Xist*innen:
Ein Metabolistisches Labor
nach Solomon Nikritin

Performative Installation mit Vorträgen, Workshops und Aufführungen
10. – 14. Nov 2021
Bauhaus Museum Dessau, Offene Bühne
>> Kostenloses Ticket erforderlich

Die bildenden Künstler*innen und Performer*innen Ilya Dolgov, Evgenia Suslova, Anastasya Kizilova und Mikhail Lylov sowie Studierende der Hochschule Anhalt Dessau und der Palucca Hochschule für Tanz Dresden verwandeln das Foyer im Bauhaus Museum Dessau in eine sich täglich verändernde Installation. Ziel des von Mikhail Lylov und Torsten Blume entwickelten Programms ist die Wiederentdeckung und Neuaneignung von Ideen des „Projektionstheaters“, das der russische Avantgardist Solomon Nikritin 1921/22 mit Künstlerfreunden am WChUTEMAS in Moskau entwickelt hatte. Aufgeführt wurden statt Geschichten, Übungen von konzeptionellen Personen, in denen versucht wurde, Ideen zur Einbettung des Menschen in organische, technische und soziale Stoffwechsel zu verkörpern. Daran anknüpfend schlagen die Künstler*innen neue Konzept-Personen vor: die Xist*innen, die Verwandtschaften und das Zusammenwirken des Menschen mit anderen Organismen in einem planetarischen Transformationsprozess erkunden. Ein von Elke Marhoefer kuratiertes Filmprogramm begleitet das Projekt. In Kooperation mit der Hochschule Anhalt und der Tretjakov-Galerie in Moskau.


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Solomon Nikritin, Kartogram des Programms, 1924. / Tretyakov Gallery.
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Mikhail Lylov, Two excursions into the Mountains, 2019. / Courtesy of the author.
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Eugenia Suslova. Follow Me, 2021 / Image courtesy of Mikhail Lylov
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Ilya Dolgov, ALIEXPRESSNORDGARDEN, 2019. / Courtesy of the author.
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Emanuel Almborg, Talking Hands, 2016. / Courtesy of the author.
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Mikhail Lylov, Spleiss und Zunge, 2020. / Courtesy of the author.
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Julia Parks, The Girl Who Forgets How to Walk, 2019. / Courtesy of the author.
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Nikolay Tryaskin, Dynamic Ladder, 1924. / Private collection.

#corona

Aufgrund der Corona-Pandemie gelten strenge Hygieneregeln. Mit dem Betreten des Veranstaltungsbereichs müssen die Besucher*innen einen medizinischen Mund-Nase-Schutz tragen. Es gilt die 3G-Regel: Der Zutritt kann nur mit Nachweis eines negativen Corona-Schnelltests (Durchführung max. 24 Stunden vor Veranstaltungsbeginn; kein Selbsttest) oder mit Nachweis des vollständigen Impfschutzes oder mit Bescheinigung einer Covid-19-Genesung gestattet werden.


P r o g r a m m


Mittwoch,
10. Nov 2021

ab 19 Uhr
Eröffnung

Begrüßung
Torsten Blume und Mikhail Lylov

Resonating Territories
// Performance
Studierende der Hochschule Anhalt Dessau

Unter Verwendung der im Projektionistischestheater entwickelten Techniken der Selbstverfremdung erforschen die Performer*innen die Gewohnheiten und Fähigkeiten von Insektenarten mit dem Ziel, den sie umgebenden Raum aus einer neuen Perspektive zu erkunden.


Mittwoch – Donnerstag
11. – 14. Nov 2021

10 – 18 Uhr
Ausstellung
// Offenen Bühne im Bauhaus Museum Dessau

Neben den Installationen der zeitgenössischen Künstler*innen Ilya Dolgov, Elke Marhöfer, Evgenia Suslova, Anastasya Kizilova und Mikhail Lylov widmet sich ein historisches Kabinett u.a. mit reproduzierten Dokumenten aus der Tretjakv-Galerie Moskau, dem Wirken von Solomon Nikritin und den Ideen des Projektionismus der 1920er Jahre. Zudem präsentieren Studierende der Hochschule Anhalt Dessau und der Kuwasawa Design School Tokyo in einer Arbeitsausstellung aktualisierte Versionen von historischen projektionistischen Experimenten. 

