Die Offene Bühne im Bauhaus Museum Dessau

Das Erdgeschoss des Bauhaus Museums Dessau ist ein neuer kultureller Bauhaus-Ort im Zentrum Dessaus. Als Offene Bühne konzipiert, wird der Raum auch als solche bespielt. Als neue experimentelle Spielstätte für performative und diskursive Formate wird die Offene Bühne das Programm auf der Bauhausbühne im historischen Bauhausgebäude ergänzen und erweitern.

Das Programm besteht aus interaktiven Installationen, Vorträgen, Filmvorführungen und Gesprächen, Tanz, Theater und Performance-Projekten. Ziel ist es, den Besucher*innen des Museums und Dessau-Roßlauer*innen zu vermitteln, wie das Bauhaus – verstanden als eine Haltung des neugierig offenen Lernens und Experimentierens – auch heute noch vielfältige künstlerische Impulse und gestalterische Anregungen nicht nur für Expert*innen bereithält. Darüber hinaus ist die Offene Bühne eine lokale Bühne für alle – für Vereine, Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen, die in Dessau-Roßlau und der Region kreative Projekte umsetzen, aktiv Begegnungen initiieren oder künstlerisch arbeiten.


Arena von Rita McBride

Das markante Zentrum der Offenen Bühne bildet die Arena von Rita McBride. Als skulpturale Adaption einer halbkreisförmigen Zuschauertribüne bietet sie Raum für künstlerische Programme und spontane Begegnungen. Produziert wurde die Arena 1997 für das Witte de With Center for Contemporary Art in Rotterdam. Seither war sie in vielen Museen und Theatern im Einsatz. Die Arena dient jedoch nie als einfache Sitzmöglichkeit. Rita McBride untersucht mit ihrem Werk an verschiedenen Orten, die Art und Weise, wie Skulptur aktiviert werden kann, und wie dabei Ausstellungsraum und Publikum miteinander kommunizieren und interagieren.

Lichtspielhaus von Lucy Raven

Gegenüber der Arena befindet sich das Lichtspielhaus von Lucy Raven. Mit der dynamischen Installation aus verschiedenfarbigen, raumhohen Glaspanelen gewann die New Yorker Künstlerin der Wettbewerb „Kunst am Bau“ für das Bauhaus Museum Dessau. Die Scheiben lassen sich über eine Distanz von 15 Metern parallel zur Glasfassade des Museumsgebäudes auf drei Schienen verschieben. Das ergibt je nach Überlagerungen variierende Kompositionen aus Farbe und Licht, die innerhalb und außerhalb des Museums zu unterschiedlichsten atmosphärische Situationen führen.

Lucy Raven bezieht sich in ihrer Arbeit auf Anni und Joseph Albers‘ Auseinandersetzungen mit Farbe und Wahrnehmung. Gleichzeitig sieht sie eine Referenz zu László Moholy-Nagy und seinem Ansatz der Gestaltung mit Licht – der mit dem Licht-Raum-Modulator und den Fotogrammen in der Ausstellung Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung in der Black Box veranschaulicht wird.