Triennale der Moderne

Nach erfolgreichen Auftakten der Triennale der Moderne 2013 und 2016 steht das Programm 2019 im Zeichen des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses. Bis heute gilt das Bauhaus als Inbegriff zeitlos moderner Gestaltung, wirkte international und hinterließ ein reiches baukulturelles Erbe. Dies alles lässt sich an den drei Herbstwochenenden vom 26. September bis 13. Oktober 2019 auf Touren, Events und in Ausstellungen erleben und besichtigen. Eröffnet wird die Triennale 2019 am 26. September 2019 am Gründungsort Weimar.

Die Initiative Triennale der Moderne baut – ausgehend von den UNESCO-Welterbestätten der Moderne in Weimar, Dessau und Berlin – ein überregionales Netzwerk Moderne aus und rückt so die Bauten und Verflechtungen der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts stärker ins öffentliche Bewusstsein.

Die Triennale der Moderne findet an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden in Weimar, Dessau und Berlin statt.

Weimar:
26. – 29. September 2019

Dessau:
4. – 6. Oktober 2019

Berlin:
11. – 13. Oktober 2019


Mehr zum Programm: triennale-der-moderne.de



Archäologie der Moderne.
Bauforschung Bauhaus Bauten Dessau

ab 4. Oktober 2019
Bauhausgebäude

Meterlang stehen Fenster aufgereiht. Fenster mit Fensterkreuzen, schmale, breite, manche mit Holz- und andere mit Metallrahmen, einige in gutem Zustand und viele, denen man ihre knapp hundert Jahre Alter ansieht. Sie kommen aus dem Bauhausgebäude, aus den Meisterhäusern oder dem Haus Anton in Dessau-Törten. Alle tragen sie einen Inventarzettel, der Informationen über Herkunft, Alter und Fundort gibt. Im Bauforschungsarchiv lagern die eigentlichen, die materiellen Schätze des Bauhauses. Sie aufzubewahren und zu erforschen ist die Aufgabe des Bauforschungsarchivs.

 

Die Ausstellung:

Ob Türklinken und Badewannen oder Farbproben und Betonstücke, im Bauforschungsarchiv der Stiftung Bauhaus Dessau sammeln und erforschen die Wissenschaftler Bauteile und Materialien zur Architektur der Moderne. Eine weltweit einzigartige Sammlung von originalen Zeugnissen, die bisher weithin unbekannt ist. Die Ausstellung Material und Architektur im Bauhausgebäude zeigt einen Ausschnitt aus dem Bauforschungsarchiv und verdeutlicht anhand von Bauteilen und Baumaterialien, Plänen und Zeitzeugenberichten das Zusammenspiel von Material und Architektur der Moderne.

Die Bauhausbauten in Dessau sind Prototypen – auch in Sachen Baumaterialien. Insbesondere Stahl, Glas und Beton eröffneten den Bauhäusler*innen neue Möglichkeiten. Walter Gropius schrieb: „diese neuen baumaterialien – eisen, beton, glas – haben es infolge ihrer festigkeit und molekularen dichtigkeit erst ermöglicht unter größter ersparnis an konstruktionsmasse, weitgespannte, lichtdurchflutete räume und gebäude zu erbauen …“ Erprobt wurden diese neuen Möglichkeiten ganz praktisch an den Bauhausbauten.

Viel Wissen über die einst modernen, mittlerweile jedoch historischen Materialien ist über die Jahrzehnte hinweg verloren gegangen. Viele Materialien erwiesen sich als brauchbar und setzten sich durch. Einige allerdings auch nicht. Sie wurden bei späteren Sanierungsmaßnahmen einfach ersetzt, scheinbar unwichtige Dinge wie Elektroleitungen oder Fußböden meist entsorgt. Im Bauforschungsarchiv finden jedoch auch sie einen Platz. Sie werden gesichert, untersucht und immer wieder zu noch offenen Fragen der Architektur der Moderne befragt.