14 – 18 Uhr
Biomechanist*innen
// Fotostudio
mit Berit Bührmann, Matilda Erwin
und Studierenden der Hochschule Anhalt Dessau

Das Fotostudio lädt jede und jeden dazu ein, sich von biomechanischen Übungen der 1920er Jahren inspirieren zu lassen und für ein Foto, als eine besondere, biomechanisch bewegliche, Person auszuprobieren und zu inszenieren. Dabei stehen Kostüme und Requisiten zur Verfügung die an die sowjet-russischen Theateravantgarde erinnern.


Donnerstag
11. Nov 2021

15 Uhr
Sciaponic Vignetten
// Ausstellungsführung
mit Demonstration des Projektes von Ilya Dolgov

18 Uhr
Material-Klang-Transformationen: Phonetik von Material und Bewegung
// Workshop mit Willie Gurner, Mikhail Lylov und Víctor del (M)Oral

Wie hängen Formen, Stimme und Bewegung zusammen? Können wir uns den Klang eines Wortes als Plastik vorstellen? Wie können wir die rhythmische Struktur eines plastischen Volumens in Phonetik und Bewegungen übersetzen? Solche und ähnliche Fragen, die in den Experimenten des historischen Projektionstheaters gestellt worden sind, prägen auch den Workshop von Willie Gurner, Mikhail Lylov, und Víctor del (M)Oral.  Ausgehend von Formexperimenten mit keramischen Ton, erkunden die Teilnehmenden, wie Ton, Töne und Bewegungen als Materialien zusammenwirken und auch unser Verhalten prägen können. 


Freitag
12. Nov 2021

15 Uhr
Projektionstheater
// Ausstellungsführung
Ideen-Erläuterung von Archivmaterial und Recherchen

19 Uhr
Projektionistische Etüden
// Performance
Studierende der Palucca Hochschule für Tanz Dresden

Unter der Leitung von Katharina Christl haben sich Studierende der Palucca Hochschule für Tanz Dresden mit biomechanischen Bewegungsübungen auseinandergesetzt, die Solomon Nikritin für Performer*innen des Projektions-Theaters entwickelt hatte. In einer etwa 15 minütigen Performance zeigen sie Ergebnisse ihrer Studien als ein experimentelles Reenactment.

19:30 Uhr
In Nikritins Kosmogramm – Ein Vorstellungstheater
// 30 minütiges Hör- und Schauspiel
mit Sudierenden der Hochschule Anhalt und Conrad Feininger

Das Hör- und Schauspiel, vermittelt mit Texten und Diagrammen die Ideen von Solomon Nikritin für ein Theater des Projektionismus und die angelegten Übungsperspektiven für ein Anders-Werden der Menschen. Zugleich wird danach gefragt, ob sich diese Perspektive in Denk- und Leibesübungen übertragen lässt, in denen es – jenseits der Maschinenfaszination der 1920er Jahre – um eine neue Koexistenz der Menschen mit natürlichen, mehr-als-menschlichen Existenzen geht.  


Samstag
13. Nov 2021

11 Uhr
Projektionstheater
// Ausstellungsführung
Ideen-Erläuterung von Archivmaterial und Recherchen

ab 15 Uhr
Aufstehversuch: Filme über das Lernen und Verlernen von Körpern
// Filmprogramm
zusammengestellt von Elke Marhöfer

Die Filme von Emanuel Almborg und Julia Parks vermitteln auf unterschiedliche Weise eine Vision von Pädagogik und Lernen, die keine Trennung des Körpers vom Denken kennt.
> Talking Hands / Говорящие руки, 2016, Emanuel Almborg, 48 min., Deutsch untertitelt
> The Girl Who Forgets How to Walk, 2019, Julia Parks, 16 min., in Englisch

Inhabitants: Filme über die Lebenswelten
// Filmprogramm
zusammengestellt von Elke Marhöfer

Habit (übers. Gewohnheit) und inhabitation (übers. Bewohnbarkeit, Bewohnen) sind ähnliche Wörter. Worauf deutet diese Ähnlichkeit hin? Vielleicht darauf das sich Umwelt nicht nur um uns herum befindet, sondern dass wir, mit unseren Gewohnheiten, aus der Umwelt hervorgehen? Die Künstler*innen Ute Aurand, Helga Fanderl, Mikhail Lylov und Elke Marhöfer erforschen in ihren Filmen diese Zusammenhänge und wie Körperbewusstsein mit den Stoffen und Rhythmen der Existenz verwoben ist.

