Bauhaus Dessau

Projektskizze (Auszug)

P R O J E K T S K I Z Z E (Auszug)

[…] Was wir suchen, ist ein Projekt, das Abwesenheit und zugleich Präsenz evoziert. Ein Projekt, das Distanz über Nähe schafft und umgekehrt. Und das Unschärfe durch Präzision erzeugt.

Diese Strategie wird am Beispiel des Hauses Gropius prototypisch veranschaulicht, aber sie kann auch auf die anderen Gebäude übertragen werden. Das Bild des Gipsmodells vom Haus Gropius bildet einen wichtigen Ausgangspunkt.

Ein Modell ist immer ein Resultat eines Abstraktionsprozesses, und gerade diese Art von Abstraktion scheint uns für diesen Entwurf geeignet: eine Gebäudehülle zu schaffen, die durch die Einheitlichkeit des Materials und durch eine reduzierte Detaillierung etwas Modellhaftes evoziert.

Das Haus Gropius wird in verschiedene operative Komponenten zerlegt: Eine Außen-Hülle und eine interne Gliederung. Die Hülle wird als monolithischer Abguss abgebildet. Dimensionen und Proportionen des Hauses Gropius werden an die ursprüngliche städtebauliche Situation erinnernd übernommen. Die interne Gliederung ist ein plastischer Höhlkörper aus gestrichenem Holz. Die Kompositionslinien des ursprünglichen Hauses werden fragmentarisch aufgezeichnet und als überdimensioniertes Möbel abgebildet. Die räumliche Sequenz des Hauses ist damit angedeutet aber nicht 1:1 wiedergegeben. Diese Reduzierung des Hauses in zwei Elemente erlaubt mehrschichtige Lesungen. Es ist als Anregung zu verstehen, das Bild des Hauses in Gedanken selbst zu ergänzen und entwickelt gleichzeitig eine selbständige Komposition, eine Spannung zwischen massiver Hülle und hölzernem Einbau.

Das Projekt ist in keiner Weise als Rekonstruktion zu verstehen, sondern stellt eine Interpretation des ursprünglichen Hauses dar. […]

>Donatella Fioretti und José Gutierrez Marquez

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