Aus der Vitrine: Marianne Brandt

Was macht ­diese Dinge zu Museums­objekten? Und in welcher Verwandtschaft ­stehen sie zu unserer Lebens­weise? Die Reihe „Aus der Vitrine“ führt die Besucher*innen näher heran. Sie bringt Objekte mit ihnen ins Gespräch und knüpft an heutige Alltags­erfahrungen an.

Marianne Brandts Fotomontage ist um 1930 entstanden. Während die von ihr entworfenen Teekännchen, Aschenbecher und Leuchten heute zu den bekanntesten Bauhaus-Objekten gehören sind ihre Fotomontagen nach wie vor nur wenigen bekannt. „Mit allen zehn Fingern“ setzt auf gestalterische Reduktion und Gegensätze: ein älterer Mann hält (zehn) Fäden in seiner Hand, die junge Frau (räumlich unterhalb des Mannes platziert) mutiert zur Marionette. Die Hände und Finger der weiblichen Figur werden auf diese Weise zu Instrumenten ihrer Unterordnung.

Brandt nimmt in ihrer Fotomontage experimentelle Tendenzen der Avantgarde auf und schöpft dabei aus einem breiten Spektrum fotografischer Bilder, die in Zeitschriften und Zeitungen der Weimarer Republik massenhaft zirkulierten.

Dr. Barbara Steiner (Direktorin und Vorstand Stiftung Bauhaus Dessau) spricht an diesem Veranstaltungsabend über die Fotomontage von Marianne Brandt sowie über die Künstlerin selbst und ihre Ausbildung am Bauhaus.

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