium an der Bauhaus-Universität Weimar und der Masterstudiengang ‚Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien‘ führten zu meinen ersten Begegnungen mit den Bauhaus-Gebäuden nachdem ich mein Architekturstudium in Athen beendet hatte. Die Arbeit ‚Bauhaus-Formen‘ aus dem Jahr 2009 konzentrierte sich auf zwei Gebäude: das Haus am Horn und das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität.“

Sofia Dona zu ihrem Aufenthalt und der Atmosphäre in den Meisterhäusern:

„Es ist ein sehr intensives Gefühl im Meisterhaus zu wohnen, da es für die Residenzen genutzt wird. Das Bewohnen von Schlafzimmer, Bad, Wohnzimmer und Balkon verbindet sich irgendwie direkt mit dem persönlichen Alltag, was als Erfahrung ganz anders ist als im gleichen Gebäude des Bauhauses zu studieren. Andererseits war es anfangs sehr seltsam im Atelier von Oscar Schlemmer zu arbeiten. Es umgibt eine Art Magie, die man spüren kann.
Auch die Verbindung mit den benachbarten Meisterhäusern ist interessant. Ich habe zum Leben und Werk von Karla Grosch recherchiert, eine der wenigen Frauen, die am Bauhaus lehrten und auch als Tänzerin in verschiedenen Bühnenaufführungen von Oskar Schlemmer wie dem ‚Glastanz‘ mitwirkte. Grosch lebte im Meisterhaus mit Lily und Paul Klee zusammen.“

Sofia Dona zu den Einschränkungen in Bezug auf den Denkmalschutz oder die touristische Nutzung des Meisterhausareals:

„Eine der wichtigsten Einschränkungen in Bezug auf den Denkmalschutz war, dass ich meine Katze nicht mit in das Meisterhaus bringen durfte. In den ersten Wochen, in denen ich hier ankam, habe ich drei Katzen auf Papier ausgedruckt: meine Katze Fina, Paul Klees Katze Bimbo und Smilla, eine Katze, deren Geschichte ich während meines Aufenthalts hier kennengelernt habe. Diese ausgedruckten Katzen habe ich im Haus herumliegen lassen, sie saßen auf einem Breuer-Stuhl, auf dem Schreibtisch oder auf dem Boden. Das war ein erster (in gewisser Weise lustiger) Versuch, eine Verbindung mit dem Raum und der Geschichte der Häuser herzustellen, aber auch in der Gegenwart und mit deren Einschränkungen zu leben.
Aber aufgrund von Covid würde ich sagen, dass die Haupteinschränkung in der Schwierigkeit besteht, Besucher und Freunde im Haus zu empfangen. Der wichtigste Teil des Bauhauses war die Gemeinschaft, diese avantgardistische Gruppe von Menschen, die sich in den Meisterhäusern versammelten und zusammenlebten. In Zeiten von Covid ist es schwer, ein solches Haus zu bewohnen. Durch die tägliche Arbeit der Gärtner, durch die Touristen, die versuchen, in die Fenster hineinzuschauen und durch die Hausmeister, die die Gebäude instandhalten müssen, erscheint es so, als ob man in einem Haus wohnt, das beobachtet wird und zugleich selbst als Beobachtungsgebäude fungiert.
Da wir die Wände nicht bearbeiten können, habe ich begonnen, mit einem Beamer auf die Oberflächen des Meisterhauses zu projizieren. Das ist ein Element, das ich wahrscheinlich in der Ausstellung verwenden werde.“

Einblicke in ihre künstlerische Arbeit:

„Ich arbeite an einem Konzept zur Erhaltung der Natur durch die Jagd. Dazu habe ich mich mit einem der Stadtjäger getroffen, der für den Erhalt des Waldgebietes in Dessau-Roßlau zuständig ist. Gleichzeitig habe ich während meines Aufenthaltes im Haus die alltägliche Pflege und Erhaltung des Kiefernwaldes um die Meisterhäuser durch die Gärtner miterlebt und eine Reihe von Videos erstellt. Neben den Arbeiten mit einem Bezug zur Jagd werden in der Ausstellung auch die Fotoshootings in den Meisterhäusern und im Garten zu sehen sein.“