> Becoming Extinct (Wild Grass), 2017, Elke Marhöfer, 23 min.
> Am Meer, 1995, Ute Aurand, 3 min.
> Sakura, Sakura, 2015, Ute Aurand, 3 min.
> Glimpses from a Visit to Orkney in Summer 1995, 2020, Ute Aurand, 5 min.

19 Uhr
In Nikritins Kosmogramm – Ein Vorstellungstheater
// 30 minütiges Hör- und Schauspiel
mit Sudierenden der Hochschule Anhalt und Conrad Feininger

Das Hör- und Schauspiel, vermittelt mit Texten und Diagrammen die Ideen von Solomon Nikritin für ein Theater des Projektionismus und die angelegten Übungsperspektiven für ein Anders-Werden der Menschen. Zugleich wird danach gefragt, ob sich diese Perspektive in Denk- und Leibesübungen übertragen lässt, in denen es – jenseits der Maschinenfaszination der 1920er Jahre – um eine neue Koexistenz der Menschen mit natürlichen, mehr-als-menschlichen Existenzen geht.  


Sonntag
14. Nov 2021

11 Uhr
Follow me
// Ausstellungsführung
mit Demonstration des Projektes von Eugenia Suslova

15 Uhr
Succulent Therapy
// Ausstellungsführung
mit Demonstration des Projektes von Anastasiya Kizlova

ab 17 Uhr
Inhabitants: Filme über die Lebenswelten
// Filmprogramm
zusammengestellt von Elke Marhöfer

Habit (übers. Gewohnheit) und inhabitation (übers. Bewohnbarkeit, Bewohnen) sind ähnliche Wörter. Worauf deutet diese Ähnlichkeit hin? Vielleicht darauf das sich Umwelt nicht nur um uns herum befindet, sondern dass wir, mit unseren Gewohnheiten, aus der Umwelt hervorgehen? Die Künstler*innen Ute Aurand, Helga Fanderl, Mikhail Lylov und Elke Marhöfer erforschen in ihren Filmen diese Zusammenhänge und wie Körperbewusstsein mit den Stoffen und Rhythmen der Existenz verwoben ist.

> Helga Fanderl
In ihren Filmen erkundet Fanderl verschiedene Umwelten, nutzt die Kamera wie ein zusätzliches Sinnesorgan und bildet wahrgenommene Affekte ohne jede Nachbearbeitung ab. Daher liegt der Schwerpunkt auf der direkten Begegnung mit den Situationen und Phänomenen der Welt. Fanderl wird persönlich anreisen und ein Super-8-Filmprogramm in einer Montage von kurzen Einzelfilmen projizieren.

> Becoming Extinct (Wild Grass), 2017, Elke Marhöfer, 23 min.
> Am Meer, 1995, Ute Aurand, 3 min.
> Sakura, Sakura, 2015, Ute Aurand, 3 min.
> Glimpses from a Visit to Orkney in Summer 1995, 2020, Ute Aurand, 5 min.

Aufstehversuch: Filme über das Lernen und Verlernen von Körpern
// Filmprogramm
zusammengestellt von Elke Marhöfer

Die Filme von Emanuel Almborg und Julia Parks vermitteln auf unterschiedliche Weise eine Vision von Pädagogik und Lernen, die keine Trennung des Körpers vom Denken kennt.
> Talking Hands / Говорящие руки, 2016, Emanuel Almborg, 48 min., Deutsch untertitelt
> The Girl Who Forgets How to Walk, 2019, Julia Parks, 16 min., in Englisch


>> Kostenloses Ticket erforderlich