"Experiment Bauhaus":
Von der kulturellen zur nationalen Einheit

Eine Ausstellung im Gespräch
Sa, 1 . 12 . 2018
17 Uhr
Bauhausgebäude

„Weit ist der Weg zur Normalität“ – so betitelt der Tagesspiegel im Jahr 1988, ein Jahr vor der Wiedervereinigung, eine Besprechung der Ausstellung „Experiment Bauhaus“ des Bauhaus-Archivs Berlin (West) im Bauhaus Dessau (Ost). Aber nicht die 340 Exponate der Schau, sondern ihre politische Bedeutung bestimmte den Bericht: „als Symbol für die kulturellen Gemeinsamkeiten beider deutscher Staaten“ und als Beitrag „zur Entwicklung normaler gutnachbarlicher Beziehungen“.

Die Ausstellung ging zurück auf das 1986 unterzeichnete Abkommen zum kulturellen Austausch beider deutscher Teilstaaten. Die Bauhaus-Ausstellung war hier bereits fixiert. Avancierte das Bauhaus bereits vor dem Fall der Mauer zum Symbol der kulturellen Einheit Deutschlands?  1986 war das Bauhaus in Dessau als „Zentrum für Gestaltung“ neu gegründet worden und bot neben Veranstaltungen zu Städtebau und Formgestaltung mit der Bühne auch eine Plattform für die alternative Kunstszene in der DDR. Viele Künstler hatten hier ihre letzten Auftritte bevor sie mit Verboten belegt wurden. Und obwohl diese Ost-Avantgarde in den offiziellen Verlautbarungen der DDR-Repräsentanten keine Rolle spielte, verbanden möglicherweise viele tausend Besucher mit „Experiment Bauhaus“ nicht nur historische Exponate, sondern auch jene kulturellen und politischen Experimente, welche die damalige Gegenwart provozierten.

Im Jahr 2018 liegt diese für die deutsch-deutsche Bauhausrezeption so bedeutsame Schau 30 Jahre zurück. Abstand genug, um mit ehemaligen Akteuren, Zeitzeugen und Besuchern über dieses Experiment zu diskutieren. Das Gespräch soll die Möglichkeit geben, kurz vor dem 100-jährigen Bauhausjubiläum 2019 über die unterschiedlichen, mit dem Bauhaus verbundenen, Erwartungen und Hoffnungen im wiedervereinten Deutschland zu reflektieren. 

Gäste:
Dr. Peter Hahn, ehemaliger Direktor des Bauhaus-Archivs, Museum für Gestaltung Berlin
Prof. Rolf Kuhn, ehemaliger Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau

Moderation:
Dr. Regina Bittner, stellvertretende Direktorin und Leiterin der Akademie der Stiftung Bauhaus Dessau

Der Eintritt ist frei.